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Das große Insektensterben

Gründe für das Sterben

Was den Insekten zu schaffen macht
tote Biene, Perytskyy, Fotolia

© Perytskyy / fotolia.com

Den einen Grund für das Insektensterben gibt es nicht. Die im folgenden genannten Faktoren wirken alle gleichzeitig auf die Tiere. Unter diesem Stress brechen sie immer öfter zusammen.

Die meisten Gefahren für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten sind menschengemacht. Wenn wir das große Insektensterben noch aufhalten wollen, müssen wir weg von der industriellen Landwirtschaft mit ihren monotonen Agrarwüsten und dem großflächigen Einsatz von giftigen Chemikalien.

Sieben Gründe für das Insektensterben

1. Insektizide. In der konventionellen Landwirtschaft, im konventionellen Obst- und Gemüsebau und in vielen Haus- und Kleingärten werden Insektenvernichtungsmittel (Insektizide) eingesetzt, um Schädlinge zu töten. Doch die Mittel treffen nicht nur die Schädlinge, sondern auch alle anderen Insekten. Besonders problematisch sind systemische Insektizide, die sich in allen Teilen der Pflanzen verteilen und so auch Bestäuber treffen, die Pollen, Nektar oder Guttationstropfen (Wasser, das Pflanzen ausscheiden) sammeln.

2. Der Cocktaileffekt. Insekten nehmen aus der Luft, dem Wasser und den Pflanzen unzählige Gifte auf, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Dazu kommen Schadstoffe aus anderen Sektoren, wie zum Beispiel Abgase aus dem Verkehr. Dieser Chemikaliencocktail kann sehr viel gravierendere Wirkungen haben als einzelne Stoffe für sich alleine. In der Zulassung und Bewertung von Chemikalien durch staatliche Behörden spielt der Cocktaileffekt leider kaum eine Rolle. Besonders betroffen sind Insekten, die im Wasser leben oder einen Teil ihres Lebens, zum Beispiel als Larve, auf Gewässer angewiesen sind.

3. Monotone Agrarlandschaften. Im konventionellen Getreide- und Maisanbau blüht nichts. Auch in auf höchste Erträge angelegtem, häufig gemähtem Grünland gibt es kaum mehr Blühpflanzen, die Bestäubern Nektar und Pollen liefern. Doch es geht nicht nur um Blüten: Viele Schmetterlingsarten sind zum Beispiel auf bestimmte Futterpflanzen für ihre Raupen angewiesen. Und viele Hummelarten sind auf verlassenen Höhlen kleiner Säugetiere angewiesen, in denen sie ihre Nester anlegen. In ausgeräumten, monotonen Agrarlandschaften finden Insekten keine Nahrung, keinen Unterschlupf und keine Nistplätze.

4. Der Flächenfraß. Neben die Intensivierung der Landwirtschaft ist die Ausbreitung von Siedlungs-, Industrie- und Verkehrsflächen ein entscheidender Grund für die Zerstörung von Lebensräumen für Insekten und die Pflanzen, auf die sie angewiesen sind. Europaweit werden pro Tag 320 Hektar natürlicher oder landwirtschaftlich genutzter Flächen zubetoniert.

5. Die Zerschneidung von Lebensräumen. Nicht nur die Zerstörung von Lebensräumen, auch ihre Zerschneidung kann fatale Folgen haben. Denn die Artenvielfalt funktioniert als Netz und nicht punktuell. Trennt eine Autobahn oder eine Agrarwüste zwei Populationen einer Art voneinander, verkleinert sich der Genpool, was unter anderem zu einer sinkenden Anpassungsfähigkeit führt.

6. Der Klimawandel. Die Erderwärmung führt unter anderem dazu, dass viele Blühpflanzen, wie zum Beispiel der Löwenzahn, heute früher blühen als noch vor wenigen Jahrzehnten. Der Klimawandel bringt so den Rhythmus von Insekten und Pflanzen durcheinander. Milde Winter und lange Trockenheitsphasen im Frühjahr und Sommer stressen die Insekten zusätzlich.

7. Lichtverschmutzung. Insbesondere nachtaktive Insekten sind stark von Lichtverschmutzung betroffen. Licht stört ihre Orientierung, steigert ihren Energieverbrauch und senkt den Fortpflanzungserfolg. Auch der Rhythmus der Jahreszeiten wird gestört. Insekten, die von Lichtquellen angezogen werden, werden dort ein leichtes Opfer von Fressfeinden wie Fledermäusen oder sie sterben an Erschöpfung. Unnötiges Licht ist deshalb nicht nur Energieverschwendung, sondern auch ein Stück Umweltverschmutzung, das zum Verlust von Insekten und Vögeln beiträgt.

Sonderfall Honigbiene

Die Honigbiene ist als Nutztier ein Sonderfall. Die oben genannten ökologischen Probleme, Insektengifte, ein Mangel an Blühpflanzen und der Klimawandel machen auch ihnen zu schaffen. Doch weil sich Menschen um sie kümmern, werden sie davon nicht aussterben. Doch sie haben auch besondere Probleme:

So ist ein Grund für die Probleme bei Honigbienen die Überzüchtung. Um gegen den Umweltstress und die Varroamilbe zu bestehen, bräuchte es widerstands- und anpassungsfähige Bienen. Doch die Bienenzucht war über Jahrzehnte hauptsächlich auf Bienen ausgerichtet, die viel Honig produzieren und sich einfach halten lassen. Diesen friedlichen und fleissigen Bienen fehlt nun die Widerstandskraft.

Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist eine nur 1-2mm große Milbe, die Bienenstöcke befällt, den erwachsenen Arbeiterinnen Blut absaugt und ihre Eier in die Brut der Bienen legt. Der Parasit kommt ursprünglich aus Asien. Während die asiatischen Honigbienen (Apis cerana) die Milben aushalten, ist die in Europa, Afrika und den Amerikas verbreitete Apis mellifera sehr anfällig. Die Varroamilbe wurde erst in den späten 1960er Jahren nach Osteuropa eingeschleppt und ist inzwischen fast auf der ganzen Welt verbreitet. Dazu kommt, dass manche konventionelle ImkerInnen zur Bekämpfung der Varroamilbe Chemikalien einsetzen, die auch die Bienen schwächen.

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