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Übernutzung als Normalfall

Milchviehhaltung

Immer mehr, mehr, mehr...
Kuh, Transporter, Käfig

Die meisten Kühe fristen ihr Leben ganzjährig im Stall.
© Richard Schramm / Fotolia

Die Milchviehhaltung hat einen viel besseren Ruf als die Schweine- oder Geflügelmast. Sie ist bäuerlicher strukturiert und nutzt das Grünland, das aus ökologischen Gründen erhaltenswert ist. Doch das Bild vom kleinen Bauernhof mit Kühen auf der Weide ist auch hier nicht der Normalfall. Selbst in Bayern, wo die Milchwirtschaft noch oft in kleineren Betrieben stattfindet, haben nur 16% der Kühe Weidegang – der Rest ist das ganze Jahr im Stall.

Besonders aber eine Zahl steht für die Probleme in der Milchviehhaltung: Die durchschnittliche Kuh gibt in Deutschland nur knapp über zwei Jahre Milch. Rechnet man die Zeit bis zum ersten Kalb dazu, ergibt das eine Lebensdauer von unter fünf Jahren. Dabei kann eine Kuh bis zu 20 Jahre alt werden und auch im Stall ohne Probleme zwölf Jahre oder mehr Milch geben. Der große Unterschied zwischen der Lebenserwartung der Kühe und der durchschnittlichen Nutzungsdauer entsteht, weil die meisten Milchkühe nur unter dem Aspekt gehalten und gezüchtet werden, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Milch zu geben.

Einseitige Zucht und Fütterung auf Milchleistung, die intensive Nutzung, ein zu hoher Kraftfutteranteil und die Haltungsbedingungen führen dazu, dass die Kühe oft krank werden, gesundheitlich instabil sind und Probleme mit der Fruchtbarkeit, den Klauen oder dem Euter bekommen. Da sie so nicht lange ausreichend Leistung bringen, werden sie aus der Herde aussortiert und zum Schlachthof gebracht.

Dezember 2015
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