Facebook .
Twitter .
Menü
Home  trenner  Themen  trenner  Landwirtschaft  trenner  Patente auf Leben  trenner  Auswirkungen
Patente auf Leben

Auswirkungen

Kontrolle der Welternährung
Auf mich gibts kein Patent

© Christof Stache

Mithilfe von Patenten auf Pflanzen und Tiere ist es den Agrarkonzernen möglich, die gesamten Lebensmittelkette zu kontrollieren. Sie bemächtigen sich der züchterischen Arbeit, die LandwirtInnen auf der ganzen Welt seit Jahrtausenden leisten. So geraten die LandwirtInnen in zunehmende Abhängigkeit einiger weniger Agrarkonzerne die bestimmen können was, wo und wieviel auf den Äckern wächst, welche Tiere in den Ställen und auf den Weiden stehen und welche Lebensmittel in den Läden verkauft werden.

Mit der Fusion von Bayer und Monsanto Anfang 2018 erreichte der Konzentrationsprozess auf dem Saatgutmarkt einen weiteren Höhenpunkt. Die vier Megakonzerne Bayer/Monsanto, DuPont/Dow, ChemChina/Syngenta und BASF haben nun 70 Prozent des weltweiten Saatgutmarktes unter Kontrolle und besitzen 40 Prozent der in der EU erteilten Patenten auf Pflanzen. Angesichts dieser Marktmacht stehen die verbliebenen kleinen und mittelständischen Saatgutunternehmen unter extremen Druck. Patente verschärfen diese Situation, da sie eine große Rechtsunsicherheit für europäische ZüchterInnen schaffen. Hohe Kosten für Patentstreitverfahren und mögliche daraus resultierende Strafzahlungen können diese Unternehmen innerhalb kürzester Zeit in den Ruin treiben.

Verlust der Artenvielfalt

Bis 1900 entstanden weltweit 5000 Arten von Nutzpflanzen mit zwei Millionen verschiedenen Sorten, die jeweils an lokale Boden- und Klimabedingungen angepasst waren. Diese enorme Vielfalt ist das Ergebnis Jahrtausende andauernder Züchtungsarbeit von zahllosen Generationen von Bäuerinnen und Bauern. Sie stellt ein öffentliches und kulturelles Gut dar, auf dem unsere gesamte Ernährung basiert. Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft erfolgte eine schrittweise Regulierung, Kommerzialisierung und Privatisierung des Saatgutmarktes, der mittlerweile Milliardengewinne generiert. Längst haben die großen Agrarkonzerne die Bedeutung und den Wert von Nutzpflanzen und deren Saatgut erkannt und sichern sich mit Hilfe von Patenten Eigentumsrechte.

Mit dem Verschwinden einer lebendigen, vielfältigen Züchtungsbranche, schrumpft auch die Vielfalt an Pflanzensorten. Denn die Saatgutkonzerne entwickeln keine lokalen, den natürlichen Bedingungen angepasste Sorten, sondern wenige globale Supersorten. Dabei liegt der Fokus auf lukrative Pflanzenarten, wie Weizen, Reis und Mais, die einen möglichst großen Absatzmarkt bedienen. Laut Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist die Nutzpflanzenvielfalt seit Anfang des 20. Jahrhunderts um etwa 75 Prozent zurückgegangen. Außerdem wird über die Hälfte der weltweit erzeugten Nahrungsmittelenergie aus nur drei Pflanzenarten, Reis, Mais und Weizen, gewonnen. Die Patentierung von Pflanzensorten beschleunigt diesen alarmierenden Trend. Denn die züchterische Weiterentwicklung einer Sorte und deren Anpassung an lokale Umweltbedingungen ist nur dem Patentinhaber gestattet. Doch eine Vielfalt an lokalen Pflanzensorten ist für die Nahrungssicherheit und die Bekämpfung von Hunger unverzichtbar. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel, der zu mehr extremen Wetterereignissen und damit zu einem höheren Risiko von Ernteausfällen führt, ist Vielfalt statt Monokulturen auf den Äckern umso wichtiger.

Infomaterial
1 / n

Pestizide

Welche Gefahren von Pestiziden für Mensch und Umwelt ausgehen, erfahren Sie in diesem Flyer.

Download (PDF, 318 kB)

Flyer bestellen

Ackergifte? Nein Danke!

Die Aufkleber zur Kampagne für eine giftfreie Landwirtschaft.

Download (PDF, 46 kB)

Aufkleber bestellen

Glyphosat

Das meistbenutzte Pestizid der Welt

Download (PDF, 351 kB)

Flyer bestellen

Ackergifte? Bei Euch piept's wohl!

Aufkleber gegen Artenschwund durch Pestizide.

Download (PDF, 629 kB)

Aufkleber bestellen

Naturnahe Gärten

Wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Download (PDF, 1.7 MB)

Faltblatt bestellen

Stummer Frühling

Wie wir das Bienensterben verhindern können.

Download (PDF, 336 kB)

Unterstützen Sie uns!