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Kurz berichtet

Atommüll-Zwischenlager Mitterteich

Annähernd jedem sind die Schlagworte "Gorleben" oder "Ahaus" ein Begriff. Jeder weiß, dass dort jeweils ein Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll steht. Die Atommülltransporte dorthin - bisher drei - wurden begleitet von einem riesigen Medienwirbel und dem Interesse einer breiten Öffentlichkeit. Viele Tausend Leute solidarisierten sich mit den Wendländern in Gorleben oder den Atomkraftgegnern in Ahaus und versuchten, auf friedliche Art und Weise den gefährlichen und strahlenden, so genannten Castor-Transport zu verhindern bzw. zu blockieren.

Wer aber meint, dies seien bisher die einzigen Transporte mit atomaren Abfällen gewesen und Bayern sei davon sowieso nicht betroffen, der täuscht sich.

Zwar gibt es in Bayern tatsächlich kein Zwischenlager für hochradioaktiven Müll - obwohl ein baugleiches, bisher ungenutztes Lager wie in Ahaus oder Gorleben noch am ehemaligen WAA Standort Wackersdorf steht.

Oft vergessen, weil so gut wie nicht bekannt, wird jedoch das Zwischenlager in Mitterteich.

Mitterteich liegt im Landkreis Tirschenreuth (Oberpfalz) in einem Tal, umgeben von Fichtelgebirge, Steinwald und Oberpfälzer Wald. Die rund 7500 Einwohner zählende Stadt ist Industriestandort und für Glas- und Porzellanprodukte bekannt. Die Region gilt als beliebter Ferienort.

Diesem Lager nun, welches seit 1985 in Betrieb ist, obliegt die Zwischenlagerung der in Bayern anfallenden schwach- und mittelradioaktiven Abfälle. Es besteht im Wesentlichen aus zwei Hallen. In der einen lagern radioaktive Abfälle aus Medizin, Forschung (z.B. Forschungsreaktor Garching) und Industrie, genannt Landessammelstelle Bayern (LBA). Sie verfügt über eine genehmigte Lagerkapazität von 10.000 Abfallbehältern (200 und 400 Liter Fässer). Nachdem 1191 Stück 200 Liter Fässer in das so genannte Endlager Morsleben transportiert wurden, lagerten in Mitterteich Ende 1997 noch etwa 800 Fässer. Der derzeitige Bestand beträgt nach Angaben der Betreiber etwa 1100 Gebinde (Stand 8/2000).

Die andere Halle dient als Sammelstelle für leicht- und mittelradioaktive Abfälle aus bayerischen Elektrizitätsversorgungsunternehmen, d.h. AKWs (EVU - Lagerhalle). Sie verfügt über eine genehmigte Lagerkapazität von 40.000 Abfallbehältern (200 und 400 Liter Fässer). Der Lagerbestand betrug, nach Angaben der Betreiber, 1997 ca. 2500 Fässer, nachdem, auch von hier, 1140 Stück 200 Liter Fässer nach Morsleben ausgelagert wurden. Momentan sind, ebenfalls nach Angaben der Betreiber, ungefähr 5100 Gebinde dort untergebracht (Stand 8/2000).

Ferner dient Mitterteich als Annahmestelle für schwach- und mittelradioaktiven Müll in Nordbayern. In der Annahmestelle Süd in Neuherberg bei München werden vor allem die in den Krankenhäusern anfallenden schwach- und mittelradioaktiven Abfälle gesammelt, nach einer kurzen Zwischenlagerung in Fässer verpackt und etwa monatlich in geschlossenen Transporten zur Landessammelstelle Mitterteich gebracht.

1996 wurden aus dem AKW Grafenrheinfeld 14 Gussbehälter mit zerkleinerten Kernbauteilchen in Mitterteich eingelagert.

Castor-Transport

© By KaiMartin / Wikimedia Commons

All diese Transporte finden auf öffentlichen Bundesstraßen statt oder werden im Falle der Sekundärabfälle aus bayerischen Atomkraftwerken mit dem Zug befördert. Wie viele Transporte das Lager im Jahr verlassen bzw. wie viele dort eintreffen, konnten die Betreiber des Zwischenlagers dem Umweltinstitut München e.V. nicht genau beziffern. Allerdings lässt es sich abschätzen, dass im Schnitt wohl mindestens wöchentlich ein Transport von schwach- und mittelaktiven Abfällen im Zusammenhang mit Mitterteich stattfindet.

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