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Radioaktivität

Atomunfall in Fukushima

Am 11. März 2011 wurde Japan erschüttert von einem heftigen Erdbeben mit Tsunami.
Gelände des Reaktors in Fukushima

Dadurch kam es 25 Jahre nach Tschernobyl in mindestens drei Reaktoren des Atom-Komplexes Fukushima zur Kernschmelze. Von da ab standen unsere Telefone nicht mehr still, insbesondere unsere Messergebnisse von Regenwasser-, Staubwischproben und unserer Außenluftüberwachung waren stark nachgefragt. Es hat sich einmal mehr bestätigt, dass die Menschen in offizielle Verlautbarungen kein Vertrauen haben und unabhängige Informationen wollen.

Messungen

Nachdem bekannt wurde, dass ein Teil der radioaktiven Wolke von Fukushima in Europa angekommen war, bestätigten unsere gammaspektroskopischen Messungen, dass Spuren davon auch München erreicht hatten: In Regenwasserproben konnten wir ab dem 26. März über ein paar Tage eine Belastung von maximal 0,8 Bq/l Jod-131 nachweisen. Zum Vergleich: In den ersten Maitagen nach der Tschernobyl-Katastrophe wurden in Münchner Regenwasser Konzentrationen von mehr als 5000 Bq/l gemessen. Diesmal gaben die Werte keinen Anlass, Vorsorgemaßnahmen wie z.B. die Einnahme von hochdosierten Jodtabletten zu ergreifen.

April, 2011: Grenzwerte für Lebensmittel aus Japan

© Klaus Steves / pixelio

Über Nacht hatte die EU-Kommission im April eine Schubladen-Verordnung für den nuklearen Katastrophenfall in Kraft gesetzt: Ohne Not wurden neue und viel zu hohe Grenzwerte für die Einfuhr japanischer Lebensmittel festgesetzt. In einer gemeinsamen Aktion mit der Organisation Foodwatch hatten wir dies öffentlich gemacht und dagegen protestiert, mit Erfolg: Die hohen Grenzwerte wurden deutlich abgesenkt und an die japanischen Werte angeglichen.

April, 2012: Grenzwerte weiter gesenkt

Ein Jahr nach der Fukushima-Katastrophe senkt Japan die Grenzwerte für Radioaktivität in Lebens- und Futtermitteln. Auch die EU hat nachgezogen und die Höchstwerte für den Import japanischer Nahrungsmittel entsprechend angeglichen. Die neuen Grenzwerte sind deutlich niedriger als die so genannten Tschernobyl-Grenzwerte, die EU-weit für Lebensmittel - außer den japanischen Importen - noch heute gelten. Selbst die japanischen Tiere sind nun besser geschützt als wir EuropäerInnen!

Messergebnisse

Unsere Homepage war so stark nachgefragt wie nie zuvor, vor allem unsere Messergebnisse und die eilig erstellten "Fragen und Antworten" speziell zu Japan verzeichneten Besucherrekorde.

Interviews

Das Medieninteresse war enorm, Rundfunk- und Fernsehteams gaben sich die Klinke in die Hand. Teilweise waren zwei Fernsehteams gleichzeitig im Haus. Beinahe täglich gaben wir während dieser Zeit Interviews, sowohl zu 25 Jahre Tschernobyl als auch zu Fukushima. ARD, ZDF, BR, NDR, WDR, NTV, und auch das japanische Fernsehen war an unseren Meinungen interessiert. Auch zahllosen Printmedien gaben wir Interviews.

Der Betreiber von Fukushima, die Tokyo Electric Power Company (TEPCO), war schon lange für seine Schlampereien und Vertuschungen bekannt. Für sein katastrophales Krisenmanagement nach der Katastrophe bekam TEPCO den "Internationalen ethecon Black Planet Award 2011" von der Stiftung Ethik & Ökonomie verliehen. Zurecht, wie wir finden! Das Umweltinstitut München war eingeladen, ein Grußwort für Tepco und seinen Schmähpreis zu schreiben.

Kooperation mit japanischen Anti-Atom-Initiativen

Im August besuchten uns Vertreter der "Citizens´ Radioactivity Measurement Station (CRMS) - Fukushima Information Center for Saving Children from Radiation", eine japanische NGO, die sich auf die Messung von Radioaktivität spezialisiert hat. Zuvor hatten sie bereits weitere Anti-Atom-Gruppen und Strahlenexperten in Frankreich und Deutschland kontaktiert, um sich über Messgeräte für Radioaktivität zu erkundigen.

Bei uns galt ihr Interesse vor allem dem Gammaspektrometer, da sie planen, in der Region Fukushima insgesamt zehn unabhängige Messstellen einzurichten. Außerdem waren sie sehr interessiert an der Entstehungsgeschichte des Umweltinstituts und unseren Erfahrungen im Umgang mit den Behörden einerseits und den verunsicherten Menschen andererseits direkt nach Tschernobyl.

Mahnwachen und Demos
Demo

Traurig ist, dass es erst einer weiteren Katastrophe bedurfte, dass Deutschland seine gerade beschlossene Laufzeitverlängerung für die Atomreaktoren zurücknahm und auf einen Schlag acht von 17 AKWs dauerhaft vom Netz genommen hat. Viele Mahnwachen und zwei große Demonstrationen allein in München konnten dazu beitragen, dass der Atomausstieg in Deutschland ein zweites Mal besiegelt wurde - diesmal von allen Parteien. Allerdings könnte und sollte die Abschaltung der verbleibenden Meiler deutlich schneller vorgenommen werden als geplant.

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Japan
Aktuelle Messergebnisse

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