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Internationale Atompolitik

Kühltürme

© boscorelli / Fotolia.de

Nachdem die USA 1945 der Weltöffentlichkeit die zerstörerische Kraft von Atombomben in Hiroshima und Nagasaki vorgeführt hat, war US-Präsident Eisenhower bemüht, die Atomkraft in ein besseres Licht zu rücken. Mit "Atoms for Peace" startete er 1953 ein Programm, mit dem die ganze Welt Zugriff auf die zivile Atomkraft bekommen sollte.  

Wenige Jahre später, im Juli 1957, wurde die Internationale Atomenergie Organisation (IAEO) unter dem Dach der Vereinten Nationen gegründet, mit Sitz in Wien. Satzungsgemäß soll sie "den Beitrag der Kernenergie zu Frieden, Gesundheit und Wohlstand weltweit beschleunigen und vergrößern" und soll eine militärische Nutzung durch Überwachungsmaßnahmen verhindern. Welche Macht die IAEO hat, bezeugt ein Abkommen mit der Weltgesundheitsorganisation WHO aus dem gleichen Jahr, in dem der IAEO ein Vetorecht bei sämtlichen Äußerungen der WHO in Bezug auf gesundheitliche Fragen zu Radioaktivität und Atomkraft zugebilligt wurde. Ihrer eigentlichen Pflicht, nämlich der Aufklärung und Warnung vor den gesundheitlichen Gefahren der Radioaktivität, darf die WHO seitdem nicht nachkommen.

Ebenfalls in 1957 haben die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Italiens und der Benelux-Staaten die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM) gegründet. Mit dem gleichen Ziel: die Entwicklung der zivilen Atomenergienutzung in Europa zu fördern.  

Die europäischen Staaten ziehen allerdings längst nicht mehr an einem Strang, der EURATOM-Vertrag gehört dringend abgeschafft. Deutschland hat den Atomausstieg beschlossen, viele europäische Länder wie z.B. Österreich, Italien, Dänemark, Griechenland, Irland und Portugal haben auf diese Art der Energieerzeugung ganz verzichtet. Lediglich Frankreich, Großbritannien, Finnland und eine Reihe neu in die EU gekommener osteuropäischer Staaten wollen an der Atomkraft festhalten – trotz Tschernobyl, Fukushima und der Kenntnis, dass sich Neubauten von Atomkraftwerken wirtschaftlich nicht rechnen.

AKW

© Jean-marc Richard / Fotolia.de

Deshalb fordern derzeit Länder wie Großbritannien, Polen oder Tschechien von der EU, dass Subventionen für die Atomkraft künftig genehmigt werden. Die Atom-Lobby kämpft dafür, dass diese Möglichkeit in die neuen Beihilfe-Richtlinien der EU aufgenommen wird. Denn ohne Förderung wird sich kein Investor für neue AKWs finden.  

Weltweit haben 35 Länder in Atomkraft investiert. Die IAEO zählt 435 Reaktoren in  Betrieb (Stand: März 2014), die meisten Neubauten sind im asiatischen Raum. In der Gesamtzahl sind aber alle 48 japanischen AKW enthalten, obwohl sie nach der Fukushima-Katastrophe abgeschaltet wurden und bis heute nicht wieder in Betrieb gegangen sind.  

Beim Ausbau dieser Risikotechnologie blieben Reaktorkatastrophen nicht aus, die bekanntesten sind Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima, wobei eine Vielzahl nicht ganz so spektakulärer Unfälle noch hinzu kommt. Auch Fehlschläge blieben nicht aus. Es gibt mehr als hundert Reaktorruinen und andere zivile Nuklearprojekte, die nie oder nur kurze Zeit in Betrieb waren, wie z.B. Wiederaufarbeitungsanlagen, Schnelle Brüter oder Atommüll-Lager. Der volkswirtschaftliche Schaden ist immens. Die Atomkraft ist die größte Fehlinvestition aller Zeiten.  

Statt die Atomkraft weiter zu fördern müssen die Weichen für die Energiewende gestellt und die erneuerbaren Energien ausgebaut werden. Der Atomausstieg muss weltweit stattfinden!

Infomaterial
1 / n

Strahlende Zukunft?
Schrottmeiler, Neubauprojekte und Subventionen: Ein Überblick über die Atomkraft in Europa

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AKW - Kein Klimaretter
Ein Festhalten an der Atomkraft beschleunigt die Klimakatastrophe nur, anstatt sie aufzuhalten.

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Hand in Hand -
Die zivile Atomstromproduktion liefert wichtige Elemente für den Waffenbau.

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In Wahrheit ist alles gelogen.
Die Lügen der Atomlobby -
Lügen und Tatsachen auf einen Blick!

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Krebs durch AKW
Das Krebs- und Leukämierisiko nimmt mit der Nähe zu Atomkraftwerken signifikant zu.

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Giftige Geschäfte fürs AKW
Wer die Atomkraft als „saubere Energieerzeugung“ anpreist, blendet den Pfad von Uranabbau bis hin zur Endlagerung des Atommülls aus.

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Der atomare Müllberg
Nirgendwo auf der Welt gibt es ein betriebsbereites Endlager für hochradioaktive Abfälle.

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