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Klimaretter Atomkraft?

Hintergrundinformationen

Die Frage ist heute nicht mehr, ob es tatsächlich einen Klimawandel gibt.

Er hat uns bereits eingeholt. Auch dass er vom Menschen verursacht ist, gilt als gesicherte Erkenntnis. Dass die Erde bewohnbar ist, verdanken wir natürlichen Spurengasen in der Atmosphäre wie CO2 und Methan, die für ein konstantes Niveau der Temperatur sorgen. Sie verhindern die Wärmerückstrahlung von der Erdoberfläche in das All soweit, dass statt eisiger Kälte eine durchschnittliche Temperatur von 15° C herrscht. Dieses Gleichgewicht hat sich nun verschoben. Auf der Erde wird es immer wärmer.

Ursache dafür ist ein Anstieg der Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre, u.a. durch die Verbrennung der fossilen Energieträger Öl, Kohle und Gas, bei der Kohlendioxid (CO2) freigesetzt wird. Vor allem unser hoher Energiebedarf seit Beginn der Industrialisierung hat zur Verstärkung dieses Treibhauseffekts beigetragen. Folge des Effekts: Die Durchschnittstemperaturen auf der Erdoberfläche steigen, begleitet von extremen Wetterverhältnissen wie Wirbelstürmen, Hochwasser und Dürreperioden.

Die Frage lautet deshalb: Was müssen und können wir unternehmen, um die schlimmsten Auswirkungen rechtzeitig abzuwehren.

Nach der Katastrophe in Fukushima, dem zweiten herben Dämpfer für die Atomenergie nach Tschernobyl, ist die Atomlobby schwer bemüht, nuklear erzeugten Strom als Klimaretter anzupreisen.

Die Behauptung, Atomenergie rette das Klima ...

Atomkraftwerke (AKW) haben den scheinbaren Vorteil, dass sie Strom erzeugen und dabei kein CO2 emittieren. Ganz CO2-frei - wie oft beteuert wird - ist aber auch die Atomenergie nicht zu haben: Uranabbau, Urananreicherung, Transporte, Atommüll-Konditionierung, Lagerung von Atommüll und Bau bzw. Rückbau von Atomanlagen verursachen sehr wohl CO2-Emissionen. Dabei liefern die besonders energieaufwändigen Schritte Uranabbau und -anreicherung den Hauptanteil am CO2-Ausstoß. Eine 2007 veröffentlichte Studie des Ökoinstituts Darmstadt kommt zu dem Schluss, dass Atomstrom mehr Emissionen verursacht als Strom aus erneuerbaren Energien. /1/

... entbehrt jeglicher Grundlage, denn:
Versorgungssicherheit nicht gewährleistet: Uran wird knapp

Während die Erneuerbaren Energien unerschöpflich sind, ist Uran ebenso wie die fossilen Brennstoffe endlich und geht eher früher als später zuneige. Eine aktuelle Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich sagt den "peak uran" für 2015 voraus. Die restliche Menge würde demnach noch etwa 20 Jahre ausreichen, um die existierenden und geplanten AKW zu betreiben. Neue Uranminen zu erschließen, würde aber nicht nur beachtliche Investitionen, sondern auch viel Zeit erfordern. Außerdem liegt nur ein kleiner Teil aller Uranvorräte in so genannten Reicherz-Lagerstätten. Daher müsste sich der Abbau zunehmend auf Armerzvorräte verlagern, mit einem Urananteil von weniger als 0,1 Prozent.

Die weltweite Bergwerksförderung kann schon heute den Uranverbrauch nicht decken. Die Lücke wird aus früher angelegten Lagerbeständen geschlossen, zunehmend auch aus militärischen, besonders aus Russland und den USA.

Die Uranvorräte sind nicht gleichmäßig über den Globus verteilt. Wenige Länder halten den Hauptanteil an der Bergwerksförderung. In 2011 förderte Kasachstan mit Abstand die größten Mengen Uran, Kanada, Australien, Niger, Namibia, Usbekistan, Russland, USA und China folgten. Hauptabnehmer waren die USA, gefolgt von Frankreich, Russland, China und Südkorea, bis zur Fukushima-Katastrophe auch Japan, inzwischen vermehrt auch Indien. Vor allem die Großverbraucher USA, Frankreich, Großbritannien und Deutschland haben nur eine beschränkte Eigenförderung oder sind gänzlich auf Importe angewiesen. Die Abhängigkeit aus dem Ausland besteht z.B. für Deutschland zu 100 Prozent.

Atomenergie ist verzichtbar
Neues Atom-Warnzeichen der IAEA

Neues Atom-Warnzeichen der IAEA: Ob´s denn auch von der Nachwelt verstanden wird, bleibt offen.

Zur Eindämmung der Treibhausgase brauchen wir keine Atomenergie. Die Einsparpotenziale im Energiesektor sind enorm, wir müssen sie nur umsetzen. Der geringe Anteil des Atomstroms am Endenergieverbrauch kann durch Effizienz bei Energieerzeugung und -verbrauch ersetzt werden. Der Anteil der effizienten Kraft-Wärme-Kopplung an der Stromerzeugung muss deutlich erhöht werden. Der Energieverbrauch im Verkehr und in Gebäuden muss drastisch reduziert und die erneuerbaren Energien müssen weiter ausgebaut werden. Allerdings haben wir keine Zeit zu verlieren: Die Energiewende muss zügig umgesetzt werden, nicht nur deutschlandweit, sondern weltweit. Nur dann können wir den fortschreitenden Klimawandel eindämmen.

Selbst ein unrealistisch starker Ausbau der Atomkraft mit all seinen Risiken könnte weltweit nur marginal zur CO2-Einsparung beitragen. Außerdem käme die vermeintliche Rettung, der gewünschte positive Klimaeffekt, viel zu spät. Mit dem Festhalten an der Atomenergie würden wir nur wertvolle Zeit und Finanzkraft für nachhaltig sinnvolle Maßnahmen vergeuden. Die dringend notwendige Umstrukturierung der Energieversorgung wäre blockiert. Der angebliche Klimaretter Atomkraft würde uns schließlich endgültig in die Klimakatastrophe führen.

Stand: Aug 2013
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AKW - Kein Klimaretter
Argumente, warum Atomkraft die globale Erwärmung nicht aufhalten kann, erfahren Sie in unserem Themenfaltblatt.

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