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Radioaktivitätsmessungen

Radioaktivität in der Außenluft

Außenluftmessungen am Umweltinstitut München

Seit der Atomkatastrophe in Tschernobyl überwacht das Umweltinstitut München e.V. als unabhängige Messstelle rund um die Uhr die Radioaktivität in der Münchner Außenluft. Wir stellen die Außenluftwerte einmal pro Werktag ins Netz. Sollte sich eine neue Gefährdungssituation ergeben, werden wir die Grafik mehrmals täglich aktualisieren und unverzüglich über unseren Newsletter informieren.

++ Krieg in der Ukraine: Beurteilung der radiologischen Situation in München ++

Im Ukraine-Krieg geht weiterhin eine Gefahr von nuklearen Anlagen aus. Nicht nur direkte Beschädigung, sondern auch der Ausfall technischer Systeme, die Überarbeitung des Personals, sowie Druckausübung durch russisches Militär sind gefährlich.

Es sind bereits mehrere nukleare Anlagen von Kampfhandlungen betroffen. Berichten zufolge hat sich Folgendes ereignet:

  • 26.4. Russische Raketen fliegen nach angaben des ukrainischen Betreibers in niedriger Höhe über das AKW Saporischschja.
  • 1.4. Tschernobyl ist nach Abzug russischer Truppen wieder unter Ukrainischer Kontrolle. Unbestätigten Berichten zufolge sollen russische Soldaten in Tschernobyl radioaktiv verstrahlt worden sein.
  • 28.3. Diebstahl von radioaktivem Material aus Laboren in Tschernobyl
  • 26.3. Forschungsreaktor in Lwiw unter Beschuss.
  • 22.3. In der Tschernobyl-Sperrzone sind Brände ausgebrochen, laut urkainischen Angaben ausgelöst durch Beschuss.
  • 21.3. Schichtwechsel in der Atomruine in Tschernobyl.
  • 16.3. Die Stromversorgung in Tschernobyl wurde Berichten zufolge zwischenzeitlich wiederhergestellt. Radioaktivitäts-Messwerte liegen uns nicht vor.
  • 13.3. Russische Ingenieure inspizieren das AKW Saporischschja.
  • 9.3. Stromausfall in Tschernobyl. Die IAEA meldet den Verlust zu den Überwachungssystemen. Das Personal arbeitet seit fast 2 Wochen durch und bekommt nicht genug zu Essen.
  • 7.3. Nach Berichten ist ein Gebäude am Reaktorblock 1 des AKW Saporischschja beschädigt.
  • 6.3. Ein Brennelementelager im AKW Saporischschja soll mit Artillerie beschossen worden sein. Atommüllbehälter lagern dort auch unter freiem Himmel.
  • 6.3. Russische Truppen marschieren in Richtung des AKW Juschnoukrajinsk
  • 4.3. Nach russischem Beschuss ist im AKW Saporischschja ein Feuer in einem Trainingsgebäude ausgebrochen. Das Feuer soll am Vormittag gelöscht worden sein. Nach Angaben der ukrainischen Atombehörde ist das AKW nun unter Kontrolle des russischen Militäts, werde aber weiterhin vom ukrainischen Personal betrieben. Es gibt keinen Hinweis auf erhöhte Strahlenwerte.
  • 3.3. Zivilist:innen aus der Stadt haben die Zufahrtsstraße zum AKW Saporischschja blockiert, um das russische Militär fernzuhalten.
  • 2.3. Nach eigenen Angaben haben russische Truppen das Gebiet um das Atomkraftwerk Saporischschja eingenommen. Mit sechs Reaktorblöcken ist Saporischschja das größte Atomkraftwerk Europas. Selbst die internationale Atomenergiebehörde warnt vor einem „ernsten Risiko“.
  • 27.2. In Charkiw soll ein Atommüllager getroffen worden sein, das Ausmaß der Schäden ist unklar.
  • 26.2. Ein Atommüllager in Kiew soll von Granaten getroffen worden sein. Informationen über erhöhte Strahlung liegen uns nicht vor.
  • 24.2. Russische Truppen sind in die Gegend um die Reaktorruine von Tschernobyl einmarschiert. Dabei soll einer anonymen Quelle zufolge ein Brennelementelager beschädigt worden sein. Von ukrainischen Behörden gemessene erhöhte Radioaktivität soll aber von durch Truppenbewegungen aufgewirbeltem Staub herrühren.

Insgesamt sind 15 Reaktorblöcke in der Ukraine aktiv, von denen auch nach Sofortabschaltung eine große Gefahr ausgeht. Wenn das Kühlsystem beschädigt wird und versagt, kann es zur Kernschmelze kommen und der Freisetzung großer Mengen von Radioaltivität kommen.

Aus dem Kriegsgebiet können Informationen nur spärlich zu uns gelangen. Wir messen daher kontinuierlich die Radioaktivität in der Münchner Außenluft und veröffentlichen die Ergebnisse. Doch selbst wenn sich eine Nuklearkatastrophe in der Ukraine ereignen sollte, erwarten wir nicht sofort erhöhte Messwerte. Denn die Ausbreitung der Radioaktivität hängt von der Wetterlage ab. Bei direktem Ostwind aus der Ukraine braucht eine radioaktive Wolke 1-3 Tage bis nach Deutschland.

Messwerte der letzten 14 Tage
Messwerte der letzten Monate

Blättern Sie durch die Messwerte der letzten  Monate.

Interpretation der Messwerte

Die äußere Strahlung liegt in Deutschland - je nach Ort - zwischen 0,05 und 0,2 Mikrosievert pro Stunde (μSv/h), in München finden wir Werte um 0,1μSv/h vor. Dieser Wert unterliegt kurzzeitigen und jahreszeitlichen Schwankungen. Einzelne temporäre Peaks haben in der Regel einen natürlichen oder messtechnisch bedingten Ursprung. Regen beispielsweise kann Zerfallsprodukte des Radons aus der Atmosphäre auswaschen und damit die Ortsdosisleistung erhöhen. Wir zeigen daher die Niederschlagswerte des Deutschen Wetterdienstes mit an, auch wenn derzeit kaum Korrelationen sichtbar sind. Stark erhöhte Messwerte werden von uns hinsichtlich ihrer Ursache und Plausibilität überprüft. Nur wenn diese Überprüfung die hohen Werte bestätigt, gehen wir von einer zusätzlichen Strahlung aus.

Live Wetterdaten

Aktuell herrschen teilweise Ostwinde in Deutschland vor. Während zu Beginn des Krieges in der Ukrainen vorwiegend Westwinde vorherrschten hat sich die Wetterlage geändert. Für Live-Wetterdaten haben wir Daten eines Wetterdienstleisters eingebunden. Bei einer Windgeschwindigkeit von 10 kt (5,4 m/s) wird eine Strecke von 1000 Kilometern in gut zwei Tagen zurückgelegt. Ukrainische AKW sind zwischen gut 1000 und knapp 2000 Kilometer von unserer Messtation entfernt.

Wind-Trajektorien in verschiedenen Höhen für die AKW-Standorte in der Ukraine lassen sich bei Kachelmannwetter anzeigen. Dazu auf das "Trajektorien" ganz oben auf der Seite klicken.

Messungen im Archiv

Zusätzlich zu den Messungen der letzten 14 Tage fassen wir die Ergebnisse monatlich zusammen. Sie finden alle Messdaten der letzten Jahre im Archiv.

Weitere Informationen des Umweltinstituts München

Außenluftmessungen im Archiv

Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt

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