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Radioaktivitätsmessungen

Uranmessungen Dünger und Spülmittel

Radioaktivität in Düngemitteln und Geschirrreinigern

© Fabian Sommer

Das Umweltinstitut München untersuchte im Frühjahr 2012 im Handel frei verfügbare, feste (granulierte) Düngemittel und Geschirrreiniger gammaspektroskopisch auf ihren Gehalt an Uran. Dabei wurde der vom Umweltbundesamt empfohlene Richtwert von 50 Milligramm Uran je Kilogramm Phosphat fast immer überschritten.

1. Düngemittel

Insgesamt wurden sieben verschiedene Mineraldünger untersucht. Auswahlkriterium war neben der allgemeinen Verfügbarkeit (für jedermann käufliches Düngemittel) der angegebene Phosphatgehalt. Drei der Düngemittel sind bereits Anfang des Jahres 2012 im Rahmen eines Fernsehbeitrages des NDR überprüft worden. Die dort ermittelten hohen Gehalte an Uran wurden durch unsere Messungen bestätigt. Im Vergleich zu den mineralischen Düngemitteln untersuchten wir auch einen organischen Dünger aus privater Herstellung (Kompost).

Die Ergebnisse der gammaspektroskopischen Untersuchung sind in Tabelle 1 aufgeführt. Bei sechs Mineraldüngern lag der Urangehalt über dem empfohlenen Richtwert. Der höchste Urangehalt wurde beim Dünger "Blaukorn NovaTec" der Firma Compo festgestellt. Als einziger getesteter Mineraldünger lag "Agrosil", ebenfalls von der Firma Compo, unter dem geforderten Richtwert. Im organischen Dünger war Uran lediglich in Spuren vorhanden, was auf das natürliche Vorkommen von Uran auf der Erde zurückzuführen ist. In der dritten Spalte ist der Urangehalt gemäß dem Richtwert auf den Phosphatgehalt im Düngemittel bezogen und in Milligramm Uran pro Kilogramm Phosphat angegeben, in der vierten Spalte zusätzlich die gemessene Aktivität von Uran in Becquerel pro Kilogramm Düngemittel. Die ermittelten Urangehalte bezogen auf den Phosphatanteil im Dünger sind in Abbildung 1 im Vergleich zum Richtwert (rote Linie) aufgetragen. In Abbildung 2 sind die Messwerte für die spezifische Aktivität des Urans bezogen auf den Dünger dargestellt.

Hersteller Bezeichnung mg Uges/kg Phosphat Bq Uges/kg Dünger
Compo Blaukorn NovaTec 379.3 339.1
Dehner Blaukorn chloridarm 333.8 258.7
Compo Koniferen Langzeit-Dünger 312.7 242.4
Compo Buchsbaum Langzeit-Dünger 294.7 229.7
Floraplus Premium Rosendünger 226.4 290.8
Gardol Blaudünger Universal 70.4 112.7
Compo Agrosil 7.3 18.7
- Organischer Dünger 0.4 1.9

Tabelle 1: In Düngemittel ermittelte Urangehalte (Uges = U-238 + U-235)

Die Ergebnisse zeigen eine große Schwankungsbreite der Urangehalte in den verschiedenen Düngemitteln. Diese ist darauf zurückzuführen, dass einerseits der Phosphatgehalt in Düngemitteln und andererseits der Urangehalt in den Phosphaten variiert. Je nachdem wo die Rohphosphate gefördert werden und wie die weitere Verarbeitung erfolgt, ergeben sich unterschiedliche Urangehalte.

Gerade weil der Anteil an Uran so unterschiedlich und deswegen schwer abzuschätzen ist, sind sowohl die Einführung einer Kennzeichnungspflicht als auch die Festlegung eines Grenzwertes unabdingbar. Die Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt hat für Düngemittel eine Kennzeichnungspflicht ab 20 Milligramm Uran je Kilogramm Phosphat und einen Grenzwert von 50 Milligramm Uran je Kilogramm Phosphat angemahnt. Dies forderte nun auch das Land Thüringen in einer Stellungnahme, der sich die Agrarminister der Länder angeschlossen haben.

Obgleich für Trinkwasser seit November 2011 ein Grenzwert für Uran (0,01 Milligramm pro Liter, TrinkwV2011) eingeführt wurde, fehlt er für mögliche Eintragungen, wie beispielsweise durch Mineraldünger.

Nur wenn die erkannten Eintragspfade von Uran in den Boden und damit je nach hydrogeologischer Situation möglicherweise auch im Grundwasserleiter minimiert werden, kann der neue Grenzwert für Uran im Trinkwasser überall eingehalten werden.

Im Münchener Trinkwasser wird der Grenzwert für Uran von 0,01 Milligramm pro Liter eingehalten. Im Januar 2012 betrug der vom Wasserwerk ermittelte Wert 0,001 Milligramm Uran pro Liter Trinkwasser. Mit der Nahrung aufgenommenes Uran birgt erhebliche Gesundheitsrisiken vor allem für Kleinkinder. Mehr über die Gesundheitsrisiken zu Uran in Trinkwasser finden Sie hier.

2. Geschirrreiniger

Phosphat ist nicht nur im Dünger, sondern auch in Waschmitteln enthalten. Deshalb wurden auch im Haushalt gängige Geschirrreiniger für Spülmaschinen untersucht. Es bestätigte sich der Verdacht, dass auch in diesen ein hoher Anteil an Phosphat enthalten sein kann, der der Enthärtung des Wassers dienen soll. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 zusammengestellt. Bei sieben untersuchten Reinigern konnte in vier Fällen Uran, resultierend aus dem Phosphatgehalt, nachgewiesen werden. Im Vergleich zu Mineraldünger ergaben sich allerdings deutlich niedrigere Urangehalte.

Hersteller/Vertreiber Bezeichnung mg Uges/kg Phosphat Bq Uges/kg Reiniger
Alio Alio complete (Tabs) 22,9 89,0
LIDL W5 Geschirr-Reiniger (Pulver) < 7,7 < 28,9
DM Drogerie Denk mit Geschirr Reiniger (Tabs) < 4,3 < 15,9
DM Drogerie Denk mit Geschirr Reiniger für Spülmaschinen (Pulver) 25,2 97,6
Reckitt Benckiser Calgonit finish Power powder (Pulver) < 4,5 < 16,8
Henkel Somat Multi 10 (XL Vorteilspack) (Tabs 23,1 89,4
Netto Priva Geschirrreiniger (Pulver) 21,0 81,9

Tabelle 2: In Geschirrreiniger ermittelte Urangehalte (Uges = U-238 + U-235)

Das im Geschirrspülmittel enthaltene Uran gelangt, im Gegensatz zu Uran aus Düngemitteln, nicht direkt ins Erdreich. Mit dem Abwasser landet es in einer Kläranlage und nach Phosphatfällung von dort letztendlich vor allem im Klärschlamm. Da wegen teils hoher Schwermetallgehalte in Bayern derzeit weniger als 20 Prozent des Klärschlamms auf Felder ausgebracht wird, ist hier kein bedeutender Eintragspfad von Uran in den Boden gegeben.

Fazit: Uran im Dünger oder in Wasch- und Spülmitteln hat keinen Nutzen und ist als bloße Verunreinigung zu sehen. Es gibt aber Verfahren zur Abtrennung des Urans aus dem Rohphosphat. Das Umweltinstitut München fordert, dass die Hersteller von Dünge-, Wasch- und Spülmitteln, auch wenn es teuer ist, dazu verpflichtet werden.

3. Waschmittel

Eine neue EU-Verordnung (Nr. 259/2012 vom 14. März 2012) für die Verwendung von Phosphorverbindungen erlaubt für Waschmittel ab dem 30. Juni 2013 höchstens einen Gesamtphosphorgehalt von 0,5 Gramm pro Waschgang. Für Maschinengeschirrspülmittel gilt gemäß der Verordnung ab 1. Januar 2017 ein maximaler Gesamtphosphorgehalt von 0,3 Gramm pro Spülgang. Um den Phosphatgehalt in den Gewässern zu reduzieren, wurde in Deutschland bereits 1980 eine Phosphathöchstmengenverordnung für Waschmittel erlassen. Diese hat dafür gesorgt, dass heute bei uns praktisch nur noch phosphatfreie Waschmittel im Handel sind. Messungen an sechs verschiedenen Waschmitteln, die das Umweltinstitut München gammaspektroskopisch durchgeführt hat, bestätigen diesen Sachverhalt. In keinem der getesteten Waschmittel konnte Uran festgestellt werden.

Aufgrund des Einsatzes phosphatfreier Waschmittel ist der Phosphatverbrauch in deutschen Haushalten bis 1993 auf 4000 Tonnen pro Jahr zurückgegangen. Aber in 2010 war er vor allem wegen der Phosphate in Maschinengeschirrspülmitteln wieder auf 22.000 bis 25.000 Tonnen pro Jahr gestiegen. Eine neue EU-Verordnung greift dies auf und verbietet ab 1. Januar 2017 Geschirrspülmittel mit einem Gesamtphosphatgehalt von mehr als 0,3 Gramm.

August 2012
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