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Radioaktivität und Gesundheit

Lunge

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.de

Radioaktive Strahlen lösen in menschlichen Zellen physikalische, chemische und biologische Effekte aus: Molekülbruchstücke, so genannte freie Radikale, entstehen, die sich zu giftigen Verbindungen zusammenschließen und damit den Zellschaden verstärken. Normalerweise erkennt unser Immunsystem diese atypischen, mutierten Zellen und eliminiert sie. Versagen Reparatur- und Abwehrsystem, z.B. wenn der Organismus geschwächt ist, wird die Veränderung an die folgenden Zellgenerationen weitergegeben. Bei Kindern, die noch im Wachstum sind, teilen sich die Zellen schneller, so dass unter Umständen zuwenig Zeit bleibt, um einen Schaden zu reparieren.

Ein Strahlenschaden kann entweder sofort oder nach längerer Zeit auftreten. Akute Schäden werden ab einer Schwellendosis von etwa 200 Millisievert (mSv) erkennbar. Niedrigere Dosen können zu Spätschäden wie Krebs und Leukämie führen. Da sich für Radioaktivität keine Grenze angeben lässt, unterhalb der sie gänzlich ungefährlich ist, sollte so wenig Radioaktivität wie möglich zusätzlich aufgenommen werden.

Schwangerschaft

© JMG / pixelio.de

Die Belastung durch natürliche radioaktive Strahlung (kosmische und terrestrische Strahlung) ist je nach Wohnort unterschiedlich hoch. Kommt eine zusätzliche Belastung durch künstliche Strahlung, sei es durch medizinische Anwendungen oder durch Kontaminationen aus den oberirdischen Atombombenversuchen oder aus Atomunfällen mit radioaktiver Freisetzung, hinzu, dann steigt das Risiko einer Erkrankung. Gelangt künstliche Radioaktivität durch Einatmen (Inhalation) oder Nahrungsaufnahme (Ingestion) in den Körper, so kann sie während des Verbleibs im Körper dort unmittelbar auf die Zellen wirken und möglicherweise einen Schaden setzen.  

Als maximal zulässige Strahlung für die normale Bevölkerung gibt die Strahlenschutzverordnung aus Vorsorgegründen eine zusätzliche jährliche Belastung von 1 Millisievert vor. Vor allem Risikogruppen wie Kinder, Schwangere und stillende Mütter sollten z.B. auf Waldprodukte wie Pilze und Wild aus belasteten Regionen verzichten.

Stand: März 2014
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