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Broschüre

Krebsbehandlung mit Neutronen fragwürdig

Das Umweltinstitut München e.V. hat eine Broschüre herausgegeben, in der verschiedene Strahlentherapiearten miteinander verglichen werden.
Titel Broschüre

Dabei wird klar herausgestellt, dass eine Krebsbehandlung mit Neutronenstrahlen - so wie es am FRM-II vorgesehen ist - die schlechteste, weil mit vielen unerwünschten, toxischen Nebenwirkungen begleitete Variante ist.

Die Betreiber des neuen Atomforschungsreaktors FRM-II haben die Krebstherapie mit Neutronen stets als wichtiges Argument benutzt, um für das international umstrittene Projekt zu werben. Die Broschüre zeigt auf, dass dieses Argument nicht stichhaltig ist und offenbar wider besseres Wissen verwendet wurde. Befürworter des FRM-II gingen sogar so weit, dass sie den Kritikern des international umstrittenen Projekts unterstellten, sie hätten mit ihrer Verzögerungshaltung vielen schwer Krebskranken die Chancen auf eine Therapie und damit auf eine Gesundung genommen. Karin Wurzbacher, Physikerin am Umweltinstitut München e.V.: "Wenn man bedenkt, dass die Neutronenkrebstherapie heute in England, dem einstigen Vorreiterland auf diesem Gebiet, nicht mehr zugelassen ist, entbehrt der Vorwurf jeder Grundlage."

Die ehemals hohen Erwartungen an die Krebstherapie mittels Neutronenstrahlen konnten nicht erfüllt werden. Neutronen haben im Gewebe eine schlechtere Dosisverteilung als z.B. die konventionelle Photonenstrahlung. Außerdem haben Neutronen den großen Nachteil, dass sie den größten Teil ihrer Energie im gesunden Gewebe abladen und dieses damit stark schädigen.

Protonen und schwere Ionen, wie Kohlenstoff, besitzen im Vergleich zu Neutronen sehr günstige physikalische Eigenschaften und versprechen optimale Therapieergebnisse. Eine präzise Dosisverteilung in der Körpertiefe und damit im Tumor zeichnet sie aus. Gesundes Gewebe erhält eine geringere Dosis und bleibt geschont. In München entsteht derzeit ein privat finanziertes Protonen-Therapiezentrum. In Heidelberg entsteht ein Zentrum für die Krebstherapie mit Schwerionen. Krebstherapien mit Protonen oder Schwerionen sind effektiver und schonender als die Neutronentherapie. Karin Wurzbacher zieht daraus Bilanz: "Die Patientenbestrahlung mit Neutronen am neuen Garchinger Forschungsreaktor ist bereits vor Inbetriebnahme ein alter Hut".

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Krebsbehandlung mit Neutronen fragwürdig
Hier können Sie die im November 2003 erschienene 24-seitige Broschüre downloaden.

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