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Katastrophenschutz

Im Ernstfall ohne Hilfe?

Was ist was bei einem schweren Reaktorunfall zu tun?

Wie kann in so einem Fall die Bevölkerung geschützt werden? Diese Fragen haben solange Aktualität, wie Atomkraftwerke im In- und Ausland betrieben werden. Der Unfall von Tschernobyl lieferte uns einen Vorgeschmack und war Anlass dafür, dass der "Strahlenschutzvorsorge" in Deutschland mehr Bedeutung geschenkt wurde. Allerdings wurde von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, dass Ende des Jahres 1999 neue "Rahmenrichtlinien für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen" und neue dazugehörige "Radiologische Grundlagen" verabschiedet wurden. Im Gegensatz dazu erregten diese beiden Papiere zwei Jahre nach Tschernobyl, das heißt nach ihrer damaligen Verabschiedung 1988, großes öffentliches Aufsehen. Aus diesem Anlass und weil der Betrieb der Atomkraftwerke in Deutschland zumindest für die nächsten zwei Jahrzehnte abgesichert ist, wird das Thema "Strahlenschutzvorsorge" nachfolgend aufgegriffen.

Lehren aus Tschernobyl

Mit einem Unfall, wie er sich am 26. April 1986 in der Ukraine im Atomkraftwerk Tschernobyl ereignete, hatten weder Politiker noch Fachleute gerechnet. Innerhalb weniger Tage wurden nicht nur Gebiete in nächster Umgebung des Reaktors sondern auch weit entfernte Regionen in Westeuropa und Kleinasien mit radioaktiven Substanzen kontaminiert. Das Informationschaos, die Rat- und Hilflosigkeit der zuständigen Stellen sind unvergessen. Auch heute sind die Folgen von Tschernobyl noch nicht bewältigt. Um für einen nächsten Reaktorunfall, sei es im eigenen Land oder im nahen Ausland, besser gerüstet zu sein, wurden seitdem von den zuständigen Stellen Vorbereitungen getroffen und eine Reihe von verbindlichen Regelungen geschaffen:

  • das Strahlenschutzvorsorgegesetz (19.12.86),
  • die EG-Verordnung (EURATOM) Nr. 3954/87 (22.12.87) mit Nachträgen,
  • die Radiologischen Grundlagen für Entscheidungen über Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung bei unfallbedingten Freisetzungen von Radionukliden (11.5.88, novelliert 6.4.99),
  • die Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen (1.12.88, novelliert 11.6.99).

Sinn und Unsinn von Katastrophenschutz

Über den Sinn und Unsinn von Katastrophenschutz wurde schon viel diskutiert. Niemand kann vorhersagen, wie sich die Bevölkerung bei einer atomaren Katastrophe verhalten wird. Ein Verkehrschaos wird nicht zu verhindern sein, wenn, wie prognostiziert, 80 % der gefährdeten Bevölkerung auf eigene Faust im Auto die Flucht ergreifen. Gleichzeitig müssen die Helfer und Evakuierungsbusse aber in das Gebiet hineinkommen können. Auch werden Personen von außerhalb versuchen, zu ihren Familien in das Gebiet zu gelangen. Mit einer Ausfallquote unter den Ärzten und Hilfskräften ist ebenfalls zu rechnen, da sie lieber sich und ihre Familien in Sicherheit bringen wollen.

Die Katastrophenplanung hat aber nicht nur Lücken und Mängel, sie geht auch von fragwürdigen Voraussetzungen aus. Alle Planungen gehen von der Annahme aus, dass zwischen Störfallbeginn und Kernschmelze mehrere Tage vergehen. Nach neueren Erkenntnissen bleiben vermutlich aber nur zwei bis vier Stunden bis zur Kernschmelze. Ein solcher Zeitrahmen lässt eine Evakuierung der Bevölkerung überhaupt nicht mehr zu. Auch die Ausgabe von Jodtabletten ist dann nicht mehr denkbar. Die Bevölkerung kann nur noch aufgefordert werden, im Haus zu bleiben und in Betracht kommende Schutzmaßnahmen selbst zu ergreifen. Dies wäre dann das Schließen von Fenstern und Türen, das Abschalten von Lüftungs- und Klimaanlagen, einfache Hygiene- und Dekontaminationsmaßnahmen und den Verzicht auf Freilandgemüse.

Einmal mehr wird damit evident, dass der Ausstieg aus der Atomtechnik schnellstens vollzogen werden muss.

aus unserer Mitgliederzeitschrift Umweltnachrichten Ausgabe: 89/2000

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