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Tschernobyl-Folgen / Niedrigstrahlung

In den letzten Jahren wurden vom Umweltinstitut München e.V. drei Studien zu den Auswirkungen des Reaktorunfalls in Tschernobyl und so genannter Niedrigstrahlung, also ionisierender Strahlung niedriger Intensität auf die menschliche Gesundheit durchgeführt. Die Arbeiten zeigen, dass Niedrigstrahlung stärkere Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hat als bisher angenommen.

Die erste Arbeit betrifft die Auswirkungen von Tschernobyl auf die Sterblichkeit von Neugeborenen (Perinatalsterblichkeit) in Deutschland und in Polen. Eine Analyse des zeitlichen Verlaufs der Monatsdaten ergibt in beiden Ländern einen hochsignifikanten Zusammenhang zwischen Perinatalsterblichkeit und der Cäsium-Belastung der schwangeren Frauen 7 Monate vorher.
Säuglingssterblichkeit in Deutschland nach Tschernobyl (Kurzfassung)
Säuglingssterblichkeit in Deutschland nach Tschernobyl (Originalstudie)

Die zweite Arbeit befasst sich mit Fehlbildungen bei Neugeborenen nach Tschernobyl in Bayern. Im zeitlichen Verlauf der Fehlbildungsrate (alle Fehlbildungen) in Bayern findet sich nach Tschernobyl keine Auffälligkeit. Im regionalen Vergleich zeigt sich aber, dass Ende 1987 die Fehlbildungsrate in Südbayern nahezu doppelt so hoch war wie in Nordbayern. Südbayern war durch den Tschernobyl-Fallout wesentlich höher belastet als Nordbayern.
Fehlbildungen bei Neugeborenen in Bayern nach Tschernobyl (Teil 1)
Fehlbildungen bei Neugeborenen in Bayern nach Tschernobyl (Teil 2)

In der dritten Arbeit werden Daten der Perinatalsterblichkeit aus den durch den Tschernobyl Fallout höher
belasteten Gebieten Weißsusslands und der Ukraine ausgewertet. Sie zeigen neben einem Maximum
im Jahr 1987, dem Jahr nach Tschernobyl, einen erneuten Anstieg ab den Jahr 1990, der in Weißrussland über den gesamten Beobachtungszeitraum bis 1998 anhält. Während die Erhöhung 1987 mit dem Einfluss von radioaktiven Cäsium erklärt werden kann, korreliert der Anstieg in den neunziger Jahren mit der Strontium-Belastung der werdenden Mütter. Dabei überwiegt der Einfluss von Strontium auf die Zahl der zusätzlich gestorbenen Neugeborenen bei weitem den Effekt von Cäsium.

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