Europäische Bürgerinitiative:
Bienen und Bauern retten!

Mit unserer Europäischen Bürgerinitiative (EBI) „Bienen und Bauern retten“ fordern wir einen EU-weiten Ausstieg aus der Anwendung chemisch-synthetischer Pestizide. Außerdem fordern wir Unterstützung für die BäuerInnen bei der Umstellung auf eine gesunde, kleinbäuerliche Landwirtschaft, die zum Erhalt der Artenvielfalt beiträgt. Wenn wir mindestens eine Million Unterschriften zusammenbekommen, muss die EU-Kommission auf unsere Forderungen reagieren.

Helfen Sie mit, die Agrarwende in Europa voranzutreiben und unterschreiben Sie jetzt! Machen wir diese Initiative gemeinsam zum größten Erfolg für die Artenvielfalt in Europa!

(22.7.2020) +++ Update +++ Aufgrund der Corona-Situation wird der Zeitraum zum Sammeln von Unterschriften für unsere Europäische Bürgerinitiative (EBI) „Bienen und Bauern retten“ um sechs Monate verlängert. Nun haben wir Zeit bis Ende März 2021, um europaweit eine Million Stimmen für Bienen und bäuerliche Landwirtschaft zu sammeln!

Unsere Forderungen an die EU-Kommission

  1. Schrittweiser Ausstieg aus synthetischen Pestiziden.

    Der Einsatz von synthetischen Pestiziden wird bis 2030 um 80 Prozent reduziert. Bis 2035 steigt die EU komplett aus der Nutzung der Ackergifte aus.

  2. Maßnahmen zur Erholung der Biodiversität.

    Biotopflächen in landwirtschaftlichen Flächen werden wiederbelebt und Produktionsmethoden so gestaltet, dass die Landwirtschaft wieder einen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt leistet.

  3. Unterstützung der Bäuerinnen und Bauern.

    Die Europäische Agrarpolitik wird reformiert. Kleinteilige, vielfältige und nachhaltige landwirtschaftliche Strukturen werden bevorzugt, der Ökolandbau ausgeweitet sowie die Forschung zu pestizid- und gentechnikfreiem Anbau gefördert.
374481 haben unterzeichnet. Helfen Sie mit, 1.000.000 zu erreichen!
374.481
1.000.000
Anrede (bitte auswählen)
Land
Dürfen wir Sie per Newsletter auf dem Laufenden halten?

Hintergrund

Sackgasse Agrarindustrie
Traktor bringt Pestizide aus, Foto: Fotolia, Zebaztian

Null-Toleranz für Unkräuter führt auch dazu, dass Insekten und Vögel kein Futter mehr finden, Foto: Fotolia, Zebaztian

Unsere Lebensmittelerzeugung steckt in einer Sackgasse: Die industrielle Landwirtschaft ist abhängig vom globalen Markt und beutet ohne Rücksicht auf Verluste Mensch, Tier und Umwelt aus. Auch die Existenz der Bäuerinnen und Bauern ist durch die industrielle Landwirtschaft bedroht: Durchschnittlich alle drei Minuten musste in den letzten zehn Jahren ein landwirtschaftlicher Betrieb in Europa aufgeben. Nach dem Motto Wachsen oder Weichen konzentriert sich immer mehr Fläche auf immer weniger Betriebe, die immer höhere Erträge erwirtschaften müssen. Die Politik hat diese Entwicklung subventioniert und Regeln, Handelsabkommen und Forschung darauf ausgerichtet.

Die immer größeren, intensiv bewirtschafteten Monokulturen können nur mit einem hohen Einsatz an Pestiziden und Kunstdünger bewirtschaftet werden. Diese Stoffe und die Zerstörung von Landschaftselementen wie Hecken haben zu einem massiven Rückgang der Artenvielfalt in Europa geführt. Immer mehr Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten verschwinden aus unserer Kulturlandschaft, der Gesang einstmals weit verbreiteter Vogelarten verstummt. Gewässer werden belastet und täglich werden Umwelt und VerbraucherInnen einem Giftcocktail aus synthetischen Pestiziden ausgesetzt.

Überall ist Widerstand

Bereits 2008 stellten rund 400 WissenschaftlerInnen im Auftrag der Weltbank fest, dass bei der Entwicklung der Landwirtschaft „Weiter so!“ keine Option ist. Doch die Politik entschied sich, weiter die Agrarindustrie zu fördern. Jetzt sind die Menschen nicht mehr bereit, die Folgekosten der industriellen Landwirtschaft zu tragen. Der Kampf gegen Ackergifte steht dabei oft im Zentrum: In Indien steigen ganze Bundesstaaten mit hunderttausenden Bauernhöfen ganz aus der Nutzung von Pestiziden aus, in Südafrika demonstrieren die ErntehelferInnen auf Weingütern gegen ihre Gesundheitsbelastung, in den USA und Australien wird Bayer wegen Krebsfällen durch Glyphosat verklagt.

Auch in Europa gibt es überall Bewegungen gegen den Einsatz von Ackergiften und für den Erhalt der Artenvielfalt. In Frankreich fordert die Bewegung Nous voulons des Coquelicots („Wir wollen, dass es Mohnblumen gibt!“) ein Verbot der synthetischen Pestizide. Hunderte Lokalgruppen demonstrieren monatlich vor ihren Rathäusern und konnten vereinzelte lokale Pestizidverbote erreichen. In Italien wehren sich vor allem die AnwohnerInnen in intensiven Obst- und Weinbaugebieten, demonstrieren und erzwingen lokale Volksabstimmungen über Pestizide. Das bekannteste, aber nicht einzige Beispiel dafür ist sicherlich die Südtiroler Gemeinde Mals. Direkt nebenan, in der Schweiz, steht im Jahr 2020 eine Volksinitiative zur Abstimmung, die synthetische Pestizide und den Import von damit hergestellten Ararprodukten verbieten möchte. Und auch in Deutschland nutzen die Menschen die direkte Demokratie, um den Erhalt der Biodiversität und eine Wende in der Agrarpolitik zu erzwingen. Nachdem in Bayern im Februar 2019 mehr als 1,7 Millionen Menschen das Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ unterschrieben haben, wurden unter diesem Motto auch in Baden-Württemberg und Brandenburg Volksinitiativen gestartet.

Mit der Europäischen Bürgerinitiative kommen Menschen aus den Bewegungen in der ganzen EU zusammen, um die europäische Agrarpolitik grundlegend zu verändern. Denn wir wissen: Es geht auch anders.

Es geht auch anders
Biene auf Kornblume, Foto: Stefan Keller, Pixabay

Wir wollen eine Landwirtschaft, die Bienen und Bauern ein Auskommen sichert, Foto: Stefan Keller, Pixabay

Die Agrarökologie bietet die Möglichkeit, überall genug gesunde Lebensmittel zu produzieren, dabei die Vielfalt der Arten und Ökosysteme zu nutzen und zu erhalten und den Bäuerinnen und Bauern ein Einkommen zu sichern. Doch die Wege dahin sind nicht überall die gleichen. Es ist gerade einer der Fehler der industriellen Landwirtschaft, dass unterschiedlichen Orten und Menschen ein Konzept übergestreift wird. Überall werden dieselben Sorten und Chemikalien verkauft, überall gelten dieselben Regeln, überall stehen dieselben Produkte in den Supermärkten. Die Gleichförmigkeit zerstört die Vielfalt der bäuerlichen Betriebe und ihre Beziehungen zum Lebensmittelhandwerk und den VerbraucherInnen. Diese Vielfalt ist nicht nur die Basis für viele Traditionen, sondern auch für Innovation und Anpassungsfähigkeit.

Für die Agrarwende setzen wir auf die Innovationsfähigkeit vielfältiger Bauernhöfe. Deshalb fordern wir eine Reform der Agrarpolitik bei der die Priorität auf eine kleinteilige, vielfältige und nachhaltige Landwirtschaft gelegt wird. Der Ökolandbau soll schnell ausgebaut und die Forschung auf Agrarökologie ausgerichtet werden, statt auf Pestizide und Gentechnik. Die Beratung von LandwirtInnen durch Chemiekonzerne wollen wir verbieten und die Weiterbildung von LandwirtInnen durch LandwirtInnen fördern, damit praxiserprobte agrarökologische Maßnahmen sich verbreiten. Damit es einen fairen Wettbewerb gibt, soll der Import von Agrarprodukten verhindert werden, die mit Pestiziden und Gentechnik hergestellt wurden.

Die industrielle Landwirtschaft ist abhängig von Pestiziden. Mit einem Ausstiegsdatum und einer langen Übergangsfrist wollen wir die Debatte beenden und der Landwirtschaft einen Weg in eine ökologische Zukunft ermöglichen. Doch die Geschwindigkeit, mit der die Artenvielfalt schwindet und die lange Zeit, mit der manche Gifte in der Umwelt bleiben, macht einen schnellen Reduktionspfad notwendig. Die 64 giftigsten und langlebigsten Stoffe, die die EU-Kommission zu Substitutionskandidaten erklärt hat, sollen in den nächsten zwei Jahren vollständig verboten werden. In den Jahren danach sollen die vergleichsweise leichter verzichtbaren Insektengifte und Unkrautvernichter vom Markt genommen werden. Bei Mitteln gegen Pilze in Dauerkulturen wie Obstbäumen, wo keine Fruchtfolgen möglich sind, setzen wir eine Übergangsfrist von fast 15 Jahren. Hier hat auch die Bio-Landwirtschaft noch zu kämpfen und setzt Bio-Pestizide wie Kupfer und Schwefel ein.

Jetzt ist die Zeit!
Foto von der Anmeldung unserer Initiative bei der EU-Kommission, Foto: Lode Saidane

Gemeinsam schieben wir die Agrarwende an! Foto von der Anmeldung unserer Initiative bei der EU-Kommission, Foto: Lode Saidane

2020 wird entschieden, auf welcher Basis in Zukunft die europäischen Agrarsubventionen verteilt werden. Diese Entscheidung ist für die Entwicklung der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion, für den Naturschutz und die Anpassung an den Klimawandel von immenser Bedeutung. Außerdem betrifft sie den größten Haushaltsposten in der EU. Trotzdem gibt es dazu bisher kaum eine öffentliche Debatte. Mit dem offiziellen Instrument einer Europäischen Bürgerinitiative bringen wir Bewegung in die verfahrene und absichtlich komplizierte Diskussion um die Gemeinsame Agrarpolitik der Union. Wir fordern, die Gelder für den Erhalt und die Wiederherstellung der Biodiversität umzuwidmen. Davon profitieren die LandwirtInnen, die in der Fläche die Natur zugleich erhalten und nutzen, während GrundbesitzerInnen und Großbetriebe, die mit wenigen Arbeitskräften riesige, ausgeräumte Flächen bewirtschaften, von den Subventionen abgeschnitten werden.

Wenn es uns gelingt, bis Ende März 2021 eine Millionen Unterschriften zu sammeln und dabei in sieben Staaten ein Mindestquorum zu erreichen, dann müssen die Europäische Kommission und das Europaparlament unsere Forderungen auf die Tagesordnung setzen. Hier spielt die Musik: In Brüssel werden nicht nur die Agrarsubventionen verteilt, sondern auch Chemikalien zugelassen und Handelsabkommen abgeschlossen.

Machen Sie mit!

Unterstützen Sie uns!

Sammelhinweise

Was passiert mit meinen Daten?

Wer kann teilnehmen?

Weitere Infos finden Sie hier auf der offiziellen Website der EU zur Europäischen Bürgerinitiative.

Inhaltliche Fragen

Einzelnachweise:

[1]  International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development: Agriculture at a Crossroads, 2008: https://www.weltagrarbericht.de/fileadmin/files/weltagrarbericht/IAASTDBerichte/GlobalReport.pdf

[2]  IPBES: Global Assessment Report on Biodiversity and Ecosystem Services, May 2019: https://www.ipbes.net/global-assessment-report-biodiversity-ecosystem-services

[3]  IPCC: Climate Change and Land, August 2019:  https://www.ipcc.ch/srccl-report-download-page/

[4]  FAO: The State of the World‘s Biodiversity For Food and Agriculture, February 2019: http://www.fao.org/3/CA3129EN/CA3129EN.pdf 

[5] https://www.savebeesandfarmers.eu/materials/eci-text-annex/

Unterstützen Sie uns!

Mobi-Material

Um erfolgreich zu sein, müssen wir in ganz Europa eine Million Unterschriften sammeln! Machen Sie mit und helfen Sie uns, die Europäische Bürgerinitiative in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis bekanntzumachen.

Bestellen Sie bei uns kostenlos Unterschriftenlisten, Poster, Flyer und Sticker.
In Zeiten von Social Distancing können Sie diese beispielsweise ans schwarze Brett hängen, beim Nachbarn in den Briefkasten werfen oder postalisch an andere BienenfreundInnen versenden.

Achtung:

Bitte beachten Sie, dass die bei uns bestellbaren Unterschriftenlisten nur für Deutsche und EU-BürgerInnen mit Wohnsitz in Deutschland gültig sind. Außerdem könnten die Listen von Deutschen mit Wohnsitz im EU-Ausland verwendet werden, wenn deren Anschrift den deutschen Behörden bekannt ist. Unterschriftenlisten für andere EU-Länder finden Sie auf der Seite des Bündnisses.

Bitte berücksichtigen Sie beim Sammeln der Unterschriften unsere Sammelhinweise, damit die abgegeben Stimmen auch gültig sind.

Jetzt Infopaket bestellen!

Diese Materialien umfasst unser Info-Paket:

EBI Unterschriftenliste DIN A4
EBI Flyer DIN lang
EBI PLakat DIN A1
Aufkleber EBI
Pestizide Flyer DIN lang
Ackergifte? Nein Danke! Aufkleber

Kostenlos, aber nicht umsonst!

Druck und Versand von Faltblättern und Plakaten kosten viel Geld. Durch eine Spende von 25 € ermöglichen Sie den Druck und Versand eines Aktions-Pakets.

Unterstützen Sie uns!

Briefkasten-Aktion

Damit Sie auch in Zeiten von Social Distancing in Ihrem Umfeld Unterschriften für Bienen und bäuerliche Landwirtschaft sammeln können, haben wir uns etwas Besonderes für Sie ausgedacht:

Bestellen Sie kostenlos unser Briefkasten-Aktionspaket und sammeln Sie kontaktlos Unterschriften direkt in Ihrer Nachbarschaft! Unser Aktionspaket enthält neben Unterschriftenlisten ein vorformuliertes Anschreiben an Ihre NachbarInnen, Infoflyer und Sticker zur Kampagne. Stecken Sie diese Materialien bei Ihren NachbarInnen in den Briefkasten. Diese sollen dann die ausgefüllten Listen wieder in Ihren Briefkasten werfen, sodass Sie uns die Listen gesammelt zurückschicken können. Als kleines Geschenk für Sie legen wir zusätzlich unseren Pflanzkalender für den bienenfreundlichen Garten bei.

Schaffen Sie es, mindestens 25 Unterschriften in Ihrer Nachbarschaft zu sammeln? Dann schicken wir Ihnen nach der Auszählung als Dankeschön ein Tütchen bienenfreundliches Saatgut zu.*

Achtung:

Bitte beachten Sie, dass die bei uns bestellbaren Unterschriftenlisten nur für Deutsche und EU-BürgerInnen mit Wohnsitz in Deutschland gültig sind. Außerdem könnten die Listen von Deutschen mit Wohnsitz im EU-Ausland verwendet werden, wenn deren Anschrift den deutschen Behörden bekannt ist. Unterschriftenlisten für andere EU-Länder finden Sie auf der Seite des Bündnisses.

 

Unser Paket für die Briefkasten-Aktion bestellen

Diese Materialien umfasst unser Aktions-Paket:

EBI Briefkastenliste DINA4
EBI Flyer DIN lang
Aufkleber EBI
Aussaatkalender

Kostenlos, aber nicht umsonst!

Unsere Aktionspakete schicken wir Ihnen kostenlos, doch eine europaweite Kampagne wie diese kostet viel Geld und Arbeitszeit. Schon mit einer Spende von 25 Euro helfen Sie uns, diese Aktion durchführen zu können.

Unterstützen Sie uns!

*Gilt nur für die ersten 100 Einsendungen von mindestens 25 Unterschriften. Bitte in einer Sendung gesammelt an uns zurückschicken. Falls Sie kein Saatgut wünschen, schreiben Sie uns bitte einen kurzen Vermerk dazu.