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Abbildung Biosprit

Abgeschlossen: NEIN! zur "Biosprit"-Lüge

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Abgeschlossene Aktion: Nein zur "Biosprit"-Lüge

Im Jahr 2012 schlug die EU-Kommission eine Kehrtwende in der Förderpolitik für Agrarkraftstoffe vor: Der Anteil des "Biosprits" aus Nahrungsmittelpflanzen am Kraftstoffverbrauch im Verkehrssektor sollte begrenzt werden. Damit starteten jahrelange Verhandlungen über die Höhe dieses Anteils bis 2020.

Um auf die katastrophalen Umweltauswirkungen der Agrarkraftstoffe hinzuweisen, haben wir die Online-Aktion "Nein zur Biosprit-Lüge!" gestartet. Rund 323.000 Menschen versendeten unseren Appell per Email an die Bundesregierung und die EU-Kommission und sprachen sich für die Beendigung der schädlichen Beimischungsquote aus.

Im April 2015 stimmte das EU-Parlament über die "Biosprit"-Reform ab. Das Ergebnis: Eine Deckelung der Beimischungsquote bei sieben Prozent. Diese Begrenzung geht jedoch nicht weit genug. Wir plädieren weiterhin dafür, die Förderung von Agrarkraftstoffen komplett einzustellen!


Dies war eine gemeinsame Aktion mit

Hintergrundinformationen zu Agrartreibstoffen

Agrosprit ist ökologischer Wahnsinn und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der angebliche „Bio“-Sprit verbraucht Millionen Hektar zusätzlicher Ackerflächen. So bleiben immer weniger Flächen für wertvolle Biotope und den Anbau von Nahrungsmitteln.

Fette Autos – magere Zeiten?

Schon heute leiden mehr als eine Milliarde Menschen Hunger und der Bedarf an Nahrungs- und Futtermitteln wird in Zukunft weiter zunehmen. Gründe dafür sind die wachsende Weltbevölkerung sowie der steigende Fleischkonsum in den Schwellenländern. Doch die Zahl an fruchtbaren Flächen wird immer geringer: Allein durch den Klimawandel wird ein großer Verlust an Ackerflächen prognostiziert. Pro Kopf steht deshalb immer weniger Ackerfläche zur Verfügung, um Nahrungsmittel zu erzeugen. Wenn zudem noch Spritpflanzen statt Nahrungsmittel angebaut werden, steigen die Preise für Lebensmittel. Laut einer Studie der Weltbank ist der globale Anstieg der Nahrungsmittelpreise in den letzten Jahren auf den Einsatz von Agrokraftstoffen zurückzuführen. Hundert Millionen Menschen wurden so zusätzlich in die Armut getrieben.

Das Getreide, das für eine einzige Tankfüllung eines Oberklassewagens notwendig ist, könnte einen Menschen ein ganzes Jahr lang ernähren. Umgerechnet verschlingt ein solches Auto, das mit Agrosprit betankt wird, alle zwei Kilometer ein Brot.

Naturzerstörung für den Klimaschutz
Rodungsfläche im bolivianischen Regenwald. © Antje Wagner

Rodungsfläche im bolivianischen Regenwald. © Antje Wagner

Der Treibhauseffekt wird durch die Agro-Kraftstoffe keineswegs gestoppt. Entwaldung, Brandrodung sowie der energieintensive Anbau der Agrospritpflanzen sorgen im Gegenteil dafür, dass die Emissionen in wichtigen Erzeugerländern rasant steigen. Auch Agrosprit aus deutschem Anbau trägt indirekt zu Regenwaldzerstörung und Hunger bei.

Solange wir auf unseren Äckern Energiepflanzen anbauen, wird der Regenwald niedergemacht, um Futtermittel anzubauen, die wir importieren. Wir sollten also unsere Äcker anstatt für Agrosprit für die Produktion unserer eigenen Lebens- und Futtermittel nutzen.

Die Produktion von Nahrungspflanzen durch eine ökologische und extensive Landwirtschaft hat weit mehr Nutzen für das Klima und fördert zusätzlich Biodiversität, Naturschutz und gesunde Ernährung. Eine Ökologisierung und Extensivierung der Landwirtschaft sowie eine intelligente Verkehrs- und Wirtschaftspolitik wären ein wirklich sinnvoller Beitrag zu Klima- UND Naturschutz.

Die Autoindustrie freut sich

Profiteure des Agrospritbooms sind die Agrar-, Ölsaaten- und Ethanolindustrie. Und auch die deutschen Autohersteller können sich freuen: Da viele ältere Autos die höheren Beimischungsquoten (beispielsweise die Ethanolbeimischungen im Sprit E10) nicht vertragen, wird die Beimischung zum umweltschädlichen Konjunkturprogramm für die Fahrzeugindustrie.

Unsere Forderungen

Agrartreibstoffe erfüllen nicht, was sie versprechen - nämlich die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Im Gegenteil - durch den Einsatz von Agrosprit werden Wälder und Grünland zu Ackerflächen, große Mengen an Kohlendioxid werden dadurch freigesetzt.

  • So bleiben immer weniger Flächen für wertvolle Biotope und den Anbau von Nahrungsmitteln.
  • Die Preise für Lebensmittel steigen, viele Menschen müssen hungern.So beschert Agrosprit ausgerechnet den Ärmsten der Welt noch mehr Hunger und Elend.
  • Auch der industriellen Landwirtschaft leistet der Agrospritanbau Vorschub - inklusive giftiger Pestizide und gentechnisch veränderter Pflanzen.
  • Der Treibhauseffekt wird durch Agrokraftstoffe keineswegs gestoppt.

Werden Sie aktiv: Agrosprit ist keine Lösung. Der Energiehunger in den Industrie- und Schwellenländern darf nicht zu Hunger und Armut in der Welt führen.

Infokampagne Agrosprit

Kraftstoffe aus Pflanzen erfüllen nicht, was sie versprechen - nämlich die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Im Gegenteil - durch den Einsatz von Agrosprit werden Wälder und Grünland zu Ackerflächen, große Mengen an Kohlendioxid werden dadurch freigesetzt. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir wirklich nachhaltige Konzepte für Landwirtschaft und Verkehr durchsetzen.

zur Info-Kampagne