Solaroffensive statt Schneckentempo!

Ministerpräsident Kretschmann ist gestärkt aus der Landtagswahl in Baden-Württemberg hervorgegangen. Er betont, dass er jetzt Koalitionspartner:innen sucht, mit denen ambitionierte Klimapolitik möglich ist. Dies ist auch dringend notwendig: Das bisherige Schneckentempo beim Solarausbau in Baden-Württemberg gefährdet die Energiewende und den Klimaschutz.

Die Koalitionsverhandlungen sind die Gelegenheit dafür, den Solarausbau ganz oben auf die Agenda für die nächsten fünf Jahre zu setzen. Machen Sie jetzt mit und fordern Sie Herrn Kretschmann und die Vorsitzenden der möglichen Koalitionspartner Thomas Strobl (CDU), Andreas Stoch (SPD) und Michael Theurer (FDP) auf, ein starkes Maßnahmenpaket für die Solarenergie im Koalitionsvertrag zu verankern!

 

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Hinweis:

Es handelt sich um eine gemeinsame Aktion mit weiteren Partnerorganisationen. Die angezeigte Teilnehmerzahl entspricht den gemeinsam mit unseren Bündnispartnern gesammelten Unterschriften.

 Header-Bild: © Umweltinstitut

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Solaroffensive statt Schneckentempo!

Das Potential der Solarenergie ist weitgehend ungenutzt © Pixabay / Andreas160578

Das Potential der Solarenergie ist weitgehend ungenutzt © Pixabay / Andreas160578

Die Solaranlage auf dem Dach ist der Inbegriff der dezentralen, demokratischen Energiewende, die von den Menschen statt von profitorientierten Konzernen gestaltet wird. Bürgerinnen und Bürger haben in den letzten 20 Jahren seit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes Millionen von Anlagen installiert. Das schafft sinnstiftende, zukunftsfähige Arbeitsplätze, lokale Einnahmen und eine krisensichere Energieversorgung.

Trotz dieser Erfolge liegt das enorme Potenzial für die klimafreundliche Energienutzung auf unseren Dächern immer noch weitgehend brach. Nur sieben Prozent aller neugebauten Ein- und Zweifamilienhäuser werden mit einer PV-Anlage ausgestattet. Dabei betragen die Mehrkosten für eine Photovoltaikanlage bei einem Neubau lediglich zwei Prozent der gesamten Baukosten. Dem steht ein großer Nutzen durch den Eigenverbrauch für Hausstrom, Wärmepumpe oder Elektroauto gegenüber. Wir brauchen eine Solaroffensive!

Da die Bundesregierung derzeit keine ausreichenden Maßnahmen vorlegt, die den Solarausbau ankurbeln und uns auf Paris-Kurs bringen könnten, muss Baden-Württemberg vorangehen.

Im Südwesten werden derzeit gerade einmal 5,2 Terawattstunden (TWh) Solarstrom jährlich erzeugt. Das sind unter 2 Prozent des Endenergieverbrauchs (Stand 2018) in Baden-Württemberg. Um die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen, müsste sich die Erzeugung von Solarenergie in Baden-Württemberg bis 2030 auf 25 TWh pro Jahr mehr als verdreifachen. Und das unter der Annahme, dass bis dahin massiv Energie gespart wird. Sonst wäre ein noch stärkerer Ausbau von Nöten.

Solarausbau ankurbeln!
Der Solarausbau muss angekurbelt werden © Pixabay / Moerschey

Der Solarausbau muss angekurbelt werden © Pixabay / Moerschey

Diesen Ausbau schaffen wir nur, wenn die neue Landesregierung entsprechende Vorgaben macht.

Alle geeigneten Gebäude müssen für die Solarenergie genutzt werden! Die Landesregierung muss die Solarpflicht für Neubauten im Gewerbe auf Wohngebäude und auf Dachsanierungen ausweiten, damit die Solarenergie auch im Gebäudebestand zum Standard wird. Laut Daten der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg weisen allein Betriebsgebäude im Südwesten 12 Millionen Quadratmeter sehr gut geeignete Dachfläche auf – darauf passt mehr Solarenergie, als bisher insgesamt im Südwesten installiert ist. Auch in Baden-Württemberg muss dieses Potenzial endlich vollumfänglich erschlossen werden! Mehr zum Erfolgsmodell Solarpflicht lesen Sie in unserer aktuellen Meldung

Entscheidend ist auch die Vorbildfunktion des Landes: Bisher kommt Baden-Württemberg nur langsam damit voran, die landeseigenen Dächer mit Solaranlagen zu bestücken. Hier muss das Land die Geschwindigkeit erhöhen und Widerstände zum Beispiel durch Architekt:innen überwinden. Ziel muss sein, alle geeigneten landeseigenen Dächer bis 2026 mit Solaranlagen zu bestücken.

Für das Erreichen der Klimaziele ist das Einsparen von Energie essentiell. Ohne die Reduktion des absoluten Energiebedarfs sind Klimaziele nicht ohne desaströse soziale oder ökologische Folgen erreichbar. Gleichzeitig ist ein schneller Zubau erneuerbarer Energie nötig. Wenn die Ausschöpfung des PV-Potenzials auf Dächern und bereits versiegelten Flächen nicht ausreicht, müssen auch Freiflächen-Solaranlagen zugebaut werden. Doch dabei müssen Klimakrise und Biodiversitätskrise immer zusammen gedacht werden. Für Freiflächen-Solaranlagen braucht es klare Bedingungen. Sie müssen prioritär auf zuvor intensiv bewirtschafteten Flächen zugebaut werden. Herbizideinsatz muss ausgeschlossen werden und Umzäunungen dürfen für Wildtiere nicht unüberwindbar sein. So können Freiflächen-Solaranlagen einen Mehrwert für die Biodiversität darstellen.

Essenziell für die Solaroffensive sind regionale Ausbauziele: Die Regionen brauchen Vorgaben, wie viel erneuerbaren Strom sie zukünftig produzieren müssen. Auf Grundlage dieser Vorgaben kann vor Ort ermittelt werden, wie groß der Flächenbedarf ist und welche Flächen in den entsprechenden Plänen ausgewiesen werden.

Wird Baden-Württemberg Solarland? © Pixabay / 8510670

Wird Baden-Württemberg Solarland? © Pixabay / 8510670

Die Koalitionsverhandlungen sind die Gelegenheit, den Solarausbau in Baden-Württemberg ins Ziel zu bringen. Die neue Landesregierung muss sich zu den Pariser Klimazielen bekennen und dafür die Solaroffensive anstoßen! Herr Kretschmann und seine künftige Landesregierung sind verantwortlich dafür, ob Baden-Württemberg in den nächsten fünf Jahren zum Sonnenland wird.

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Gentechnik 2.0
Neue Gefahr für Umwelt und Verbraucherschutz

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