Gene Drives stoppen!

Mithilfe von Gene Drives lassen sich wildlebende Arten gentechnisch verändern, ersetzen oder gar ausrotten. Die Freisetzung von Gene-Drive-Organismen wäre nicht umkehrbar und höchst riskant. So könnte die geziele Ausrottung bestimmter Arten letztlich die Stabilität ganzer Ökosysteme gefährden. Fordern Sie deshalb mit uns die deutsche Bundesregierung und den EU-Ministerrat auf, sich für ein globales Moratorium für die Freisetzung von Gene-Drive-Organismen einzusetzen.

 

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 Header-Bild: © WeMove, Bearbeitung: Umweltinstitut

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Gene Drives stoppen!

Durch die Gene-Drive-Technologie werden die Mendelschen Regeln der Vererbung außer Kraft gesetzt. Die gentechnisch veränderten Merkmale werden angeblich nahezu zu 100 Prozent an die Nachkommen weiter gegeben. Bild: Umweltinstitut München

Durch die Gene-Drive-Technologie werden die Mendelschen Regeln der Vererbung außer Kraft gesetzt. Die gentechnisch veränderten Merkmale werden angeblich nahezu zu 100 Prozent an die Nachkommen weiter gegeben. Bild: Umweltinstitut München

Durch die Erfindung der Gen-Schere CRISPR/Cas können Gene viel grundlegender verändert werden, als dies je zuvor möglich war. Nun sollen mit dieser neuen Gentechnikmethode in Zukunft sowohl Gene von Ackerpflanzen und Nutztieren, als auch die von wildlebenden Tieren und Pflanzen gentechnisch verändert werden. Dazu wurden in den letzten Jahren sogenannte Gene Drives entwickelt. Mit dieser Technologie kann der Mensch neue Gene in das Erbgut wildlebender Tiere einschleusen, sodass sich diese in den Wildtierpopulationen verbreiten. Denn Gene Drives erzwingen die Vererbung von neu eingeführten Genen an sämtliche Nachkommen (siehe Vererbungsschema) – und das sogar dann, wenn dies die Überlebenschancen der betroffenen Art senkt. Im Extremfall könnten damit ganze Arten ausgerottet oder wildlebende Populationen durch gentechnisch veränderte Organismen ersetzt werden.

Erklärvideo unserer Partnerorganisation Save Our Seeds:

"Gene Drives Film"

Wofür sollen Gene Drives eingesetzt werden?
Derzeit werden erste Feldversuche mit genmanipulierten Gene-Drive-Mücken in Burkina Faso geplant

Derzeit werden erste Feldversuche mit genmanipulierten Gene-Drive-Mücken in Burkina Faso geplant

Bislang vorgeschlagene Anwendungsgebiete für Gene Drives umfassen vor allem die Ausrottung oder Veränderung von Insekten und Nagetieren, mit dem propagierten Ziel, die Übertragung von Infektionskrankheiten zu verhindern. Derzeit werden erste Feldversuche mit genmanipulierten Gene-Drive-Mücken in Burkina Faso geplant. Hier soll getestet werden, ob diese Technologie die Anopheles-Mücke als Überträger von Malaria ausrotten kann. Was als Maßnahme zur Bekämpfung einer gefährlichen Krankheit zunächst gut klingt, kann katastrophale Folgen für das Ökosystem haben: Fehlen beispielsweise eine Mückenart und ihre Larven, so bricht eine Nahrungsquelle für Vögel, Fische und andere Tierarten weg. Ganze Nahrungsnetze könnten so zusammenbrechen.

Geforscht wird aktuell auch an der Nutzung von Gene Drives für die Ausrottung der in England invasiven Grauen Eichhörnchen. Außerdem wird das Auslöschen von landwirtschaftlichen Schädlingen wie der Kirschessigfliege diskutiert. Ebenfalls vorgeschlagen wird die Beseitigung von Herbizid-Resistenzen, also der Unempfindlichkeit gegen bestimmte Ackergifte bei unliebsamen Beikräutern. Die starke Beteiligung von Militärbehörden an der Forschung deutet darüber hinaus auf eine mögliche Verwendung als biologische Waffe hin.

Warum fordern wir einen Anwendungsstopp für Gene Drives?

Wir fordern ein Verbot auf die Nutzung und Erzeugung von Gene-Drive-Organismen sowie deren Freisetzung in die Natur! Als ersten wichtigen Schritt in diese Richtung fordern wir ein globales Moratorium auf deren Freisetzung in die Natur.

Denn:

  • Mit Gene Drives wird die Natur zum Gentechniklabor.
  • Gene-Drive-Organismen sind nicht rückholbar, ihre Überwachung und Kontrolle in der Natur ist unmöglich.
  • Mit Gene-Drive-Organismen werden neue, invasive Arten geschaffen, die sich weltweit verbreiten könnten.
  • Die Risiken sind hoch: Gene Drives könnten im Ernstfall zur Auslöschung ganzer Arten oder zum Zusammenbruch von Ökosystemen führen.  
  • Es besteht die Möglichkeit, dass sich die künstlich eingebrachten Gene über Artgrenzen hinweg auf andere Arten übertragen (Auskreuzung)   
  • Bei Gene Drives kann es zu unerwünschten und unerwarteten Effekten kommen, auch bei der Nutzung der Genschere CRISPR/Cas9.  
  • Ihre Effekte auf Ökosysteme, die Landwirtschaft, die menschliche Gesundheit und den Frieden sind kaum erforscht. Ein Mitspracherecht angrenzender Länder bei geplanten Freisetzungsversuchen gibt es bisher nicht.
  • In der landwirtschaftlichen Anwendung bekämpft die Gene-Drive-Technologie nur die Symptome einer verfehlten Landwirtschaftspolitik, nicht deren Ursachen.
  • Bereits die Forschung an Gene Drives ist riskant, das Entkommen einzelner Versuchstiere in die Umwelt kann eine gentechnische Kettenreaktion in Gang setzen.
  • Die meisten Europäer:innen sind gegen die gentechnische Veränderung wildlebender Arten mit der Gene-Drive-Technologie. Das zeigt eine repräsentative Umfrage
200 Organisationen weltweit fordern globales Moratorium

Das Umweltinstitut München ist Teil eines Bündnisses von Organisationen aus Europa und der ganzen Welt. Wir haben das gemeinsame Ziel, die Freisetzung von Gene-Drive-Organismen in die Umwelt zu verhindern. Wir fordern die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten auf, sich auf der bevorstehenden Biodiversitätskonferenz der UN (COP15) im Herbst 2021 für ein globales Moratorium für die Freisetzung von Gene-Drive-Organismen in der Umwelt, einschließlich Feldversuchen, einzusetzen, und damit dem Beschluss des Europäischen Parlaments vom Januar 2020 zu folgen. Diese Forderung wird von 78 zivilgesellschaftlichen Organisationen aus ganz Europa und von über 200 Organisationen weltweit unterstützt.

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