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Platzverweis für
Bienengifte!

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Abgeschlossene Aktion: Platzverweis für Bienengifte!

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Am 27. April 2018 haben die EU-Mitgliedstaaten ein Freiland-Verbot für drei Neonicotinoide beschlossen, die besonders gefährlich für Bestäuber sind. Damit beenden wir unsere Aktion mit Erfolg.

Vielen Dank an alle, die unsere Aktion online und offline unterstützt haben und damit zu diesem Erfolg beigetragen haben!

Pestizide gefährden Bienen und andere Insekten. Um rund 76% ist deren Zahl in den letzten 30 Jahren zurückgegangen. Neonicotinoide sind die weltweit meist eingesetzten Insektengifte. Ihre Wirkung gegen Insekten ist dramatisch. Sie werden häufig als Beizmittel für Saatgut verwendet, aber auch als Spritzmittel eingesetzt. Nun haben sich die Mitgliedstaaten endlich für ein Verbot der drei gefährlichsten Neonicotinoide Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin ausgesprochen.

Mehr zum Freiland-Verbot lesen Sie in unserer aktuellen Meldung.

Insektensterben mit katastrophalen Folgen

Biene auf Blüte, Nicolas Gent

Nektarsammelnde Biene. Foto: Nicolas Gent, Flickr

Seit einigen Jahren ist das Bienensterben in aller Munde. Tatsächlich sind die Bestände von Honig- und Wildbienen vielerorts rückläufig. ImkerInnen berichten vermehrt von hohen Verlusten bei ihren Bienenvölkern.

Doch nicht nur die Bienen sind in Gefahr: In Deutschland gibt es heute im Durchschnitt 76 Prozent weniger Fluginsekten als noch 1989. Fast 3.000 Insektenarten werden als ausgestorben oder gefährdet eingestuft. Die Folgen des Insektensterbens sind für die Ökosysteme katastrophal. Insektenfressenden Vögeln und anderen Tieren wird die Nahrungsgrundlage entzogen, Schädlinge verlieren ihre natürlichen Gegenspieler und den Pflanzen fehlen die Bestäuber. Rund ein Drittel unserer Nahrungspflanzen ist auf die Bestäubung durch Bienen und andere Insekten angewiesen, vor allem solche, deren Früchte uns Vitamine und Mineralstoffe liefern.

Einer der Hauptgründe für den dramatischen Rückgang der Insekten ist die industrielle Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und dem steigenden Pestizideinsatz. Insbesondere Insektengifte aus der Gruppe der Neonicotinoide tragen dazu bei, dass die Insektenbestände weiter schrumpfen.

Chance, die Insektengifte zurückzudrängen

Jetzt gibt es eine wichtige Chance, den Einsatz der gefährlichen Insektengifte zurückzudrängen: Die EU-Kommission hat den Mitgliedstaaten vorgeschlagen, die Anwendung von drei besonders problematischen Insektengiften weiter einzuschränken. Sie sollen im Freilandanbau komplett verboten werden und dürften nur noch in Gewächshäusern eingesetzt werden.

Noch ist offen, wie die Entscheidung ausgeht. Deshalb ist es so wichtig, dass wir jetzt aktiv werden!

Neonicotinoide: Hochgefährliche Insektengifte

Neonicotinoide sind die weltweit meist eingesetzten Insektizide. Neonicotionoide wirken auf Insekten als Nervengifte. Sie werden meist als Beizmittel für Saatgutbehandlung verwendet, aber auch als Spritzmittel eingesetzt. Da die Gifte systemisch wirken, finden sie sich in allen Pflanzenteilen wieder: In den Wurzeln, Blättern, Blüten sowie im Pollen und Nektar und auch im Wasser, das Pflanzen über ihre Blätter abgeben.

Alle Tiere, die Blätter der behandelten Pflanze fressen, deren Nektar trinken oder Pollen sammeln, kommen also mit dem Gift in Kontakt, darunter auch Honigbienen und wildlebende Insekten, wie Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge. Neonicotinoide können bereits in sehr kleinen Mengen Insekten töten oder ihr Nervensystem schädigen. So reicht ein einziger Teelöffel mit 5g des Neonicotinoids Imidacloprid, um mehr als eine Milliarde Bienen zu töten.

Kommen Honigbienen mit einer nicht sofort tödlichen Dosis an Neonicotinoiden in Kontakt, werden ihre Kommunikations-, Lern- und Orientierungsfähigkeiten eingeschränkt. Dadurch unternehmen die Honigbienen weniger Sammelflüge, brauchen länger um in den Bienenstock zurückzufinden oder finden gar nicht mehr heim und verenden. Auch für Wasserorganismen sind Neonicotinoide hochgiftig. Zudem können Zugvögel durch die Aufnahme der Gifte, ähnlich wie Insekten, ihre Orientierungsfähigkeit einbüßen.

Die Pestizide bauen sich nur sehr langsam ab und reichern sich dadurch im Boden an. So können Neonicotinoide auch in Pflanzen gelangen, die gar nicht gezielt damit behandelt wurden. Da die Wirkstoffe zusätzlich leicht wasserlöslich sind, werden sie über Wasserströme weitertransportiert.

Problem erkannt - wenig getan

Großes Bienensterben 2008
Tote Biene, Global2000

Tote Biene. Foto: Global 2000, Flickr

Als im Frühjahr 2008 im Rheintal in kurzer Zeit über 11.000 Bienenvölker stark geschädigt wurden oder starben, einigte man sich in der EU auf ein teilweises Verbot von drei der meist eingesetzten Neonicotinoide. Seit 2013 dürfen Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam nicht mehr auf blühende Pflanzen gesprüht und bei vielen Pflanzenarten, darunter Mais, Raps und Sonnenblume, nicht mehr als Beizmittel genutzt werden. Die Anwendung auf nicht blühenden Pflanzen bzw. nach der Blüte und die Verwendung als Beizmittel für Futterrüben, Zuckerrüben, Kartoffeln und viele Gemüsesaaten ist jedoch weiterhin erlaubt. So erklärt sich, warum der Absatz der hochgiftigen Mittel trotz der Einschränkungen nicht zurückgegangen ist.

Teilverbote sollen ausgeweitet werden

Weil auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erkannt hat, dass von diesen drei Pestiziden hohe Risiken für Bienen ausgehen, will die EU-Kommission den Einsatz dieser Neonicotinoide nun weiter einschränken: Sie sollen nicht mehr im Freien eingesetzt werden dürfen. Nur noch bei Pflanzen, die in Gewächshäusern wachsen und diese nicht verlassen, soll die Anwendung erlaubt bleiben. Keine Ideallösung, denn Insekten fliegen auch in Gewächshäuser und über ablaufendes Gießwasser können die Gifte auch nach Außen gelangen. Die weitere Einschränkung ist aber dennoch ein wichtiger Schritt für den Schutz unserer Insekten. Über den Vorschlag der Kommission sollten die EU-Mitgliedstaaten im März abstimmen. Nun sieht es jedoch so aus, als ob die Abstimmung verschoben wird. Das Freilandverbot würde dann in diesem Jahr nicht mehr greifen. 

Die Bundesregierung muss handeln bevor es endgültig zu spät ist

Das fortschreitende Insektensterben macht ein schnelles politisches Handeln dringender denn je. Jede weitere Anwendung der Neonicotinoide ist unverantwortlich und mit gravierenden Folgen verbunden.

Wir fordern die neue Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und die neue Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) deshalb dazu auf, für das Verbot der Freilandanwendung zu stimmen.

Infomaterial
1 / n

Ackergifte? Nein Danke!

Die Aufkleber zur Kampagne für eine giftfreie Landwirtschaft.

Download (PDF, 46 kB)

Aufkleber bestellen

Ackergifte? Bei Euch piept's wohl!

Aufkleber gegen Artenschwund durch Pestizide.

Download (PDF, 0.9 MB)

Aufkleber bestellen

Faltblatt zu Glyphosat

Das meistbenutzte Pestizid der Welt

Download (PDF, 1.5 MB)

Flyer bestellen

Faltblatt Pestizide

Welche Gefahren von Pesitziden für Mensch und Umwelt ausgehen, erfahren Sie in diesem Flyer.

Download (PDF, 1.0 MB)

Flyer bestellen

Stummer Frühling

Wie wir das Bienensterben verhindern können

Download (PDF, 336 kB)

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Unterstützen Sie uns!

Leserbriefaktion: Neue Bienengifte im Anflug

Die EU – Kommission möchte drei besonders gefährliche Insektengifte aus der Gruppe der Neonicotinoide im Freiland verbieten. Es gilt als wahrscheinlich, dass eine Mehrheit der Mitgliedstaaten den Vorschlag unterstützt, auch wenn die deutsche Bundesregierung noch zögert. Doch gleichzeitig drängen neue, kaum weniger gefährliche Wirkstoffe auf den Markt: Sulfoxaflor, Cyantraniliprol und Flupyradifuron. Das Umweltinstitut warnt seit Jahren vor den neuen Insektengiften. Mit einer Leserbriefaktion wollen wir diese Situation jetzt in der breiten Öffentlichkeit bekannt machen.

Machen Sie mit bei unserer Leserbriefaktion

Mit Leserbriefen können wir die noch weitgehend unbekannten neuen Insektengifte Sulfoxaflor, Flupyradifuron und Cyantraniliprol bekannt machen, noch bevor sie auf den Markt kommen. Damit machen wir Druck auf die Bundesregierung. Machen Sie mit!

  1. Momentan gibt es in vielen überregionalen und lokalen Zeitungen und Zeitschriften immer wieder Artikel über das Insektensterben, das geplante Aktionsprogramm Insektenschutz der neuen Bundesumweltministerin Schulze oder die Pläne der Kommission, drei Neonicotinoide im Freiland zu verbieten. Ein Leserbrief hat eine sehr viel höhere Wahrscheinlichkeit, abgedruckt zu werden, wenn er sich auf einen Artikel bezieht.
  2. Laden Sie unseren Entwurf für einen Leserbrief herunter. Leserbriefe haben eine sehr viel höhere Wahrscheinlichkeit, abgedruckt zu werden, wenn sie nicht mehrfach gleich bei der Zeitung ankommen. Deshalb empfehlen wir, unseren Entwurf nur als Beispiel zu betrachten und selbst eigene Formulierungen zu finden.
  3. Schreiben Sie nur an Zeitungen und Zeitschriften, die sie selbst auch lesen. Dann wissen Sie am besten, wann der richtige Zeitpunkt und welches der richtige Stil für einen Leserbrief ist, der auch abgedruckt wird. Bei Lokalzeitungen ist es zudem sinnvoll, wenn Sie einen lokalen Bezug herstellen können, zum Beispiel durch Beobachtungen oder Meldungen von vor Ort.
  4. Wenn Ihr Leserbrief abgedurckt wird, schicken Sie uns bitte einen Link oder einen Scan per E-Mail an landwirtschaft@umweltinstitut.org oder einen Ausschnitt per Post an das Umweltinstitut München, Landwehrstraße 64a in D-80336 München.
  5. Wenn Sie noch mehr Informationen brauchen, helfen die Texte, Tabellen und Links weiter unten auf dieser Seite.