Rettet die Vögel!

Abgeschlossene Aktion

Die Bestände der in Deutschland lebenden Feld-Vögel nehmen dramatisch ab. Einer der Hauptgründe dafür ist der massive Einsatz von Insektiziden und Unkrautvernichtern in der industriellen Landwirtschaft, die Vögeln die Nahrungsgrundlage nehmen.

Mit der Aktion "Rettet die Vögel" haben wir die zuständigen MinisterInnen für Landwirtschaft und Umwelt zum Gegensteuern aufgerufen. Wir forderten ein Verbot von Breitbandherbiziden wie Glyphosat, neue Insektengifte nicht zuzulassen und Agrarlandschaften wieder vielfältiger zu gestalten. Mehr als 36.000 Menschen beteiligten sich an der Aktion - danke an alle, die mitgemacht haben!

Mit den Unterschriften überraschten wir den damaligen Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) bei einer Wahlkampfveranstaltung in Otzing. Wenige Monate später stimmte er in Brüssel - entgegen der Absprachen innerhalb der Bundesregierung - für die Wiederzulassung des Ackergifts Glyphosat. Bei Schmidt hatten wir mit unseren Forderungen leider keinen Erfolg. Doch die Aktion hat dazu beigetragen, das öffentliche Bewusstsein für das dramatische Artensterben in den Kulturlandschaften zu schärfen.

In unserem Newsletter informieren wir Sie regelmäßig darüber, wie unser Kampf gegen Pestizide in der Landwirtschaft weitergeht. Zum Newsletter-Abo.

Eindrücke von der Unterschriftenübergabe

Bildnachweis: Das Braunkehlchen-Foto im Header stammt von Frank Vassen, die Bilder von der Unterschriftenübergabe hat Christof Stache geschossen.

Unterstützen Sie uns!

Alamierender Artenverlust

Kiebitz, Bild: Corine Bliek, flickr

Der Kiebitz ist besonders betroffen - um 80 % ging sein Bestand in den letzten 30 Jahren zurück.

In Deutschland und Europa ist die Zahl der Vögel drastisch gesunken. Vogelarten, die in Agrarlandschaften leben, sind besonders betroffen. Fast drei Viertel der einheimischen Vogelarten der Äcker und Wiesen stehen auf der aktuellen Roten Liste der Brutvögel Deutschlands. In den letzten 30 Jahren hat beispielsweise der Bestand der

  • Kiebitze um 80 Prozent
  • Braunkehlchen um 63 Prozent
  • Uferschnepfen um 61 Prozent
  • Feldlerchen um 35 Prozent
  • Rebhühner um 84 Prozent abgenommen.

Insgesamt zeigen sich seit Ende der 1990er Jahre bei einem Drittel aller Vogelarten „signifikante Bestandsabnahmen“. Dabei werden die Verluste immer größer. In den zwölf Jahren von 1997 bis 2009 waren mehr Vogelarten betroffen als im gleichen Zeitraum der Jahre 1985 bis 1997. Während sich einige Arten auf sehr niedrigem Niveau stabilisieren, ist bei anderen kein Ende des Sterbens in Sicht. Sie drohen völlig zu verschwinden. Als Gründe für das Vogelsterben nennt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage der Grünen unter anderem das Fehlen geeigneter Lebensräume und das fehlende Angebot an Nahrung.

Pestizide vernichten Nahrungsgrundlagen

Die Nahrungsgrundlagen von Feld- und Wiesenvögel werden durch den Einsatz von Pestiziden vernichtet. Viele Vögel ernähren sich von Insekten. Doch auch bei diesen ist ein massives Artensterben im Gange – die Insektenbiomasse ist in zahlreichen Insektengruppen um bis zu 90 Prozent zurückgegangen, manche Arten sind bereits ganz verschwunden. Denn auch Insekten fehlt es durch den Einsatz von Unkrautvernichtern an Lebensraum und Nahrung, oder sie werden gezielt durch Insektengifte vernichtet. Die Wirkung von Breitbandherbiziden wie Glyphosat und von Insektiziden aus der Gruppe der Neonicotinoide ist besonders verheerend, da ihren Einsatz kaum ein Kraut oder Insekt überlebt.

Schwindender Lebensraum durch ausgeräumte Agrarlandschaften

Die auf hohe Erträge ausgerichtete intensive Landwirtschaft hinterlässt eintönige und ausgeräumte Agrarlandschaften. Für Hecken und artenreiche Wiesen, für Bäume, Sträucher und Stauden bleibt kein Platz mehr. Auf riesigen Flächen reiht sich ein Acker an den anderen, nur wenige verschiedene Kulturpflanzenarten wechseln sich auf diesen Äckern ab. Die Felder reichen direkt bis an Waldränder oder Gewässer heran. Versteck- und Nistmöglichkeiten für Feldvögel und auch Lebensräume von anderen Tierarten gehen so verloren.

Es geht auch anders
Uferschnepfe, Bild: Corine Bliek

Auf extensiv bewirtschafteten Feuchtwiesen finden auch die Uferschnepfen Raum zum Leben, Foto: Corine Bliek

Der Einsatz von Pestiziden, der damit verbundene Rückgang der Nahrungsgrundlagen und ausgeräumte Agrarlandschaften stehen in direktem Zusammenhang mit dem Vogel- und Insektensterben. Wenn die konventionelle Landwirtschaft weiter betrieben wird wie bisher, gehen immer mehr Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich verloren.

Eine Agrarwende ist längst überfällig:

  • Der Einsatz von Ackergiften muss gestoppt werden.
  • Großflächige Monokulturen müssen durch eine vielfältige Landschaft mit Hecken und Bäumen ersetzt werden, sodass ausreichend Brut- und Versteckmöglichkeiten für Vögel vorhanden sind. 

Dass die Erzeugung von Lebensmitteln auch anders geht, zeigt die ökologische Landwirtschaft. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass ökologisch bewirtschaftete Flächen deutlich artenreicher sind als konventionell bewirtschaftete. Vielfältige Fruchtfolgen, abwechslungsreiche Agrarlandschaften, der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und Kunstdünger schaffen Lebensraum für Vögel, Insekten und Wildkräuter.

Bildnachweis: Das Braunkehlchen-Foto im Header stammt von Frank Vassen.

Infomaterial
1 / n

Pestizide

Welche Gefahren von Pestiziden für Mensch und Umwelt ausgehen, erfahren Sie in diesem Flyer.

Download (PDF, 318 kB)

Flyer bestellen

Ackergifte? Nein Danke!

Die Aufkleber zur Kampagne für eine giftfreie Landwirtschaft.

Download (PDF, 46 kB)

Aufkleber bestellen

Glyphosat

Das meistbenutzte Pestizid der Welt

Download (PDF, 351 kB)

Flyer bestellen

Ackergifte? Bei Euch piept's wohl!

Aufkleber gegen Artenschwund durch Pestizide.

Download (PDF, 629 kB)

Aufkleber bestellen

Naturnahe Gärten

Wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Download (PDF, 1.7 MB)

Faltblatt bestellen

Stummer Frühling

Wie wir das Bienensterben verhindern können.

Download (PDF, 336 kB)

Unterstützen Sie uns!