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Stoppt das
Bienengift!

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Erfolg: Bienengifte gestoppt!

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) wollte im Jahr 2016 das Verbot für Beizmittel aus der Gruppe der Neonicotinoide aufweichen. Doch wenn die Gifte wieder verwendet werden, wären Bienen und andere Insekten in tödlicher Gefahr.

Deshalb haben wir uns mit einer eMail-Aktion Online und mit Unterschriftenlisten zum Unterschreiben auf Papier an den Minister gewandt. Insgesamt 36.679 Menschen haben sich an der Aktion beteiligt.

Im Juni 2016 zog Schmidt den Verordnungsentwurf, der die Ausnahmen schaffen sollte, zurück. Er kündigte stattdessen an, das seit 2008 immer wieder mit Eilverordnungen erneuerte Verbot der Insektengifte als Beizmittel zu vertetigen.

Unsere Aktion war ein großer Erfolg!

Mehr dazu auch in der aktuellen Meldung vom 16.6.2016.

Bienen in Gefahr

Die Vorgeschichte: Einsatz von Bienengiften wird verboten

Neonicotinoide sind extrem starke Insektengifte. Sie haben zwei Besonderheiten: Zum einen wirken sie in Pflanzen systemisch, d.h. sie können von einer Pflanze aufgenommen werden und finden sich dann in allen Pflanzenteilen, in den Blättern ebenso wie in Blüten und sogar im Pollen. Zum anderen können sie bereits in sehr kleinen Mengen Insekten töten oder ihr Nervensystem schädigen. Selbst der Staub, der entsteht, wenn mit Neonicotinoiden behandeltes Saatgut in den Boden gebracht wird, reicht aus, um ganze Bienenvölker auszulöschen.

Als im Rheintal im Frühjahr 2008 in kurzer Zeit über 11.000 Bienenvölker starben, fiel der Verdacht schnell auf die Neonicotinoide. Es konnte bestätigt werden, dass der Abrieb von Maissaatgut, das mit Clothianidin behandelt worden war, die Ursache für das Massensterben war. Die Kampagnen gegen die Gifte nahmen danach Fahrt auf. Nach einer viel zu langen Debatte entschied sich die EU 2012 für ein teilweises Verbot von drei Neonicotinoiden: Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam dürfen seitdem nicht mehr auf blühenden Pflanzen eingesetzt werden. Der Einsatz auf Getreidesaatgut war seit 2008 in Deutschland immer wieder vom Ministerium verboten worden.

Aktuell: Der Agrarminister durchlöchert das Verbot
Ein fleißiges Bienchen bei der Arbeit, Bild: flickr / hoeki

Sie ahnt nichts von der tödlichen Gefahr durch die Insektengifte, Bild: flickr / hoeki

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unter Minister Christian Schmidt (CSU) hat nun eine Verordnung vorgelegt, die dieses Verbot durchlöchern soll. Statt einem vollständigen Verbot soll ein Grenzwert dafür festgelegt werden, wieviel Abrieb der Insektengifte bei der Nutzung einer standardisierten Sämaschine erlaubt ist.

Das heißt: Mit den Giften behandeltes Saatgut kommt wieder auf die Felder. Die Bundesregierung nimmt massenhaften Bienentod in Kauf, denn selbst kleinste Mengen der Neonicotinoide sind eine tödliche Gefahr für die Bienen. Und auch viele andere nützliche, für den Naturhaushalt wichtige Insekten werden so dezimiert.

Die Zukunft: Ackergifte? Nein Danke!
Demonstrantin mit Protest-Schild

"Ackergifte? Nein Danke" forderte auch diese Demonstrantin bei der "Wir haben es satt"-Demo im Januar 2016

Die Auseinandersetzung um mit Neonicotinoiden behandeltes Saatgut ist nicht die letzte im Kampf gegen das Bienensterben. Aktuell laufen mehrere Prozesse, die unsere Aufmerksamkeit verdienen.

  • Die Herstellerfirmen Bayer, BASF und Syngenta klagen gegen das europaweite Teilverbot der drei Neonicotinoide. Sie behaupten, die EU-Kommission hätte gar nicht das Recht, die Nutzung der Gifte einzuschränken.
  • Andere Insektengifte, die ebenfalls systemisch wirken, werden nach wie vor auf Blühpflanzen eingesetzt. Insbesondere das bienengefährliche Mittel Thiacloprid, das ebenfalls zu den Neonicotinoiden gehört, müsste dringend verboten werden.
  • Derweil hat die EU-Kommission im Jahr 2015 eine Zulassung für ein weiteres dieser hochpotenten Insektengifte gegeben: Sulfoxaflor. Dabei hatte die Europäische Lebensmittelsicherheitbehörde angemahnt, dass eine „hohe Gefahr für Bienen“ aufgrund der schlechten Datenlage nicht ausgeschlossen werden kann.

Doch nicht nur Neonicotinoide bedrohen die Bienen und ihre wilden Verwandten. Auch Chemikalien, die in der Landwirtschaft und in Gärten z.B. gegen Unkraut oder Pilze eingesetzt werden, können Insekten schädigen und schwächen. Zugleich finden in ausgeräumten und mit Pflanzengiften wie Glyphosat vollkommen unkrautfrei gemachten Agrarlandschafen Insekten immer weniger Nahrung. Ein Grund für das Bienensterben ist, dass die Tiere im Sommer nicht genug zu essen finden. Die Landwirtschaft der Zukunft muss deshalb eine Landwirtschaft ohne Ackergifte sein. Nur eine radikale Agrarwende kann unsere natürlichen Lebensgrundlagen auf Dauer sichern.

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