Was weiß Bayer über mich?

Wir wollten wissen, welche Informationen der Bayer-Konzern über uns vorliegen hat. Deshalb haben mehrere MitarbeiterInnen des Umweltinstituts eine Anfrage nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) an den Konzern gestellt. Die Antworten von Bayer auf unsere Anfrage legen nahe, dass der Konzern systematisch öffentlich einsehbare Äußerungen zu Themen, die für das Unternehmen "besonders wichtig" sind - wie zum Beispiel Glyphosat - sammelt und auswertet.

Wenn Sie wissen möchten, ob und wenn ja welche Daten Bayer über Sie gespeichert hat, nutzen Sie einfach unser Formular, um eine DSGVO-Anfrage zu stellen. Bayer muss darauf innerhalb von einem Monat antworten.

 

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Ihr Name und Ihre Anschrift werden automatisch ergänzt. Diese werden benötigt, damit Bayer die Anfrage beantworten kann.

Unsere Anfrage basiert auf der "c’t-Fassung von Framstags freundlichem Folterfragebogen". Verschiedene Fassungen des "Folterfragebogens" kursieren seit Anfang der 2000er im Internet, die Computerzeitschrift c't veröffentlichte letztes Jahr eine auf die neue europäische Verordnung angepasste Version. 

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Coordination gegen Bayer-Gefahren (CGB)

Monsantos schwarze Listen

Mitte Mai machte das US-Unternehmen Monsanto wieder einmal negative Schlagzeilen, als in Frankreich bekannt wurde: Der Pestizid- und Saatguthersteller, der 2018 vom deutschen Chemieriesen Bayer übernommen wurde, hatte geheime Listen mit teils privaten Daten von WissenschaftlerInnen, JournalistInnen und PolitikerInnen anfertigen lassen. Auch VertreterInnen von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) sollen auf diesen Listen auftauchen. Insbesondere hinsichtlich ihrer Haltung zu Glyphosat wurden die Personen erfasst und in „Gegner“ und „Unterstützer“ eingeteilt. Ziel dieser Erfassung war es, die gelisteten Personen zu „erziehen“ und zu „überwachen“. 

Nachdem der Skandal an die Öffentlichkeit gelangt war und mehrere Personen Anzeige gegen Monsanto erstattet hatten, versprach die Bayer AG, den Vorfall aufzuklären. Bayer-Chef Baumann bemühte sich um Schadensbegrenzung und versprach eine umfassende Aufarbeitung und größtmögliche Transparenz über den Inhalt der Listen. Eine unabhängige Anwaltskanzlei wurde mit der Aufarbeitung der Listen betraut, die Monsanto in mindestens sieben Ländern hatte erstellen lassen - neben Frankreich auch in Deutschland, Italien, Spanien, Polen, den Niederlanden und in Großbritannien. Allein auf der deutschen Liste sollen sich die Namen von mindestens 300 Personen befinden.

Dennoch dauerte es noch rund einen Monat, bis Bayer schließlich Mitte Juni verlauten ließ, dass mittlerweile alle betroffenen Personen in Deutschland und Frankreich informiert worden seien. Doch bis jetzt meldeten sich kaum betroffene Personen aus Politik, Wirtschaft, Journalismus und Zivilgesellschaft zu Wort, was zumindest Zweifel an der Darstellung von Bayer aufkommen lässt.

Das Umweltinstitut will’s wissen: Was weiß Bayer über uns?

Nach dem Bekanntwerden der „Monsanto-Listen“ stellten mehrere MitarbeiterInnen des Umweltinstituts im Mai Betroffenheitsanfragen gemäß der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) an die Bayer AG. Die 2018 in Kraft getretene DSGVO garantiert EU-BürgerInnen das Recht auf Auskunft über alle sie betreffenden Daten. Wir wollten so schnell wie möglich erfahren: Haben Bayer oder Monsanto auch Daten über unsere MitarbeiterInnen gespeichert? 

Schließlich waren wir in den vergangenen Jahren nicht müde geworden, die Öffentlichkeit kritisch über Monsantos toxische Produktpalette zu informieren. 2016 hatten wir beispielsweise international für Schlagzeilen gesorgt, als wir die Belastung zahlreicher bekannter deutscher Biere mit Rückständen des Unkrautvernichters Glyphosat aufgedeckt hatten. Wir unterstützten zu dem Zeitpunkt außerdem eine Europäische Bürgerinitiative gegen Glyphosat, die mehr als 1,3 Millionen Unterschriften sammelte. Daher erschien es uns durchaus naheliegend, dass auch wir auf Monsantos geheimen Listen zu finden sein würden.

Datenkrake Bayer

Am 19. Juni kamen endlich die ersten Antworten der Bayer AG auf unsere Anfragen. Zwar wissen wir nach wie vor nicht, ob unsere MitarbeiterInnen auf Monsantos Listen auftauchen, denn dazu äußert sich Bayer in den Antworten nicht. Doch aus dem Antwortschreiben erfahren wir etwas anderes: Bayer erfasst auch jenseits der "Monsanto-Listen" umfangreiche Daten über Personen, die sich im Internet zu bestimmten Themen wie z.B. Glyphosat äußern. Im Fall eines unserer Mitarbeiter hatte Bayer mehr als 1000 Tweets und Online-Beiträge gesammelt.

Auffällig ist, dass Monsantos Aufmerksamkeit sich nicht auf Äußerungen zu Themen wie Gentechnik oder Glyphosat beschränkte; auch Meldungen zu TTIP oder Atomkraft fanden sich in der Datensammlung, außerdem ein Bericht über die Sitzung eines Gartenbauvereins. Personen, die Posts von uns retweetet haben, oder die in einem Artikel namentlich ebenfalls auftauchen wurden dabei gleich miterfasst.

Recht auf Vergessenwerden? Nicht bei Bayer!

In unseren Anfragen hatten wir auch darum gebeten eventuell vorhandene Daten zu löschen. Doch Bayer weigert sich die Daten zu löschen und argumentiert damit, lediglich öffentliche, für jedermann zugängliche Daten gespeichert zu haben.

Nach Aussage von Bayer wurden diese Informationen nicht gesammelt, weil wir als besonders prominente Glyphosat-KritikerInnen darin vorkommen, sondern weil Bayer ein berechtigtes Interesse daran habe "die für unser Unternehmen relevanten Meinungen von Interessengruppen und der breiten Öffentlichkeit zu kennen und besser zu verstehen. Das Verfolgen der öffentlichen medialen Berichterstattung und Meinungen über unser Unternehmen oder die von uns vertriebenen Produkte sind für unser Unternehmen besonders wichtig."

Bayers Sammelwut kann jeden treffen

Diese Aussagen und die Art der übermittelten Daten legen nahe, dass praktisch alle, die sich im Internet zu agrarpolitisch relevanten Themen äußern, in der Datenbank des Konzerns landen können. Alleine in den Tweets und Artikeln, die über unsere Mitarbeiter gesammelt wurden, tauchen die Namen von etlichen weiteren Personen auf. Wir müssen also davon ausgehen, dass weit mehr Menschen von der Sammelwut der „Datenkrake Bayer“ betroffen sind als die rund 300 Personen in Deutschland, die auf der deutschen „Monsanto-Liste“ stehen sollen.

So erfahren Sie, was Bayer über Sie weiß

Wenn Sie wissen möchten, ob Bayer auch über Sie Daten erhoben hat, nutzen Sie unsere Musteranfrage, oder das Formular auf der Website von Bayer.

Hinweis:

Neben dem oben verlinkten Antwortschreiben, wurde uns außerdem jeweils Excel-Tabellen mit Links zu Tweets, Pressemitteilungen und Artikel übermittelt, die Bayer ins seiner Datenbank erfasst hat und in denen unsere Namen auftauchen. In vielen weiteren Spalten des Dokuments wird unter anderem die Stimmung der Meinungsäußerung mit einer Kennzahl bewertet. Da in dieser Datensammlung auch die Namen zahlreicher anderer Personen auftauchen, veröffentlichen wir diese Tabellen zum Schutz dieser Personen nicht auf unserer Homepage.

Bildnachweis:

© Cedric Wetzel, flickr

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