Wasserstoff nur fair und erneuerbar!

Wasserstoff kann in einer klimaneutralen Zukunft eine wichtige Rolle spielen, doch dafür müssen jetzt die richtigen Weichen gestellt werden. Damit Wasserstoff den Ausstieg aus den fossilen Energien beschleunigt und nicht verlangsamt, darf die Bundesregierung den Wünschen der fossilen Konzerne nicht nachgeben, die ihre alten, schmutzigen Geschäfte unter dem Deckmantel des  “blauen” Wasserstoffs fortsetzen wollen.

Fordern Sie Wirtschaftsminister Habeck jetzt dazu auf, die nationale Wasserstoffpolitik konsequent auf eine zu 100 % erneuerbare und faire Zukunft auszurichten!

 

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Wasserstoff nur fair und erneuerbar!

Chemische Bezeichnung für Wasserstoff: H2

Die chemische Bezeichnung für Wasserstoff ist H2

Wasserstoff ist ein extrem vielseitiger Stoff, der sowohl als Rohstoff als auch als Energieträger eine wichtige Rolle in einer nachhaltigeren Zukunft spielen kann. Doch bei seiner Produktion geht viel Energie verloren und Wasserstoff aus fossilen Rohstoffen wird der Umwelt mehr schaden als nützen. Beim Handel mit Wasserstoff gilt es außerdem zu beachten, dass nicht andere Menschen für unseren Energiehunger leiden müssen. Wir sagen darum: Nur erneuerbar und fair kann Wasserstoff beim Umbau der Wirtschaft für eine klimaneutrale und gerechte Zukunft helfen!

"Wie unterscheiden sich „grüner“, „blauer“ und „grauer“ Wasserstoff?

Wasserstoff ist farblos, je nach Herstellungsweise wird ihm aber oft eine Farbe zugeordnet. So bezeichnet „grüner“ Wasserstoff Gas, das unter Einsatz von Ökostrom aus Wasser erzeugt wurde. So wird erneuerbare Energie in energiereiches Gas umgewandelt.

„Grauer“ Wasserstoff hingegen wird aus fossilem Erdgas unter Ausstoß von CO2 hergestellt. „Blauer“ und „türkiser“ Wasserstoff werden aus fossilem Gas hergestellt. Das dabei anfallende CO2 soll fixiert werden. Trotzdem haben diese Gase aufgrund von Methan- und CO2-Emissionen eine schlechte Klimabilanz. Darüber sollte man sich von den schön klingenden Farben nicht hinwegtäuschen lassen.

Drei Forderungen für fairen und erneuerbaren Wasserstoff:

1. Wasserstoff effizient nutzen

Bei der Produktion von Wasserstoff wird nur ein Teil der Energie im Wasserstoff-Molekül gespeichert, der Rest geht als Wärme verloren. Gleichzeitig kommt der Ausbau von Wind und Solar schon jetzt nicht schnell genug voran. Darum darf Wasserstoff nur dort verwendet werden, wo es keine effizienteren Alternativen gibt, sonst bremst der immense Energiebedarf der Wasserstoff-Herstellung die Energiewende aus.

Das bedeutet eine klare Absage an Wasserstoff in Heizungen oder PKW! Wasserstoff ist zu teuer und seine Produktion zu ineffizient um ihn zu verheizen, auch wenn manche Konzerne versuchen dies schönzurechnen. Denn wir brauchen nachhaltigen Wasserstoff überall dort, wo es keine effizienteren Alternativen gibt, wie beispielsweise für die Herstellung von “grünem Stahl” oder dem klimaneutralen Antrieb von Frachtschiffen.

2. Wasserstoff erneuerbar herstellen
Schmutzige Angelegenheit: Die Produktion von Wasserstoff mit fossilen Brennstoffen, Bild:pichitstocker, stockadobe.com

Schmutzige Angelegenheit: Die Produktion von Wasserstoff mit fossilen Brennstoffen, Bild:pichitstocker, stockadobe.com

In einer sauberen Zukunft wird Wasserstoff ausschließlich mit erneuerbarem Strom aus Wasser hergestellt. Denn Wasserstoff aus fossilen Rohstoffen wie Erdgas und Kohle trägt weiter zur Klimaerhitzung und Verschmutzung der Umwelt bei. Die Bundesregierung muss jegliche Förderung, auch indirekt, für fossilen oder durch Atomenergie erzeugten Wasserstoff ausschließen! Stattdessen brauchen wir mehr erneuerbaren Strom, der Ausbau von Wind und Solar muss massiv beschleunigt werden!

Länder wie Kanada und Norwegen wollen Wasserstoff nach Deutschland exportieren, der aus Erdgas hergestellt wird. Damit dieser Wasserstoff klimafreundlicher erscheint, soll das bei der Produktion entstehende CO2 abgetrennt und eingelagert werden. Doch wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Durch die Produktion wird klimazerstörendes Methan freigesetzt, dieser „blaue“ Wasserstoff ist keine nachhaltige Lösung!

Darum darf „blauer“ Wasserstoff auch nicht in das von der Bundesregierung geplante „Herkunftsnachweissystem für erneuerbare Gase” aufgenommen werden. Denn klimaschädlichen Wasserstoff aus fossilen Rohstoffen als erneuerbar zu zertifizieren, wäre Etikettenschwindel.

3. Wasserstoff ethisch handeln

Der Export von Rohstoffen aus ärmeren Ländern in die sogenannten Industriestaaten geht oft mit Umweltzerstörung und Ausbeutung einher. Diese Muster dürfen sich beim Handel mit „grünem“ Wasserstoff nicht wiederholen!

Die Bundesregierung fördert den Import von grünem Wasserstoff, sie muss daher auch sicherstellen, dass dieser Wasserstoff unter fairen Bedingungen hergestellt wird!

Fair bedeutet für uns:

  • Nutzen für lokale Energiewende: Für die Produktion von nachhaltigem Wasserstoff müssen zusätzliche erneuerbare Kraftwerke vor Ort gebaut werden, damit die lokale Energiewende nicht bedroht wird und fossile Kraftwerke nicht länger laufen. In Regionen, die von Energiearmut betroffen sind, müssen diese neu errichteten Anlagen auch zur Versorgung der Bevölkerung beitragen.

  • Zugang zu Wasser: Für die Produktion von Wasserstoff wird sauberes Süßwasser benötigt; dieses darf nicht für Menschen und Landwirtschaft fehlen. Wenn für die Produktion in trockenen Regionen Meerwasser entsalzt wird, muss dieses auch der lokalen Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden.Kein Landgrabbing für Wasserstoff! Erneuerbare-Energien-Anlagen brauchen viel Platz. Für den Export von Wasserstoff soll niemand von seinem oder ihrem Land vertrieben werden; Solar- oder Windkraft-Anlagen müssen im Einklang mit der lokalen Landwirtschaft betrieben werden.

  • Mehrwert für lokale Wirtschaft: Die Wasserstoff-Infrastruktur soll nicht nur dem Export  dienen, sondern Teil einer ganzen Wertschöpfungskette sein. Das bedeutet langfristige, hochqualifizierte Arbeitsplätze und eine Weiterverarbeitung eines Teils des Wasserstoffs in der Industrie des Exportlandes.

Über „H2Global“ hilft die Bundesregierung der Wirtschaft, weltweit grünen Wasserstoff zu beschaffen: Diese Stiftung kauft grünen Wasserstoff weltweit ein und versteigert ihn an deutsche Firmen, die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis begleicht das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

Wir finden: H2Global muss nach gerechten Kriterien einkaufen, Fördergeld darf nur für fairen Wasserstoff fließen!

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