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Telefon-Aktion:
Fordern Sie Ihre Abgeordneten auf, Fracking zu verbieten!

Am 7. Mai hat der Bundestag das Fracking-Gesetz in 1. Lesung diskutiert, noch vor der Sommerpause soll die endgültige Abstimmung folgen. Aktuell werden in den Hinterzimmern der Fraktionen die Positionen geschärft. Wenn wir jetzt noch einmal Druck machen, könnte das den Ausschlag geben, um das Gesetz im Bundestag zu kippen.

Der Status quo: In den Reihen von Union und SPD gibt es BefürworterInnen, aber auch zahlreiche kritische Stimmen. Ihnen allen müssen wir klar machen, dass nur ein komplettes Fracking-Verbot ausreichenden Schutz für Umwelt und Gesundheit bietet.

Die Erfahrung zeigt: Ein persönlicher Anruf im Abgeordnetenbüro gibt Ihrer Stimme besonders viel Gewicht. Bitte nehmen Sie sich fünf Minuten Zeit, um die Bundestagsabgeordnete/n von CDU/CSU und SPD aus Ihrem Wahlkreis anzurufen. Wenn Sie aufgefordert werden, stattdessen eine Email zu schicken, bestehen Sie ruhig darauf, Ihr Anliegen am Telefon vortragen zu dürfen!

Greifen Sie zum Hörer! Das können Sie zum Beispiel sagen...

Hallo, mein Name ist ______________. Ich komme aus Ihrem Wahlkreis und wohne in ______________. Aktuell verfolge ich die Diskussion um die gesetzliche Regelung von Fracking. Ich möchte Sie auffordern, sich im Bundestag für ein komplettes Fracking-Verbot ohne Schlupflöcher einzusetzen. Dabei ist es mir egal, ob es um „konventionelles“ oder „unkonventionelles“ Fracking geht. Ein solches Verbot muss zudem für alle Tiefen und zeitlich unbegrenzt gelten. Denn beherrschbares Fracking gibt es nicht. Fracking gefährdet unser Wasser, schadet dem Klima und ist für unsere Versorgungssicherheit unerheblich. Ich bin nicht bereit, dafür irgendein Risiko einzugehen oder gar die Folgekosten für Umweltschäden zu tragen. Ich werde beobachten, wie Sie sich in der Abstimmung zu diesem Gesetz verhalten und mein zukünftiges Wahlverhalten davon abhängig machen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

(Natürlich können Sie Ihre Bedenken gegen das Fracking-Gesetz auch in Ihren ganz eigenen Worten zum Ausdruck bringen.)

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Hintergrundinformationen zu Fracking

Die Gier nach dem letzten Gas

Öl und Gas werden immer knapper. Dies macht eine weltweit umstrittene Methode der Gasgewinnung immer rentabler: das Hydraulic Fracturing, kurz Fracking. Mit dieser Methode kann auch Erdgas und -öl gefördert werden, das in Gesteinsschichten gebunden ist und nicht von alleine zum Bohrloch strömen kann.

Bundesregierung will Fracking ermöglichen

Aktuell will die Bundesregierung Fracking gesetzlich regeln. Dabei möchte sie einerseits strengere Regeln für das bereits in Deutschland praktizierte Fracking im Sandstein (Tight Gas-Fracking) einführen, andererseits aber auch die Rechtssicherheit für die Erdgasindustrie erhöhen. Damit würde sie die kommerzielle Nutzung von Fracking zur Öl- und Schiefergasförderung in Deutschland erst ermöglichen.

Am 1. April wurde ein Gesetzesentwurf vom Bundeskabinett beschlossen, der Anfang Mai im Bundestag sowie im Bundesrat diskutiert wurde. Die Diskussion im Bundestag hat gezeigt, dass die Große Koalition bei diesem Thema gespalten ist. Zahlreiche Abgeordnete aus Union und SPD äußern Kritik an dem Gesetzespaket und wollen Fracking noch stärker einschränken. Nur die Opposition fordert aber bisher ein vollständiges Fracking-Verbot.

Im Bundesrat forderte der Umweltausschuss, bestehend aus den UmweltministerInnen der Länder, ebenfalls ein generelles Fracking-Verbot. In der Plenarsitzung am 8. Mai konnte sich der Bundesrat darauf aber nicht einigen. Dennoch fordert er ein Komplettverbot für Fracking im Schiefer-, Kohleflöz-, Ton- und Mergelgestein, das im Bundesberggesetz verankert werden soll. Dieses Verbot soll für alle Tiefen gelten und auch keine Probebohrungen zulassen. Zudem soll es für den Einsatz von Fracking bei der Ölförderung gelten.

Sollte der Bundestag diese Empfehlung übernehmen, wäre das bereits eine weitgehende Einschränkung für die umstrittene Fördertechnik. Unangetastet bliebe dabei aber das bereits in 300 Fällen praktizierte und ebenfalls umweltschädliche Tight Gas-Fracking.

In den nächsten Wochen werden die Abgeordneten ihre Positionen für die Abstimmung im Bundestag festlegen. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt um noch einmal klar zu machen, dass wir als Wählerinnen und Wähler kein Fracking wollen.

Chemikalien gefährden das Grundwasser

Bei Fracking wird mit Sand und Chemikalien versetztes Bohrwasser unter hohem Druck in die Erde gepresst. Laut Fracking-Unternehmen besteht das „Fracfluid“ zu 99,9 Prozent aus reinem Wasser und Sand. Doch zusätzlich werden der Frackingflüssigkeit Chemikalien beigesetzt, zum Beispiel Säuren, Biozide und Stoffe, welche die Reibung und Viskosität der Flüssigkeit verändern.

Unter den verwendeten Chemikalien finden sich krebserregende, erbgut- und hormonverändernde Stoffe, Nervengifte und Allergene. Diese Stoffe können beispielsweise durch Leckagen, Unfälle und technisches oder menschliches Versagen in das Grundwasser oder die Atmosphäre gelangen. In den USA haben Messungen bestätigt, dass Methan und Benzol regelmäßig in die Umgebungsluft von Fracking-Anlagen gelangen.

Wohin mit den giftigen Abwässern?

© T. Michel / Fotolia.com

Für eine Bohrung mit mehreren Frackvorgängen werden viele Millionen Liter Wasser benötigt. Diese Wassermengen werden dem Wasserkreislauf endgültig entzogen, da sie nach der Verwendung im Rahmen des Fracking stark mit giftigen Stoffen belastet sind.

Das Rücklaufwasser, der so genannte „Flowback“, muss aufgrund der verwendeten Gifte entsorgt werden. Mit dem Flowback kommt zudem Lagerstättenwasser an die Oberfläche, das radioaktive Stoffe, Arsen, Quecksilber und Benzol enthält. Es kann daher nicht in kommunalen Kläranlagen aufbereitet werden. In Deutschland ist keine Behandlung in Industriekläranlagen vorgesehen. Daher wird die giftige Brühe wieder in den Boden verpresst.

Laut Umweltbundesamt kann die „in Deutschland gängige Praxis der Entsorgung des Flowback durch Verpressung in geeignete durchlässige Schichten in den Untergrund [...] mit Risiken für das Grundwasser und die Umwelt verbunden sein.“ Erwiesenermaßen kann die Verpressung auch dazu beitragen, Erdbeben auszulösen. 

Fracking ist nicht notwendig für unsere Versorgungssicherheit

Die in Deutschland vorhandenen unkonventionellen Öl- und Gasreserven sind viel zu gering. Ein Boom, wie es ihn in den USA kurzfristig für ein paar Jahre gab, ist hier undenkbar. Auf die Importabhängigkeit von Russland hat Fracking keinen signifikanten Einfluss. Energieeffizienz und Energieeinsparung können hier einen wichtigeren Beitrag leisten. Das ist auch die offizielle Einschätzung des Bundesumweltministeriums.

Informationen zum Gesetz

Fracking-Factsheet

Alle Informationen rund um das geplante Gesetz finden Sie in unserem Factsheet. Sie können es hier online lesen und herunterladen.

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