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Energie und Klima

Kohle

Kohle ist ein Sedimentgestein, das im Laufe von Jahrmillionen aus abgestorbenem organischem Material – Farnen und anderen Pflanzen – entstanden ist. Diese wurden zunächst zu Torf und später unter Druckeinwirkung und bei hohen Temperaturen erst zu Braunkohle und später zu Steinkohle. Die weichere Braunkohle ist energieärmer als die Steinkohle und enthält mehr Wasser. Sie wird deswegen nur über kurze Wege transportiert und regional genutzt.

Deutschland: Weltspitze bei Braunkohleförderung

© Christoph Dietrich / Fotolia

Die größten Braunkohlereserven lagern in Russland mit einem Weltanteil von einem Drittel sowie in Australien, Deutschland, den USA und China. Bei der Förderung von Braunkohle ist Deutschland globaler Spitzenreiter mit rund 17 Prozent der Weltförderung im Jahr 2012. In Deutschland gibt es drei große Braunkohle-Reviere: die Niederrheinische Bucht, das Mitteldeutsche Braunkohlenrevier und das Lausitzer Revier.

Die größten Steinkohlereserven liegen in den USA (29 Prozent), China (23 Prozent) und Indien (10,5 Prozent). China allein war 2012 für die Hälfte der gesamten Steinkohleförderung verantwortlich. Deutschlands Steinkohlereserven hingegen sind klein, da die vorhandenen Ressourcen geologisch so ungünstig platziert sind, dass eine Ausbeutung sich wirtschaftlich nicht lohnt. Die Steinkohleförderung hatte hierzulande ihre letzte Hochphase in den 1950er Jahren: 1956 hatte sie wieder das Vorkriegsniveau erreicht. Doch seit den 1960er Jahren spürte die deutsche Steinkohlewirtschaft die Globalisierung. In anderen Teilen der Welt waren zahlreiche Bergwerke entstanden und förderten den Rohstoff wesentlich günstiger. Auch die Transportkosten sanken rapide. So war die deutsche Steinkohle auf dem Weltmarkt nicht mehr wettbewerbsfähig und wird seither mit Steuergeldern subventioniert. Die Förderkosten in Deutschland lagen im Jahr 2010 mit 160 Euro pro Tonne fast doppelt so hoch wie der durchschnittliche Weltmarktpreis von 85 Euro pro Tonne. Der Ausstieg aus der Subventionierung der Steinkohle ist für 2018 beschlossen. Deutschland befindet sich daher unter den größten Importeuren von Steinkohle. Die Einfuhr steigerte sich 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 15,2 Prozent.

Die Renaissance der Kohle

© Tom Bayer / Fotolia

Öffentliche Wahrnehmung und Realität klaffen weit auseinander, wenn es um den schmutzigsten aller Energieträger geht. Für viele ist die Kohle ein Fossil, das sie vor allem mit den Anfängen der Industrialisierung oder mit dem Wirtschaftswunder in Deutschland in Verbindung bringen, als der Himmel über dem Ruhrgebiet noch schwarz war. Doch aktuell erlebt die Kohle eine Renaissance – national wie global. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass Kohle bis 2020 die wichtigste Energiequelle überhaupt sein wird – noch vor Erdöl.

Bereits heute liegt der Anteil der Kohle am globalen Primärenergieverbrauch bei 30 Prozent. Einen höheren Anteil am Primärenergieverbrauch hatte die Kohlekraft zuletzt 1970. Über 40 Prozent der weltweiten Stromerzeugung basiert auf dem Energieträger mit dem größten CO2-Ausstoß.

In Deutschland hatte die Kohle im Jahr 2013 einen Anteil von 45 Prozent an der Stromproduktion, war dabei aber gleichzeitig für 80 Prozent der Treibhausgasemissionen des Stromsektors verantwortlich. Die besonders klimaschädliche Braunkohleverstromung stieg 2013 auf 162 Milliarden Kilowattstunden, den höchsten Wert seit 1990, als noch viele alte DDR-Kraftwerke am Netz waren.

Billig und verfügbar

© William Richardson / Fotolia

Für den Kohle-Boom gibt es mehrere Gründe, einer davon ist der Preis. Kohle ist derzeit die scheinbar preiswerteste Energiequelle. Das liegt aber nur daran, dass die Energiekonzerne nicht alle Kosten bezahlen müssen. Denn sie profitieren einerseits von staatlicher Förderung in Milliardenhöhe für die Kohleverstromung (z.B. durch Steuervergünstigungen oder Absatzbeihilfen). Andererseits kommen sie für viele der durch die Schadstoff- und Treibhausgasemissionen verursachten externen Kosten nicht auf. Der europäische Emissionshandel, der hier Abhilfe verschaffen könnte, funktioniert nicht. Die Zertifikate sind schlicht zu billig, um klimaschädliche Technologien unrentabel zu machen.

Eine weitere Ursache für den Vormarsch der Kohle ist ihre Verfügbarkeit. Unter den fossilen Energiequellen ist sie diejenige mit den größten Reserven weltweit. Diese sind zudem nicht auf bestimmte Regionen konzentriert, sondern auf allen Kontinenten vorhanden. So ist die Ausbeutung der Kohle nicht mit geopolitischen Schwierigkeiten verbunden. Unter gleichbleibenden Förderbedingungen würden die existierenden Kohlereserven noch für über hundert Jahre reichen. Allerdings wurde die Veränderung der Reserven in den letzten Jahren teils stark nach unten korrigiert. BP beispielsweise ging im Jahr 2004 noch von einer Reichweite von 164 Jahren aus, korrigierte diese aber bereits 2008 – lediglich vier Jahre später – auf nur noch 122 Jahre. Die Energy Watch Group geht daher davon aus, dass auch die Kohle ihren Peak schneller erreichen wird als bisher angenommen.

August 2014
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1 / n

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