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Gen-Pflanzen außer Kontrolle

Kontamination

Außer Kontrolle
Tomaten

© BrandtMarke / Pixelio

Seit Jahren versichern Gentechnikkonzerne wie Monsanto, Syngenta, Bayer, BASF und Co., ein Nebeneinander von gentechnikfreier Landwirtschaft und dem Anbau transgener Pflanzen sei problemlos möglich. Dutzende Fälle zeigen jedoch, dass die Kontamination von Umwelt, Saatgut, Futter- und Lebensmitteln durch genmanipulierte Pflanzen längst weltweite Realität ist.

  • Gentechnisch veränderte Pflanzen vermischen sich seit Jahren mit herkömmlichen Kulturen.

  • Kontaminationen entstehen durch Pollenflug, Insekten, Bienen und Vögel, durch Deklarationsfehler, vertauschtes Saatgut, verunreinigte Maschinen, beim Transport und nicht zuletzt durch „Nahrungsmittelhilfe“ der USA in die Dritte Welt.

  • Transgene Konstrukte breiten sich in Wildpflanzen aus.

  • Durch Auskreuzungen entstehen so genannte Superunkräuter.

  • Selbst in Ländern, in denen keine Gen- Pflanzen angebaut werden, häufen sich die Kontaminationen.

  • Nicht zugelassene Genpflanzen entweichen aus Laboren und Freisetzungsversuchen Eine Koexistenz zwischen Gen-Anbau und konventioneller bzw. ökologischer Landwirtschaft ist unmöglich.
Auskreuzungen
Frühstücksflocken

© BrandtMarke / Pixelio

Fremde Gene im Unkraut: Eine britische Studie fand verändertes Erbmaterial aus herbizidresistentem Gen-Raps in Ackersenf, einem Unkraut. In den USA wurden auch Eigenschaften aus genmanipuliertem Reis in einem Ackerunkraut nachgewiesen.

Gen-Papaya breiten sich aus: 2004 kam ans Licht, dass ein staatliches thailändisches Forschungsinstitut genmanipuliertes Papaya- Saatgut illegal an Bauern verteilt hatte. Zudem kreuzte die Pflanze durch Freisetzungsversuche des Instituts aus. Obwohl alle verdächtigen Papaya- Bäume zerstört wurden, wird das transgene Konstrukt in Papayas der Region immer wieder nachgewiesen.

Gen-Raps überall: Seit dem großflächigen Anbau von Gen-Raps kann in Kanada kein gentechnikfreier Raps mehr angebaut werden. Raps kreuzt über extrem weite Distanzen aus. Untersuchungen wiesen den Pollen noch in 26 km Entfernung nach. Die Produktion von gentechnikfreiem Rapshonig – der einstigen kanadischen Spezialität – ist dadurch unmöglich geworden.

Don Westfall, Berater zahlreicher Gentechnik-Konzerne:

"Die Industrie hofft darauf, dass der Markt im Laufe der Zeit so überschwemmt wird, dass man nichts mehr dagegen tun kann. Man kapituliert einfach."

Saatgut & Futtermittel

Heimat des Mais kontaminiert: In Mexiko, dem Herkunftsland der Maispflanze, wachsen mehrere Tausend Maissorten, die für die Züchtung unerlässlich sind. US-Wissenschaftler stellten 2001 massive Einkreuzungen von Gen-Maislinien in mexikanische Landsorten fest. Ursprung der Kontamination war Gen-Mais aus den USA. Die Landbevölkerung war nicht informiert worden und hatte ihn als Saatgut statt als Lebensmittel verwendet.

Bt10 statt Bt11: Der Gentechnikkonzern Syngenta gab 2005 zu, dass dem Unternehmen in den USA seit 2001 ein gravierender Fehler unterlaufen war. Statt des in einigen Ländern zugelassenen Gen-Mais Bt11 wurde das in keinem Land der Welt zugelassene Konstrukt Bt10 als Saatgut verkauft. Rund 190.000 Tonnen Bt10 gelangten dadurch in die Nahrungskette und über Exporte auch nach Europa.

Landwirten Gen-Mais untergeschoben: Kontaminiertes Maissaatgut der Firma Pioneer gelangte 2005 in den deutschen Handel. 2010 war Maissaatgut von Pioneer mit dem für den Anbau nicht zugelassenen Gen-Mais NK603 von Monsanto kontaminiert. Der verunreinigte Mais wurde auf mehreren Tausend Hektar in sieben deutschen Bundesländern ausgesät. Die betroffenen Bauern wurden in beiden Fällen erst nach der Aussaat über die Verunreinigung informiert.

Lebensmittel

Kontaminierter Reis: 2006 wurde bekannt, dass offenbar seit Jahren ein Großteil der US-Reisernte mit dem weltweit nicht zugelassenen herbizidresistenten Gen-Reis LL601 des Bayer- Konzerns verunreinigt worden war. Dieser wurde nur bis 2001 in einzelnen Freilandversuchen in den USA getestet. Ein weiterer nicht zugelassener Gen-Reis tauchte 2009 in der Schweiz auf. Das Konstrukt Bt63 war 2001 in China zu Versuchszwecken kultiviert worden.

Chips aus illegalem Gen-Mais: Der nur als Futtermittel zugelassene Bt-Mais Star-Link kontaminierte 2000 durch Pollenflug und Vermischungen nach der Ernte weite Teile der US-Lebensmittelkette sowie konventionelles Saatgut. Obwohl Star-Link auf nur vier Prozent der US-Maisanbaufläche angebaut wurde, war ein Großteil der Saatgut-Bestände in den USA verunreinigt.

Gen-Leinsaat in Brot und Müsli: Illegale Gen- Leinsaat wurde 2009 in Brot und Müsli in der gesamten EU entdeckt. Bei dem Gen-Lein handelte es sich um die herbizidtolerante und antibiotikaresistente Linie FP967/CDC Triffid, die in Kanada entwickelt worden war. Sie wurde nur in einer einzigen Saison in Kanada angebaut – und das knapp zehn Jahre zuvor.

Das Umweltinstitut München e.V. fordert:

  • Einen weltweiten Zulassungsstopp für genmanipulierte Pflanzen

  • Einen sofortigen Anbaustopp für bereits zugelassene genmanipulierte Pflanzen

Einen Überblick, welche Pflanzen bis heute in Deutschland freigesetzt wurden, finden Sie unter:

www.bvl.bund.de

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