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Gentechnik-Basisinformationen

Risiken und Nebenwirkungen

Brian Brown, istock, Flugzeug, Feld, Pestizide

© Brian Brown / istockphoto.com

Die letzten 30 Jahre haben uns gezeigt, dass die Agro-Gentechnik massive Probleme ökologischer, sozialer und ökonomischer Art verursacht.

Kontamination, Resistenzen, Biodiversitätsverlust, Marktkonzentration, Patente, Pestizide und vieles mehr: Die Liste der negativen Folgen des Einsatzes von Gentechnik in der Landwirtschaft ist lang.

Verlust genetischer Vielfalt

Vor etwa 10.000 Jahren begannen die Menschen systematisch Pflanzen anzubauen. Dabei entstanden viele verschiedene Sorten, die an die jeweiligen klimatischen und geographische Bedingungen angepasst sind, oder die  Resistenzen gegen bestimmte Schädlinge und Krankheiten besitzen. So ist ein großer genetischer Pool von Nutzpflanzen mit vielen verschiedenen Eigenschaften entstanden.

Diese Vielfalt ist die Grundlage jeder zukünftigen Züchtung. Transgene Pflanzen und Tiere gefährden die ohnehin schon stark bedrohte Arten- und Sortenvielfalt. Denn durch die Konzentration auf wenige Gentechniksorten schrumpft der Genpool der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen immer schneller und lokale Sorten, die optimal an ihren jeweiligen Standort angepasst sind werden verdrängt. Die Kommerzialisierung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen ist sehr teuer. Deshalb fokussieren sich die Gentech-Konzerne hauptsächlich auf nur wenige Arten, die ihnen hohe Gewinne versprechen. Das sind bisher Mais, Soja, Baumwolle und Raps.

Unkontrollierte Verbreitung

Kontaminationen entstehen durch Pollenflug, Insekten, Bienen und Vögel, durch Deklarationsfehler, vertauschtes Saatgut, verunreinigte Maschinen, beim Transport und nicht zuletzt durch „Nahrungsmittelhilfe“ der USA in die Dritte Welt. Die Auskreuzung genmanipulierter Pflanzen in wilde Verwandte ist dabei besonders kritisch. Durch Auskreuzungen entstehen auch so genannte Superunkräuter. Dabei handelt es sich um von den Bauern unliebsame Wildkräuter, die gleich gegen mehrere Pestizide resistent sind und dadurch zum Teil sogar wieder per Hand ausgerissen werden müssen.

Auskreuzung ist in Kanada traurige Realität: Genmanipulierter Raps kreuzte dort in die Wildart Rübsen aus, die sich in der Natur etabliert hat und die Eigenschaft Herbizidresistenz weiterverbreitet. Doch auch die Kulturpflanze selbst kann zum Problem werden. In Kanada kann auf keinem einzigen Hektar mehr gentechnikfreier Raps angebaut werden, da sämtliches Saatgut gentechnisch verunreinigt ist. Auch in den USA sind Großteile des Saatguts von Mais, Raps und Soja durch gentechnisch verändertes Saatgut kontaminiert. Und mittlerweile sind sogar Saatgutbanken mit transgenem Material verseucht. Einmal in die Natur freigesetzt sind gentechnisch veränderte Pflanzen und ihre veränderten Gene nicht mehr rückholbar.

Wirtschaftliche Konsequenzen

Seit Jahren versichern Gentechnikkonzerne wie Monsanto (gehört jetzt Bayer), Syngenta (jetzt Chemchina), BASF und Co., ein Nebeneinander von gentechnikfreier Landwirtschaft und dem Anbau transgener Pflanzen sei problemlos möglich. Dutzende Fälle zeigen jedoch, dass die Kontamination von Umwelt, Saatgut, Futter- und Lebensmitteln durch genmanipulierte Pflanzen längst weltweite Realität ist.

Die gentechnischen Verunreinigungen bringen die konventionelle und die Bio-Landwirtschaft in existenzielle Bedrängnis. Ökologischer und konventioneller Anbau werden teils sogar unmöglich. Um Kontaminationen zu vermeiden müssen Landwirte erhebliche Zusatzkosten leisten für Tests, Kontrollen und Voruntersuchungen. Dadurch erhöhen sich die Preise für deren Lebensmittel. Die Agro-Gentechnik verdrängt auf diese Weise alle anderen Formen der Landbewirtschaftung.

Resistenzen

Ein weiteres Problem ist die Entstehung von Resistenzen: So genannte Bt-Pflanzen begünstigen die Bildung resistenter Schädlinge. Bt ist dabei die Abkürzung für das Bakterium Bacillus thuringiensis. Dieses Bodenbakterium bildet ein Protein, das giftig auf Insekten und Bodenorganismen wirkt. Das zugehörige bakterielle Erbmaterial haben Gentechniker auf Pflanzen übertragen. Die gentechnisch manipulierten Pflanzen sondern dauerhaft Gift ab. Andauernd dem Gift ausgesetzt, das in den genveränderten Pflanzen in jeder Zelle gebildet wird, werden die Schadinsekten nach einigen Generationen widerstandsfähig gegen das Toxin. So ist der Baumwollkapselbohrer inzwischen resistent gegen das Gift der Gentechnik-Baumwolle.

Bt-Pflanzen stellen zudem ein erhebliches Risiko für die Umwelt dar. Denn das Gift wirkt nicht nur gegen Schädlinge, sondern auch gegen Nutzinsekten. In Studien wurden negative Auswirkungen auf verschiedene Schmetterlingsarten – wie z.B. den Monarchfalter – wie auch andere Nutzinsekten – wie z.B. den Rückgang nützlicher Raubinsekten in US-amerikanischen Bt-Maisfeldern – festgestellt. Ein ökologisches Desaster, das sich noch dadurch verstärkt, dass nach der Dezimierung des Hauptschädlings durch Bt-Pflanzen andere Schadinsekten (sogenannte Sekundärschädlinge) vermehrt auftreten. In China und Indien führte dieses Phänomen zu dramatischen Ernteverlusten.

Und auch der Anbau von herbizidtoleranten Pflanzen erweist sich zunehmend als Katastrophe. Der damit verbundene großflächige Pestizideinsatz dezimiert die Vielfalt von Pflanzen und Insekten deutlich. Hinzu kommt, dass nach wenigen Jahren die nötige Pestizidmenge bei solchen gentechnisch veränderten Pflanzen steil ansteigt, weil immer mehr Unkräuter resistent gegen die Totalherbizide, wie etwa Glyphosat, werden. Dies soll mit immer höheren Pestizidmengen ausgeglichen werden.

Gesundheitsrisiken

Die Gentechnikkonzerne und industrienahe ForscherInnen behaupten, dass transgene Pflanzen gesundheitlich unbedenklich und streng getestet seien. Doch weltweit gibt es kaum belastbare Studien über die Auswirkungen genmanipulierter Pflanzen auf Mensch und Tier. Langzeituntersuchungen fehlen völlig. Die Regel sind Kurzstudien von 21 bis 90 Tagen, bei denen zudem meist die Futterverwertung, nicht jedoch die Toxizität der genveränderten Pflanzen untersucht wird. Es gibt keine Daten, die beweisen, dass GVO harmlos für die Gesundheit sind.

Entwarnung kann also nicht gegeben werden, im Gegenteil: Der Einbau der künstlichen Gene kann sowohl Veränderungen am gewünschten Gen als auch an unerwünschten Stellen im Erbgut der Pflanze auslösen. Zudem können die eingefügten Gene selbst gesundheitliche Risiken bergen.

Auch besteht die Gefahr, dass Antibiotikaresistenzgene Antibiotika noch schneller wirkungslos werden lassen. Denn es besteht die Möglichkeit, dass die Antibiotikaresistenz auf Bakterien im menschlichen Darm übergehen kann, über den sogenannten horizontalen Gentransfer. Die Antibiotikaresistenzgene werden als sogenannte Markergene genutzt. Mit ihrer Hilfe wird im Labor festgestellt, ob die an der Pflanze vorgenommene Genmanipulation erfolgreich war, oder nicht.

Patente

Transgene Pflanzen werden grundsätzlich patentiert. Damit wird die gemeinsame Grundlage des Lebens, das niemand erfinden oder technisch herstellen kann, zu privatem „geistigen“ Eigentum. 

Seit Jahrtausenden säen Bauern einen Teil ihrer Ernte wieder aus oder tauschen Saatgut mit anderen. Milliarden von Menschen weltweit leben überwiegend von der Landwirtschaft und sind auf dieses Grundrecht angewiesen. Patente auf Pflanzen machen diese bäuerliche Tradition zu einer kriminellen Tat. Sie zwingen die Bauern, ihr Saatgut jedes Jahr neu zu kaufen. Denn die Bauern dürfen gentechnisch veränderte Pflanzen nur als Lizenznehmer nutzen. So wie es üblich ist, einen Teil der Ernte zurück zu behalten und im nächsten Jahr wieder auszusähen, ist ihnen verboten. Speziell in Nordamerika nutzt Monsanto das Patentrecht, um Bauern mithilfe von Knebelverträgen elementarer Rechte zu berauben.

Lesen Sie hier mehr zu dem Thema Patente auf Leben.

Infomaterial
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Gensoja in Fleisch und Milch - Kennzeichnung mit großen Lücken

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