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Gentechnik

Terminator-Technologie

Sterilisierte Natur
Flickr, Pipette, Hände, Handschuhe, Labor, Ibbl, Eppendorf

© Ibbl / flickr.com

Von der Pflanzenzüchtung über Agrochemie, Saatgut- und Getreidehandel bis hin zur Lebensmittelproduktion: Eine zunehmende Machtkonzentration prägt die Struktur der Landwirtschaft. Konzerne wie Monsanto, Syngenta oder Bayer kontrollieren weite Teile der globalen Agrarwirtschaft. In den Fokus gerät dabei mehr und mehr der erste und wichtigste Teil der Erzeugung von Nahrung: das Saatgut. Noch sind 80 Prozent des weltweiten Marktes nicht kommerzialisiert. Bauern legen sich für die nächste Aussaat einen Teil ihrer Ernte zurück. Selbst in Deutschland werden noch etwa 50 Prozent des Getreides von den Landwirten nachgebaut.

Die Agrokonzerne versuchen, diesen Nachbau mit patentiertem Gentechnik- Saatgut auf dem Rechtsweg zu verhindern. Doch Patente erlöschen, und die Kontrolle der Bauern kostet Geld. Noch einfacher wäre es daher, wenn ein Nachbau genmanipulierter Pflanzen von vornherein ausgeschlossen wäre – zum Beispiel durch Terminator-Saatgut. Die Technologie wurde vom Saatgutkonzern Delta& Pine Land mit der US-Regierung entwickelt, um die „Wettbewerbsfähigkeit“ der US-Landwirtschaft zu sichern und „neue Märkte in Ländern der Zweiten und Dritten Welt zu erobern“.

Was ist Terminator-Technologie?

Terminator-Technologie ist eine Methode der gentechnischen Manipulation, die sich noch im Entwicklungsstadium befindet. Sie bewirkt, dass Pflanzen keine keimfähigen Samen mehr hervorbringen. Den Pflanzen wird dazu ein Programm eingebaut, das den Embryo im ausgereiften Korn abtötet oder stark schädigt. Das gekaufte Saatgut keimt aus, die Pflanzen wachsen, doch die geernteten Samen sind steril. Die Technologie wurde zunächst vom Saatgutkonzern Delta & Pine Land in Zusammenarbeit mit der US-Regierung entwickelt, um die "Wettbewerbsfähigkeit" der US-Landwirtschaft zu sichern und, so die US-Regierung, "neue Märkte in Ländern der Zweiten und Dritten Welt zu erobern". Vor allem sollte der Nachbau von genmanipulierten Pflanzen verhindert werden. Terminator-Saatgut ist bislang nicht im Freiland getestet oder zugelassen.

Widerstand

Weltweit protestieren Bauern- und Umweltorganisationen, vor allem in den Ländern des Südens

  • Die Ethikkommission der UN-Welternährungsorganisation FAO hat erklärt, es sei „unakzeptabel, Saatgut zu verkaufen, dessen Erntegut die Bauern nicht wieder verwenden können“
  • Die Vertragsstaaten der UN-Konvention über die biologische Vielfalt haben im Jahre 2000 ein Moratorium für die kommerzielle Nutzung gentechnisch sterilisierter Pflanzen beschlossen
  • Staaten wie Indien oder Brasilien haben zusätzlich nationale Verbote erlassen
Der Terminator wird grün

Aufgrund des internationalen Drucks gaben Konzerne wie Monsanto oder Syngenta 1999 bekannt, Terminator-Pflanzen nicht vermarkten zu wollen. Und doch entwickeln die Gentechnikfirmen sterilisierte Gen-Pflanzen weiter. Nur die Strategie hat sich gewandelt. Vermeintlicher Umweltschutz dient nun als Rechtfertigung für die Notwendigkeit von Terminator-Samen. Sterilisiertes Erntegut, so die Argumentation, könnte die mittlerweile weltweit auftretenden Verunreinigungen von Äckern und Lebensmitteln durch transgene Pflanzen stoppen. Ein hausgemachtes Problem dient der Gentechnik- Industrie also als Vorwand, Terminator- Saatgut als die Lösung eben dieses Problems zu bewerben.

Bauernfängerei

Terminator-Saatgut bietet keinen Schutz vor der Auskreuzung genmanipulierter Pflanzen, denn der genetische Mechanismus dieser Technologie extrem störanfällig ist, nicht alle Pflanzen steril werden und der Pollen von Terminator-Pflanzen nach wie vor fruchtbar sein kann und damit Nachbarfelder verunreinigen. Auf kontaminierten Äckern kann dann folglich kein Saatgut mehr aus der Ernte gewonnen werden.

Angriff auf Grundrechte

Es wird weiter an Terminator-Samen geforscht. „Wir haben die Arbeit an unserem Technologieschutz- System unbeirrt weitergeführt. Wir haben das Ziel im Auge und schreiten voran in Richtung Kommerzialisierung“, so der Vorstand von Delta & Pine Land. Für weltweite Bestürzung sorgte, dass ausgerechnet der Monsanto-Konzern im Jahr 2007 Delta & Pine Land schluckte.

Und auch deutsche Behörden forschen in Zusammenarbeit mit europäischen Instituten und Saatgutfirmen mit EU-Geldern an der Entwicklung solcher Pflanzen. Die Patenterteilung gentechnisch sterilisierter Pflanzen geht also weiter. Staaten wie Neuseeland, Australien, Kanada und die USA versuchen mit allen Mitteln, das internationale Anbauverbot für Terminator-Saatgut zu kippen.

Doch den Bäuerinnen und Bauern auf der ganzen Welt wird durch Terminator-Saatgut die Möglichkeit genommen, einen Teil der Ernte im Folgejahr erneut als Saatgut zu verwenden. Der Angriff auf diese Bauernrechte setzt die Ernährungssicherheit der Menschen, deren Kultur sowie traditionelle Sorten aufs Spiel.

Infomaterial
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Terminator-Technologie
Saatgut im Fokus der Konzerne

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