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Bienen

Gibt es in Deutschland ein Bienensterben?

Wer ist Schuld am Bienensterben?
Bienen im Stock, The physicist - Fotolia

© The physicist - Fotolia

Seit weit über zehn Jahren wird in Deutschland über das Bienensterben diskutiert. Schon die hohen Bienenverluste im Winter 2002/2003 brachten die Debatte ins Rollen. Als 2008 im Rheinland über zehntausend Bienenvölker an dem Insektengift Clothianidin aus der Gruppe der Neonicotinoide zu Grunde gingen, und spätestens mit dem 2012 erschienenen Film "More than Honey", nahm sie richtig Fahrt auf.

Dennoch behaupten VertreterInnen der Agrarindustrie nach wie vor, dass es kein Bienensterben gibt oder dass ausschließlich die Varroamilbe, ein Parasit der aus Asien eingeschleppt wurde, an den hohen Verlusten Schuld ist. Ökologische Gründe für das Bienensterben, wie ein Mangel an Nahrungspflanzen und insbesondere der Einfluss von Pestiziden, die von ImkerInnen und UmweltschützerInnen vorgebracht werden, werden auch von staatlichen Stellen geleugnet.

Doch die Debatte um die Zahl der Honigbienen geht am eigentlichen Problem vorbei. Honigbienen sind als Nutztiere vor allem von Menschen beeinflusst. ImkerInnen können Parasiten bekämpfen und ökologische Einflüsse kompensieren - auch wenn ihnen Letzteres immer schwerer fällt. Ein Aussterben der Honigbienen ist daher nicht unmittelbar zu befürchten - ganz im Gegensatz zum massenhaften Sterben bei anderen Insekten, das uns wirklich beunruhigen sollte und das rasches Handeln fordert.

Die offiziellen Statistiken zeigen, dass die Zahl der Bienenstöcke in Deutschland seit 1990 deutlich abgenommen hat. Von über 1,2 Millionen Stöcken sind noch weniger als eine Million übrig. Die Imkerinnen und Imker haben es immer schwerer, weil der stetige Rückgang an Blühpflanzen den Honigertrag schmälert, Pestizide, Luftschadstoffe und Parasiten der Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der Bienen zusetzen, Konflikte mit der Landwirtschaft zunehmen und billiger Importhonig die Preise dominiert. Ältere Zahlen zeigen einen noch stärkeren Rückgang der Bienenvölker. Diese sind jedoch schlecht vergleichbar, weil die Zahl der Bienen pro Bienenstock nicht konstant ist, sondern im Laufe des 20. Jahrhunderts zugenommen hat.

Interessanterweise ist es gerade die Debatte um das Bienensterben, die eine leichte Trendwende eingeleitet hat. Bienenhaltung gilt als angesagt und aktiver Naturschutz. Immer mehr Menschen achten beim Kauf von Honig auf eine Herkunft aus regionaler und ökologischer Produktion, anstatt eine "Mischung von Honigen aus EU-Ländern und nicht-EU-Ländern" zu kaufen. Die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Bienen- und dem Insektensterben hat die Imkerei wieder attraktiver gemacht. Seit dem Tiefststand von 2007 steigt die Zahl der Bienenstöcke wieder.

An den riesigen ökologischen Problemen, die zum großen Insektensterben führen, hat der neue Trend zur Imkerei bisher jedoch nichts geändert. Die Imkerinnen und Imker selbst bemerken das in ihrer Arbeit immer wieder. Bienen sind hervorragende Bioindikatoren, die mit Nektar und Pollen auch allerlei Schadstoffe sammeln und empfindlich auf den Klimawandel reagieren. Deshalb setzen sich viele ImkerInnen aktiv für Umweltschutz und insbesondere gegen Pestizide ein.

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