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Landwirtschaft

Ökologischer Landbau und gesunde Lebensmittel

Ziel des ökologischen Landbaus

Ziel des ökologischen Landbaus ist es, Umweltschäden gar nicht erst entstehen zu lassen. Die Nutzung der Natur und deren Schutz befinden sich im Einklang. Die Wirtschaftsweise ist naturnah unter Einhaltung der ökologischen Belastungsgrenzen. Leitbild im Ökolandbau ist ein geschlossener Betriebskreislauf.

Möglichst wenig Nährstoffe sollen verloren gehen, möglichst wenige hinzu gekauft werden. Ackerbau und Viehhaltung sind aneinander gekoppelt. Auf der Ackerfläche werden Lebensmittel und Futterpflanzen erzeugt. Die pflanzlichen Abfälle und der tierische Dung werden auf dem Acker ausgebracht. Daher muss pro Tier eine bestimmte Feldfläche vorhanden sein. Die Grundlagen des ökologischen Landbaus entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Aus diesen wurden die heute international gültigen Regeln für Tierhaltung und Pflanzenbau abgeleitet. Im Jahr 2010 wurden weltweit bereits über 37 Millionen Hektar ökologisch bewirtschaftet. In den vergangenen Jahren wuchs diese Fläche kontinuierlich. Im Jahr 2013 gab es in Deutschland über 23.000 Öko-Betriebe mit einer Fläche von über einer Million Hektar. Dies entspricht über sechs Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes.

Unbelastete Böden
© Bernd Lang / pixelio

© Bernd Lang / pixelio

Der hohe Düngemittel- und Pestizideinsatz, schwere Landwirtschaftsmaschinen und der Verzicht auf biologisch sinnvolle Fruchtfolgen belasten unsere Böden. Auf intensiv bewirtschafteten Äckern hat die Bodendegradation mittlerweile katastrophale Ausmaße angenommen. In der ökologischen Landwirtschaft wird der Boden als lebendige Grundlage betrachtet. Zu dessen Schutz und zum Aufbau der Bodenfruchtbarkeit muss eine ausgeglichene Fruchtfolge eingehalten werden. Der Ökolandbau nutzt modernste Technik und mechanische Unkrautbearbeitungsgeräte, die den Einsatz chemischer Unkrautvernichtungsmittel ersetzen und Nützlinge fördern. Auf Bioböden leben bis zu doppelt so viele Laufkäfer und Spinnen, die sich hauptsächlich von Schädlingen ernähren. Vielfältige Fruchtfolgen behindern zudem selbsttätig viele Krankheiten und Schädlinge. Im ökologischen Landbau darf neben selbst erzeugtem Dünger ausschließlich Naturdünger verwendet werden. Im Boden einer Biofläche findet man daher durchschnittlich 50 Prozent mehr Regenwürmer als auf konventionellen Flächen. Das Ergebnis ist ein höherer Humusgehalt, der den Boden saugfähig macht. So kann ermehr Wasser und Nährstoffe speichern. Die Pflanzen werden besser versorgt, Erosion und Hochwasserschäden verhindert.

Sauberes Wasser
© Roland Bollinger / pixelio

© Roland Bollinger / pixelio

Pestizide und Düngemittel in der Landwirtschaft gelten als die größten Grundwasserverschmutzer. Erhöhte Nitratwerte beeinträchtigen die Trinkwasserqualität und wirken sich negativ auf die Gesundheit aus. Besonders in Gebieten, in denen viel Massentierhaltung betrieben wird, können Trinkwasserbrunnen wegen der hohen Belastung oft nicht mehr genutzt werden. Der ökologische Landbau dagegen sorgt nicht nur für gesunde Lebensmittel. Er hält auch unser Hauptnahrungsmittel sauber: das Wasser.

Im Ökolandbau wird überwiegend mit Mist und Gülle sowie Pflanzenkompost gedüngt. Gründüngung und der Anbau von Leguminosen wird ergänzend eingesetzt. Auf ökologischen Ackerflächen darf generell weniger Dünger ausgebracht werden. In Kombination mit einer vielfältigen Fruchtfolge bei möglichst ganzjähriger Bodenbedeckung wird auf ökologisch bewirtschafteten Flächen bis zu 64 Prozent weniger Nitrat ausgewaschen als auf konventionellen Höfen. Zudem gelangen keine Pestizide ins Grundwasser, da auf ihren Einsatz verzichtet wird. Auf diese Weise bleiben Flüsse und Seen sauber. 

Klimaschutz und saubere Luft
© Kathrin Brechbühler / pixelio

© Kathrin Brechbühler / pixelio

Der Landwirtschaftssektor verursacht über 13 Prozent aller Treibhausgasemissionen in Deutschland - etwa genauso viel wie der Straßenverkehr. Humusverlust, Bodenerosion, das Trockenlegen von Mooren, Grünlandumbruch und der Einsatz mineralischer Stickstoffdünger verursachen die meisten Emissionen in der Landwirtschaft. Auch beim Klimaschutz ist der Ökolandbau zukunftsweisend und kann die landwirtschaftliche Klimabilanz deutlich verbessern.

Öko-Betriebe emittieren pro Hektar bis zu 50 Prozent weniger klimaschädliches CO2 als konventionelle. Besonders der Verzicht von Agrarchemikalien, die in der Herstellung sehr energieintensiv sind, führt zu einer besseren Energiebilanz. Weil Biobauern vorwiegend hofeigene Futtermittel verwenden, verbrauchen sie auch für den Transport von Futtermittel deutlich weniger Energie. Außerdem können ökologisch bewirtschaftete Flächen durch ihren höheren Humusgehalt mehr CO2 binden und tragen so zur Stabilisierung des Klimas bei.

Schutz der Artenvielfalt
© birgitH / pixelio

© birgitH / pixelio

Die Landwirtschaft gilt als Verursacherin Nummer eins für das weltweite Artensterben. Vor allem die industrielle Landwirtschaft ist verantwortlich für die großflächige Zerstörung von Lebensräumen. Die Abholzung der tropischen Regenwälder für den Sojaanbau in Brasilien ist nur eins von vielen Beispielen.

Gefährliche Pestizide, die sich zum Teil sehr langsam abbauen, sind nicht nur schädlich für die menschliche Gesundheit. Sie töten auch Insekten, Amphibien und Fische. Der Ökolandbau bietet einen sinnvollen Ausweg: Wo ökologisch gewirtschaftet wurde, fanden Wissenschaftler in England 85 Prozent mehr Pflanzenarten, ein Drittel mehr Fledermäuse, 17 Prozent mehr Spinnen und fünf Prozent mehr Vögel.

Dies liegt nicht nur am Verzicht auf Chemikalien. Die schonende Bodenbearbeitung erhält die Vielfalt der Bodenorganismen. Der Lebensraum für Pflanzen und Tiere wird auch durch mehr Grünflächen und Hecken vergrößert. Außerdem fördern Bio-Bauern heimische, an die lokalen Umweltbedingungen angepasste Tierrassen und Pflanzensorten. So wirken sie dem ausschließlich auf Höchstleistung getrimmten Einheitsbrei in der konventionellen Landwirtschaft entgegen.

© Péronne vd Ham / pixelio

© Péronne vd Ham / pixelio

Die etwa 3,2 Millionen Rinder, 58 Millionen Schweine, 1,5 Milliarden Hühner, Enten, Gänse und Truthühner, die jährlich in Deutschland geschlachtet werden, stammen überwiegend aus industrieller Tierhaltung: Tausende Tiere dicht gedrängt in klimatisierten Ställen ohne Tageslicht, abgekniffene Schwänze und Zähne bei Schweinen, gestutzte Schnäbel bei Hühnern und Puten, lange Transportwege zum Schlachthof, regelmäßige Antibiotikagaben, billiges Futter, darunter genmanipulierte Soja aus aller Welt - Tierquälerei im Rahmen der Gesetze.

© AngelaL / pixelio

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Im Ökolandbau hingegen wird Tierschutz groß geschrieben: Erstens aus Achtung vor dem Mitgeschöpf Tier und zweitens, weil nur artgerechte Haltung und Fütterung gesunde und langlebige Tiere hervorbringen. Der Zusatz von Leistungsförderern in Futtermitteln ist untersagt. Ökobetriebe halten nur so viele Tiere, wie sie mit den Erträgen ihrer Acker- und Weideflächen füttern konnen. Der Zukauf von Futtermitteln ist begrenzt. Anfallende natürliche Dünger werden im Betriebskreislauf eingesetzt. Die Tiere kommen täglich an die frische Luft und haben auch im Stall ausreichend Platz zur Bewegung. Deswegen können Schwänze, Zähne und Schnäbel dranbleiben. Öko-Tiere fühlen sich wohl und das reduziert Krankheiten. Bei Bedarf kommen natürliche und homöopathische Mittel zum Einsatz, Antibiotika werden nur selten gebraucht. Der letzte Weg der Tiere zum Schlachthof erfolgt so schonend wie möglich.

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