Facebook .
Twitter .
Menü
Home  trenner  Themen  trenner  Landwirtschaft  trenner  Ökologischer Landbau  trenner  Grundsätze des Ökolandbaus
Ökologischer Landbau

Grundsätze des Ökolandbaus

Geschlossener Betriebskreislauf

Systeme, die aus eigener Kraft heraus und dauerhaft bestehen wollen, müssen in Kreisläufen angelegt sein. Ökologisch wirtschaftende Betriebe richten ihr Handeln nach diesem Grundgesetz aus. Ackerbau und Tierhaltung sind aneinandergekoppelt und ergänzen sich. Auf den Ackerflächen werden Lebensmittel und Futterpflanzen angebaut. Mit den pflanzlichen Abfällen und dem Mist der Tiere werden wiederum die Ackerflächen gedüngt. Auf diese Weise entsteht ein geschlossener Betriebskreislauf, in dem möglichst wenig Nährstoffe verloren gehen und möglichst wenig Nährstoffe hinzugekauft werden.

© Umweltinstitut München e.V.

Erhalt bzw. Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit

Ein fruchtbarer Boden ist Grundvoraussetzung für eine funktionierende Landwirtschaft. Doch hoher Düngemittel- und Pestizideinsatz, schwere Landwirtschaftsmaschinen und der Verzicht auf biologisch sinnvolle Fruchtfolgen belasten unsere Böden. In der ökologischen Landwirtschaft wird der Boden als lebendiger Organismus betrachtet, der geschützt und gepflegt werden muss. Eine abwechslungsreiche und weite Fruchtfolge, sowie der Verzicht auf Pestizide und Kunstdünger, ermöglicht einen gesunden Boden. Das Ergebnis ist ein hoher Humusgehalt, der den Boden locker und saugfähig macht. So kann der Boden mehr Wasser und Nährstoffe speichern und ist besser durchlüftet. Dadurch werden die Pflanzen optimal versorgt sowie Bodenerosion und Hochwasserereignisse verhindert.

Biologischer Pflanzenschutz

Im Ökolandbau ist der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden verboten. Die Biobauern wenden vielfältige Techniken an, um ihre Ernte auch ohne Giftspritze vor Ackerwildkräutern, Schädlingen und Krankheiten zu schützen. Die abwechslungsreichen und weiten Fruchtfolgen beugen der Ausbreitung von Fressfeinden und Krankheiten vor. Eine vielfältige Landschaftsstruktur mit Blühstreifen, Hecken und Bäumen bietet vielen Tieren Lebensraum, die den Bauern und Bäuerinnen bei der Schädlingsbekämpfung behilflich sind: Vögel fressen Insekten, Marienkäfer lieben Blattläuse und bei Igeln stehen Schnecken ganz oben auf dem Speiseplan. Mechanische Unkrautbekämpfung (z. B. Hacken und Striegeln) und das Abdecken von Obst- und Gemüsekulturen mit einem Pflanzenvlies zum Schutz vor Schädlingen sind weitere Varianten des biologischen Pflanzenschutzes.

Verzicht auf Kunstdünger

In der konventionellen Landwirtschaft erfolgt die Ernährung der Kulturpflanzen hauptsächlich über die Düngung mit leicht löslichen Mineralstoffen. Im Ökolandbau steht dagegen die Erhaltung bzw. Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit im Mittelpunkt. Nitrat-, Ammonium- und Harnstoffdünger sowie leicht lösliche Phosphordünger sind im ökologischen Landbau verboten. Für den ökologischen Landbau sind Leguminosen (Hülsenfrüchte, wie zum Beispiel Klee, Bohnen, Erbsen und Linsen) die wichtigste Quelle, um dem Boden auf natürlichem Weg Stickstoff zuzuführen. In den Wurzeln der Hülsenfrüchte leben Bakterien, die Stickstoff aus der Luft fixieren und für Pflanzen verfügbar machen. Weiterer wichtiger Baustein der Düngung im Ökolandbau sind Kompost aus Ernterückständen und Grünschnitt, sowie die Exkremente der Tiere.

Flächengebundene und artgerechte Tierhaltung

Im Ökolandbau ist der Tierbestand immer an eine bestimmte Fläche gebunden Denn ein geschlossener Betriebskreislauf kann nur gewährleistet werden, wenn nicht mehr Tiere auf einem Betrieb gehalten werden, als von der zur Verfügung stehenden Fläche ernährt werden können. Auf diese Weise muss kein Regenwald am anderen Ende der Welt für den Anbau von Futtermitteln für unsere Tiere abgeholzt werden. Außerdem wird eine Überdüngung der Felder mit Gülle und Mist verhindert und damit unsere Gewässer vor einem zu hohen Nitratgehalt geschützt.

Ein weiterer Grundsatz des Ökolandbaus ist das Wohl der Tiere. Hierzu gehört eine artgerechte Ernährung mit ökologisch produzierten Futtermitteln, viel Platz im Stall und Auslauf oder Weidegang, sowie die Auswahl von widerstandsfähigen und standortangepassten Rassen. Das Ergebnis sind zufriedene und gesunde Tiere, die qualitativ hochwertige Produkte liefern und nur in äußerst seltenen Fällen mit Medikamenten behandelt werden müssen.

Hier erfahren Sie mehr über die Folgen der industriellen Tierhaltung auf Umwelt, Tiere und Menschen.

September 2017
Downloads & Infos
1 / n

Ackergifte? Nein Danke!

Die Aufkleber zur Kampagne für eine giftfreie Landwirtschaft.

Download (PDF, 46 kB)

Aufkleber bestellen

Ökolandbau - Naturschutz und gesunde Lebensmittel

Download (PDF, 2.5 MB)

Broschüre bestellen

Agrarindustrie - welchen Preis zahlt unser Essen?

Ausgabe 68 der Münchner Stadtgespräche

Download (PDF, 2.0 MB)

Alle Ausgaben der Münchner Stadtgespräche

Unterstützen Sie uns!