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Glyphosat

Das meistverkaufte Pflanzengift der Welt

Spritzmittel-Einsatz

© Helmuth Voian / Fotolia.de

Der US-Agromulti Monsanto, der inzwischem vom deutschen Bayer-Konzern aufgekauft wurde, brachte 1974 das erste Glyphosat-haltige Produkt unter dem Namen Roundup auf den Markt. Heute wird Glyphosat in verschiedenen Varianten und von zahlreichen Unternehmen produziert und vertrieben. Die Produkte enthalten unterschiedliche Mengen an Glyphosat und verschiedene sogeannte Hilfsstoffe. Art und Zusammensetzung der Zusatzstoffe sind bisher das Geschäftsgeheimnis der Herstellern und werden nicht veröffentlicht.

Glyphosat ist ein Totalherbizid - es tötet also alle grünen Pflanzen(teile), die damit in Kontakt kommen. Es wirkt über die Blätter und hemmt einen lebenswichtigen Stoffwechselprozess in den Pflanzen. Der Einsatz von Glyphosat auf landwirtschaftlichen Nutzflächen war vor der Entwicklung gentechnisch veränderter Pflanzen mit Herbizidtoleranz nur dann möglich, wenn auf dem Acker nicht gleichzeitig Kulturpflanzen wuchsen. So ist Roundup die Ursache für die Entwicklung der Gensoja und für den Anbau genmanipulierter Pflanzen mit Herbizidtoleranz.

1996 gelang es Monsanto, ein bakterielles Gen in Sojabohnen einzubauen, mit Hilfe dessen die Pflanzen ein bestimmtes Enzym, das EPSPS (5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat- Synthase) produzieren. Dieses Enzym lässt die Sojapflanzen den Giftregen überleben. Seither werden so genannte Roundup-Ready-(RR)-Soja, -Mais, -Raps, -Zuckerrüben, -Baumwolle und -Alfalfa, vor allem in den USA, Argentinien, Brasilien und Kanada kommerziell angebaut. 2013 wuchsen auf 175 Millionen Hektar genmanipulierte Pflanzen, über 95 Prozent des Gen-Soja und knapp 80 Prozent der sonstigen Gen-Pflanzen sind herbizidresistent, überwiegend gegen Glyphosat.

Verwendung von Glyphosat in Deutschland

Doch auch ohne den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen gibt es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für Glyphosat. Dies gilt vor allem in der Landwirtschaft, wo Glyphosat als billiges nicht-selektives Herbizid eingesetzt wird, aber auch im Obstbau, im Hausgarten, beim Anbau von Weihnachtsbäumen oder auf industriell genutzten Flächen und auf Bahngleisen.

In vielen Landwirtschaftsbetrieben wird der Acker kurz vor der Aussaat mit Glyphosat unkrautfrei gespritzt. Oftmals wird das Gift auch kurz vor der Ernte ausgebracht, um die Abreifung von zum Beispiel Weizen oder Raps zu beschleunigen. Dieses Verfahren, das Sikkation genannt wird, ist in Deutschland inzwischen nur noch in Ausnahmefällen erlaubt.

Im Hausgartenbereich findet häufig ein illegaler Einsatz auf befestigten Flächen und Wegen statt.

In Deutschland sind 89 Glyphosat-haltige Mittel zugelassen, beispielsweise im Acker-, Obst-, und Weinbau, 42 davon auch für den Haus- und Kleingarten.