Facebook .
Twitter .
Menü
Home  trenner  Themen  trenner  Landwirtschaft  trenner  Pestizide  trenner  Glyphosat  trenner  Haus-und Kleingarten
Glyphosat und Roundup

Glyphosat und Roundup in deutschen Haus- und Kleingärten

Illegale Anwendung weit verbreitet
Illegaler Roundup-Einsatz

© juefraphoto / Fotolia.de

In Deutschland gibt es etwa 17 Millionen Haus- und Kleingärten, die zusammen rund 930.000 ha umfassen (dies entspricht 2,6 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands). Eine im Jahr 2001 vom Bundesverbraucherschutzministerium beauftragte Studie zeigte, dass rund 90 Prozent der Kleingärtner und etwa 73 Prozent der Hausgärtner Pestizide einsetzen.

Mittlerweile sind 93 glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel auf dem Markt zugelassen, 51 Produkte davon auch für den Haus- und Kleingärtenbereich. Diese werden in Garten- und Baumärkten sowie über das Internet vertrieben, sind also für jedermann zugänglich und folglich kann auch nicht garantiert werden, ob der Käufer das Mittel tatsächlich auch gesetzeskonform einsetzt.

Die Anwendungsbereiche sind laut §12 des Pflanzenschutzgesetz auf forst- und landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzte Flächen beschränkt und die Spritzmittel dürfen nicht auf versiegelten Flächen wie Garagentoreinfahrten, Gehwegen, Plätzen oder Schulhöfen oder in unmittelbarer Nähe von Gewässern ausgebracht werden. Dennoch zeigt die Praxis, dass solche illegalen Anwendungen weit verbreitet sind, da viele Privatanwender nur mangelhaft oder sehr dürftig bezüglich des Einsatzes und der Toxizität des Mittels beim Kauf beraten werden bzw. absichtlich gegen die gesetzlichen Regeln verstoßen. 

Das Pflanzenschutzgesetz regelt auch die Anwendung auf öffentlich genutzten Flächen wie zum Beispiel öffentliche Parks und Gärten, Grünanlagen, Sport- und Golfplätze, Schul- und Kindergartengelände, Spielplätze, Friedhöfe sowie Flächen in unmittelbarer Nähe von Einrichtungen des Gesundheitswesens: Dort dürfen Pestizide nur nach ausdrücklicher Genehmigung durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingesetzt werden.

Erschreckende Verkaufspraktiken von Pflanzengiften in Bau- und Gartenmärkten
Faltblatt Gift im Garten

Unser Faltblatt:     Gift im Garten

Im April 2014 wurden vom Münchner Umweltinstitut stichprobenartig Käufe von glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmitteln wie Roundup in Bau- und Gartenmärkten in München und Umgebung durchgeführt – mit erschreckenden Ergebnissen: entweder hatten die Verkäufer mangelnde oder keine Sachkenntnis, haben somit falsch oder unzureichend bezüglich der Anwendung von Pflanzengiften beraten; oder aber sie empfahlen die Mittel wissentlich gegen die gesetzlichen Vorschriften.

Beides hatte zur Folge, dass es in fast allen Märkten möglich war, diese giftigen Produkte zu kaufen. Und dies obwohl unsere Testkäufer die Unkrautvernichter ausdrücklich für verbotene Anwendungsbereiche wie Garagentoreinfahrten und Gehwege verlangten. Sehr bedenklich ist aber auch der Verkauf übers Internet: dort können die Mittel problemlos ohne Anwendungsnachweis bestellt werden. Diese Ergebnisse bestärken unsere Forderungen, den Verkauf an Privatpersonen sowie den Einsatz von glyphosathaltigen Mitteln im Haus- und Kleingartenbereich sofort zu stoppen.

Das Umweltinstitut München fordert:

  • Ein sofortiger Stopp des Verkaufs an Privatpersonen
  • Ein sofortiger Einsatzstopp von glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmitteln im Haus- und Kleingartenbereich
  • Ein generelles Verbot glyphosathaltiger Pflanzengifte