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Eine Alternative Form der Landwirtschaft

Solidarische Landwirtschaft

Lebensmittelskandale, Massentierhaltung, Ackergifte, Bienen- und Höfesterben, Klimawandel, Vermaisung der Landschaft, Wasserverschmutzung – die Katastrophen haben System in der industriellen Landwirtschaft. In immer mehr Menschen regt sich deshalb Unmut über diese Form der Landwirtschaft, die die eigenen Existenzgrundlagen sabotiert. Mit der ökologischen Landwirtschaft gibt es eine Alternative zur industriellen Landwirtschaft, die seit Jahrzehnten von zehntausenden Betrieben alleine in Deutschland praktiziert wird. Neben dem Kauf von ökologisch erzeugten Lebensmitteln ist es auch sinnvoll, auf die regionale Herkunft der Produkte zu achten. Aber einige VerbraucherInnen und ProduzentInnen gehen noch einen Schritt weiter: Sie schließen sich zusammen. Das Konzept nennt sich in Deutschland „Solidarische Landwirtschaft“ (kurz: SoLaWi). Immer mehr Menschen werden so zu „ProsumentInnen“ - also zu Produzenten und Konsumenten in Einem - und bekommen ökologische, regionale und saisonale Lebensmittel von Betrieben, an denen sie selbst aktiv beteiligt sind.

Wie funktioniert Solidarische Landwirtschaft?

Bild: fotolia

Eine Gruppe privater Haushalte trägt die Kosten, die bei der Erzeugung der Lebensmittel anfallen. Im Gegenzug erhalten sie dafür einen Anteil des Ernteertrags. Die Mitglieder eines Solawi-Betriebs teilen sich mit den ErzeugerInnen also auch die Verantwortung und das unternehmerische Risiko für den Betrieb. Das solidarische Vorgehen beschränkt sich jedoch nicht immer nur auf die gemeinsame Finanzierung der Höfe. Auch unter den Mitgliedern wird in vielen Initiativen ein finanzieller Ausgleich erreicht, indem in einer Bieterrunde individuelle Gebote abgegeben werden. Das bedeutet konkret: Eine gibt mehr, der andere weniger. So wird niemand aufgrund fehlender finanzieller Mittel ausgeschlossen. Die Mitgestaltung wird auch durch regelmäßige Mitglieder-Versammlungen ermöglicht, bei denen Themen rund um den Hof oder die Gärtnerei besprochen werden. Außerdem haben die Mitglieder einer Solawi meist die Gelegenheit, bei anfallenden praktischen Arbeiten tatkräftig mitzuhelfen. Solche freiwilligen Arbeitseinsätze gibt es vor allem im Sommer. In vielen Solawi-Betrieben finden auch gemeinsame Aktionen und Feste statt.

Woher kommt die Solidarische Landwirtschaft?

Ende der 1970er Jahre entwickelten sich in der Schweiz die ersten Pionier-Projekte, die sich „Regionale Vertragslandwirtschaft“ nannten. Schnell fand die Idee in Deutschland, Frankreich und den USA Nachahmung. Parallel dazu entstanden in Japan die ersten Teikei-Projekte (提携), die auf ähnlichen Prinzipien basieren und bis heute bestehen. Während in Europa lange wenig passierte, begann solidarische Landwirtschaft in den USA im neuen Jahrtausend zu boomen. Die Menschen dort haben die Zerstörungen durch eine noch viel stärker industrialisierte Landwirtschaft vor Augen. Quasi als Rückimport kommt der Boom in den letzten Jahren auch in Europa an. Wegen dieser Geschichte wird solidarische Landwirtschaft manchmal auch in Deutschland als Community Supported Agriculture bezeichnet und CSA abgekürzt. In Süditalien haben viele der dort „Grupo di Acquisto Solidale” genannten Projekte eine ganz eigene Wurzel: Sie gehen auf die Libera Terra – Kooperativen zurück, die im Kampf von unabhängigen Betrieben gegen die Mafia entstanden sind.

Zukunftsfähige Landwirtschaft
Bild: fotolia

Bild: fotolia

Bei all den verschiedenen Namen, den verschiedenen Geschichten und verschiedenen Orten stecken hinter diesem Konzept immer Menschen, die für die Erzeugung ihrer Lebensmittel Verantwortung übernehmen. Solidarisch wirtschaftende Betriebe erzeugen regionale Lebensmittel und schaffen eine vielfältige, bäuerliche Landwirtschaft. Produkte eines Solawi-Betriebs bleiben in der Region und werden ohne Umwege über Zwischenhändler direkt an die VerbraucherInnen abgegeben. So können große Mengen an Verpackungsmüll und lange Transportwege eingespart werden. Für eine flächendeckende Umsetzung solcher Konzepte sind allerdings weitergehende Veränderungen in unserer Konsum-Gesellschaft nötig.

Wo finde ich Solidarische Landwirtschaft?

Wer Interesse hat, selbst mitzumachen, findet unter den folgenden Links Listen von Projekten in Deutschland, Österreich und der Schweiz: 

www.solidarische-landwirtschaft.org 

www.ernährungssouveränität.at

www.regionalevertragslandwirtschaft.ch

Dezember 2016
Downloads & Infos
1 / n

Ackergifte? Nein Danke!

Die Aufkleber zur Kampagne für eine giftfreie Landwirtschaft.

Download (PDF, 46 kB)

Aufkleber bestellen

Ökolandbau - Naturschutz und gesunde Lebensmittel

Download (PDF, 2.5 MB)

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Agrarindustrie - welchen Preis zahlt unser Essen?

Ausgabe 68 der Münchner Stadtgespräche

Download (PDF, 2.0 MB)

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