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Hintergrundinfos Radioaktivität

Radioaktivität im Trink- und Mineralwasser

Wie radioaktiv ist unser Trinkwasser?
Trinkwasser hat in Deutschland eine sehr gute Qualität. Säuglinge könnten aber besser geschützt sein. Bild: Fotolia

Trinkwasser hat in Deutschland eine sehr gute Qualität. Säuglinge könnten aber besser geschützt sein. Bild: Fotolia

Trinkwasser aus der Leitung gehört zu den am besten überwachten Lebensmitteln und hat in Deutschland eine sehr gute Qualität. Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) regelt Höchstwerte für den Gehalt an unerwünschten Bestandteilen. Bezüglich der Radioaktivität darf eine Richtdosis von 0,1 Millisievert pro Jahr nicht überschritten werden. Die Nuklide Tritium und Radon-222 sind ausgenommen und werden gesondert behandelt. Hier soll der Richtwert von je 100 Becquerel pro Liter nicht überschritten werden. Die Trinkwasserverordnung gilt seit dem 21.5.2001 und wurde mehrmals angepasst. Sie setzt die Verordnungen 98/83/EG vom 3. November 1998  und die Richtlinie 2013/51/EURATOM vom 22. Oktober 2013 um.

Radon
Das BfS hat zuletzt 1999 Radon im Trinkwasser untersucht. Dabei lagen zehn Prozent der Werte oberhalb von 50 Bq/l, rund sieben Prozent des deutschen Trinkwassers weisen mehr als 100 Bq/l auf. Der höchste Wert betrug 1500 Bq/l. (Bild: BfS 1999)

Das BfS hat zuletzt 1999 Radon im Trinkwasser untersucht. Dabei lagen zehn Prozent der Werte oberhalb von 50 Bq/l, rund sieben Prozent des deutschen Trinkwassers weisen mehr als 100 Bq/l auf. Der höchste Wert betrug 1500 Bq/l. (Bild: BfS 1999)

Bei der radioaktiven Belastung des Grundwassers gibt es große regionale Unterschiede und auch jahreszeitliche Schwankungen. Diese sind von den jeweiligen geologischen Verhältnissen und die unterschiedlichen Gehalte des Gesteins an Uran und Thorium abhängig.. Nach Informationen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) aus dem Jahr 1999 könnte schon bei einem Gehalt von über 50 Bq/l für Säuglinge die Richtdosis von 0,1 Millisievert pro Jahr überschritten werden. Aus den Daten des BfS wird deutlich, dass vor allem im Bayerischen Wald, im Fichtelgebirge, sowie im Erzgebirge vermehrt Radonkonzentrationen über 100 Bq/l auftreten. Einen gesetzlich verbindlichen Grenzwert für Radon im Trinkwasser gibt es in Deutschland jedoch nicht. Vom BfS werden lediglich je nach Grad der Überschreitung des Richtwertes von 100 Bq/l abgestufte Handlungsempfehlungen ausgesprochen. Erst eine Radonbelastung von über 1000 Bq/l soll kurzfristige Maßnahmen rechtfertigen. Wir fordern, die technisch Möglichkeiten konsequent zu nutzen um Radon aus belastetem Wasser zu entfernen.

Uran

Uran ist zwar radioaktiv, im Trinkwasser aber vorrangig als chemisch giftiges Schwermetall problematisch. Uran reichert sich in den Knochen an und kann zu einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion sowie zu Funktionsstörungen von Lunge und Leber führen. Über die Gesundheitsschädlichkeit von Uran streiten sich ExpertInnen seit vielen Jahren. Die Weltgesundheitsorganisation hat den Leitwert von ursprünglich 2 µg/l (vor 2004) auf 30 µg/l (2011) erhöht. In der Trinkwasserverordnung hat Deutschland einen Grenzwert von 10 µg/l festgelegt. Dieser Wert ist im internationalen Vergleich zwar sehr niedrig und schützt laut Umweltbundesamt auch Säuglinge ausreichend, Mineralwässer gelten allerdings erst unter 2 µg/l als "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung. Der tatsächliche Urangehalt wird vom Wasserversorger (z.B. Stadtwerke) ermittelt und veröffentlicht, oder kann dort erfragt werden.

Da Säuglinge besonders empfindlich reagieren, fordert das Umweltinstitut flächendeckend den strengeren Wert von 2 µg/l Uran einzuführen. Auch bezüglich zweier natürlich vorkommender Zerfallsprodukte des Urans muss nachgebessert werden: Die Überprüfung der Trinkwasserverordnung durch die Strahlenschutzkommission im Dezember 2003 ergab, dass die Referenz-Aktivitätskonzentrationen für die Radionuklide Blei-210- und Polonium-210  für Kleinkinder der Altersgruppe "< 1 Jahr" nicht mit der Einhaltung eines Dosisrichtwertes von 0,1 mSv/a konform sind.

Mineralwasser ist nur in Ausnahmefällen die bessere Alternative

Die Mineral- und Tafelwasserverordnung (Min/TafelWV) von 1984 regelt, was ein "echtes" Mineralwasser ist. Seit 2006 ist darin die EU-Mineralwasserrichtlinie 2003/40/EG umgesetzt. Es muss „keimfrei“ sein, und für eine Reihe natürlich vorkommender Stoffe, die in höheren Dosen aufgenommen ein langfristiges Gesundheitsrisiko darstellen können, sind Höchstgrenzen festgesetzt. Anders als für Trinkwasser gibt es für Mineralwasser allgemein keine Höchstwerte für den Gehalt an Radioaktivität und Uran. Für Trinkwasser sind zudem dreimal so viele Schadstoff-Grenzwerte festgelegt wie für Mineralwasser.

Da Mineralwasser immer wieder durch den hohen Urangehalt auffällt, wäre eine entsprechende Kennzeichnungspflicht auf dem Etikett notwendig. Die technisch mögliche Reduzierung des Urangehalts ist nach den Vorgaben der Mineral- und Tafelwasserverordnung nicht erlaubt und bedürfte einer geänderten Regelung.

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat 2002 den Gehalt an Radioaktivität in Mineralwasser untersucht und festgestellt, dass die Dosis für Erwachsene als gering einzustufen ist. Besondere Vorsicht ist allerdings angesagt, wenn Mineralwasser zur Herstellung von Säuglingsnahrung verwendet wird. Für Babys unter einem Jahr kann der Dosisrichtwert von 1 Millisievert pro Jahr zum Teil sehr deutlich überschritten werden. Seit 2003 darf die Kennzeichnung „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ nur noch verwendet werden, wenn die Aktivitätskonzentration von Radium-226 den Wert 0,125 Bq/l und von Radium-228 den Wert 0,02 Bq/l nicht überschreiten, sowie der Urangehalt unter 2 µg pro Liter liegt. Es ist aber fraglich, ob allen Eltern bewusst ist, dass Mineralwasser ohne die Kennzeichnung möglicherweise eine Gesundheitsgefahr für ihr Kind darstellt.

Obwohl der Mineralstoffbedarf über eine ausgewogene Ernährung abgedeckt ist, erfreut sich Mineralwasser einer immer größeren Beliebtheit. Es ist aber nur in Ausnahmefällen die bessere Alternative zu Trinkwasser aus der Leitung, etwa bei bakterieller Verunreinigung. Wer mag, kann Trinkwasser ohne Probleme „aufsprudeln“ und so auch die ökologischen Probleme durch den Transport von Mineralwasser vermeiden.

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