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Verbraucherschutz

Substanzen mit hormoneller Wirkung

In welchen Produkten kommen hormonell wirksame Schadstoffe vor?
Kassenbons

In der Beschichtung von Kassenbons findet sich häufig Bisphenol A, eine Chemikalie mit östrogenhaltiger Wirkung. 2019 wird das verboten, an vielen anderen Stellen bleibt der Stoff erlaubt.
Foto: Tim Reckmann, Flickr

Insgesamt sind rund 800 Industriechemikalien bekannt, für die eine hormonelle Wirkung nachgewiesen ist oder vermutet wird. Sie kommen in zahlreichen Alltagsprodukten zum Einsatz. Einige Beispiele dafür sind Kosmetika, Spielzeug, Verpackungsmaterialien für Lebensmittel, Kleidung und andere Textilien, Beschichtungen von Kochgeschirr und Konservendosen, Thermopapier von Kassenbons und diverse Baustoffe.

Auch in Pestiziden und Bioziden werden hormonell wirksame Schadstoffe verwendet. Im Jahr 2013 waren laut dem Pestizid Aktionsnetzwerk (PAN) in Deutschland 37 verschiedene Pestizidwirkstoffe mit hormoneller Wirkung in Deutschland zugelassen, EU-weit waren es 50 Wirkstoffe. Auch der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat, dessen Zulassung im Juni 2016 von der EU-Kommission zunächst bis Ende 2017 verlängert wurde, zählt zu den endokrin wirksamen Pestiziden. Die weite Verbreitung der Stoffe führt dazu, dass sie in großen Mengen in die Umwelt gelangen. Da viele dieser Stoffe zudem nur schwer abbaubar sind, reichern sie sich dort an.

Einige bekanntere und weit verbreitete Stoffgruppen, die zu den endokrinen Disruptoren gehören, sind:

Parabene

Parabene werden von der Industrie als kostengünstige Konservierungsstoffe in Kosmetikprodukten eingesetzt. Sie finden sich unter anderem in Cremes, Zahnpasten, Duschgels und Shampoos. Parabene wirken wie weibliche Hormone. In der EU sind die am häufigsten eingesetzten Parabene (Propyl- und Butylparabene) seit 2015 in Produkten, die zur Anwendung im Windelbereich von Kindern unter drei Jahren bestimmt sind, verboten. In anderen Kosmetikprodukten sind sie aber weiterhin erlaubt.

Phthalate

Phthalate werden vor allem als Weichmacher in PVC-Produkten eingesetzt. Da Phthalate in Weich-PVC chemisch nicht fest gebunden sind, können sie durch Auswaschung, Ausgasung oder durch Abrieb von Kunststoffpartikeln in die Umwelt gelangen. Durch die Verwendung von Weich-PVC in vielen Alltagsprodukten wie Duschvorhängen, Wasserspielzeug, Schläuchen, Kabeln oder Bodenbelägen, ist der Mensch einer ständigen Belastung mit Phthalaten ausgesetzt.   

Bisphenol A (BPA)

Bisphenol A ist in vielen Produkten des täglichen Gebrauchs, wie Trinkflaschen, Konservendosen, Plastikgeschirr oder dem Thermopapier von Kassenbons, enthalten. BPA kann sich aus Gegenständen herauslösen und gelangt so über die Nahrung oder über die Haut in den menschlichen Körper. Auch in Gewässern und Wasserorganismen wird BPA nachgewiesen. Seit 2011 ist der Einsatz von Bisphenol A in Babyfläschchen in der EU verboten. Bis 2019 soll auch die Verwendung in Thermopapier verboten werden. In anderen Alltagsprodukten ist BPA weiterhin erlaubt.

Bromierte Flammschutzmittel

Bromierte Flammschutzmittel werden vielen Produkten zugesetzt, um sie schwerer entflammbar zu machen. Häufig werden sie in Textilien, Kunststoffen und elektronischen/elektrischen Geräten verwendet. Viele bromierte Flammschutzmittel sind in der Umwelt nur schwer abbaubar und reichern sich in Lebewesen an. Sie lassen sich unter anderem in der Muttermilch und in Gewässern nachweisen.

PFC

PFCs kommen aufgrund ihrer wasser-, schmutz- und fettabweisenden Eigenschaften in Kochgeschirr, Textilien, Papier und anderen Produkten zum Einsatz. Viele PFCs sind kaum oder gar nicht abbaubar und reichern sich in der Umwelt an. PFCs werden vor allem in Gewässern, aber auch im menschlichen Blut und in Muttermilch nachgewiesen. Aufgenommen werden PFCs vor allem über die Nahrung, die Luft und in Einzelfällen auch über das Trinkwasser.

Lesen Sie hier, wie die EU hormonell wirksame Chemikalien in Pestiziden regulieren will und wer das blockiert.

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