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AKW-Neubau
vor unserer
Haustür
stoppen!

Schon
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Teilnehmer

Abgeschlossene Aktion: AKW-Neubau in Dukovany verhindern!

Nur rund 170 km von der deutschen Grenze entfernt soll im tschechischen Dukovany der Atompark mit vier Uralt-Atomkraftwerken um zwei neue Blöcke erweitert werden. Im Katastrophenfall könnten auch weite Teile Deutschlands verstrahlt werden.

Gegen die Ausbaupläne konnte über diese Aktionsseite bis zum 27. September 2016 im Vorfeld einer grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung eine Einwendung beim tschechischen Umweltministerium eingereicht werden. Insgesamt 21.658 Bürgerinnen und Bürger haben diese Möglichkeit genutzt. Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Sie möchten wissen, wie es mit den AKW-Neubauplänen in Dukovany weitergeht? Über unseren kostenlosen Newsletter halten wir Sie gerne auf dem Laufenden!

 

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Bildrechte Header-Bild: imago/CTKphoto

Ein neues AKW in unserer Nachbarschaft? Nein danke!

Die Ausbaupläne für Dukovany: Atomkraft auf Biegen und Brechen

Im tschechischen Dukovany, nur rund 170 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, sollen bis zu zwei neue Atomkraftwerke (AKW) gebaut werden. Am Standort sind bereits vier Reaktoren in Betrieb, die Mitte der 1980er Jahre errichtet wurden und am Ende ihrer Betriebszeit angelangt sind. Die tschechische Regierung hat jedoch im März 2016 beschlossen, die Laufzeit des ältesten Meilers, Dukovany 1, auf unbestimmte Zeit zu verlängern.

Eine Laufzeitverlängerung bedeutet immer auch ein höheres Risiko. Die hohe fortdauernde Beanspruchung des Materials führt zu Alterungsprozessen, wie z.B. Versprödung und Rissbildung. Damit steigt das Unfallrisiko enorm an. Die Entscheidung wurde ohne Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und ohne Öffentlichkeitsbeteiligung getroffen. Österreich und Luxemburg haben Beschwerde dagegen angekündigt.

Nun sollen an dem Standort auch noch neue AKW dazu kommen, obwohl es längst preisgünstigere und risikolose Alternativen für die Energieversorgung gibt. Für den geplanten Neubau wurde jetzt das Scoping-Verfahren eingeleitet, in dessen Rahmen die Untersuchungsanforderungen für die Umweltverträglichkeitsprüfung festgelegt werden.

Rolle rückwärts
Radioaktivitätsmessung in Dukovany

Ein Mitarbeiter der österreichischen Umweltorganisation Global 2000 misst die Strahlung in Dukovany, Bild: Global 2000

Nachdem die tschechische Regierung 2014 die Atomkraft-Ausbaupläne aus Kostengründen gestoppt hatte, beschloss sie 2015, den Ausbau doch weiter zu betreiben. Geplant sind zwei neue Reaktoren in Dukovany und zwei in Temelín. Vor dem Hintergrund, dass AKW-Neubauten extrem teuer sind und ihr Betrieb unwirtschaftlich ist, ist dies völlig unverständlich. Kein potenzieller Betreiber ist mehr bereit, Atomkraftwerke ohne staatliche Subventionierung zu bauen. Die Kosten müssten letztlich die SteuerzahlerInnen tragen.

Sicher ist nur das Risiko

Auch bei den potenziellen Reaktortypen der angeblich so sicheren Generation III+ können Unfälle mit radioaktiver Freisetzung nicht ausgeschlossen werden. Die unterstellten Verbesserungen gegenüber älteren Generationen sind nicht nachgewiesen, da kein einziger dieser Reaktortypen weltweit in Betrieb ist. Es gibt weder Betriebserfahrungen noch relevante Risikostudien dazu. Einige dieser Typen befinden sich in Ländern wie Russland oder China im Bau. Beim Europäischen Druckwasserreaktor EPR, der in Frankreich und Finnland gebaut wird, sind Zeitrahmen und Kosten in der Konstruktionsphase explodiert, technische Probleme führten immer wieder zu Sicherheitsnachforderungen. Sowohl die Bauzeit als auch die Kosten haben sich etwa verdreifacht, eine Fertigstellung ist noch nicht in Sicht.

Diese Gefahren gehen vom AKW Dukovany aus

In Dukovany stehen vier Druckwasserreaktoren russischer Bauart, die zwischen 1985 und 1987 ans Netz gingen. Die Reaktoren besitzen kein stabiles Containment und bieten praktisch keinen Schutz bei Einwirkungen von außen, wie Flugzeugabsturz oder Terroranschläge. In diesen Reaktoren wurden bereits Leistungserhöhungen durchgeführt, die das Unfallrisiko erhöhen und die Sicherheitsreserven schmälern. 

Außerdem befinden sich die Abklingbecken für abgebrannte Brennelemente außerhalb des Sicherheitsbehälters. Bei Beschädigungen oder Leckagen wären hohe radioaktive Freisetzungen zu erwarten.

Zusätzlich befinden sich am Standort noch zwei Lager für abgebrannte Brennelemente und ein Lager für schwach- und mittelaktive Abfälle. Ein weiteres Lager für hoch aktive Abfälle ist gegplant.

Mit dem Zubau von ein bis zwei neuen Atomkraftwerken und einem weiteren Atommülllager am Standort würde nicht nur das radioaktive Potenzial, sondern auch das Risiko von Unfällen enorm steigen. Synergieeffekte und Rückwirkungen könnten verheerende Auswirkungen, auch grenzüberschreitend, haben.

Riskant und überflüssig

Das Umweltinstitut München lehnt das geplante Vorhaben ab, da es dafür keine energiepolitische Notwendigkeit gibt. Dagegen bedroht es die Gesundheit und das Eigentum der BürgerInnen in Tschechien sowie in den Nachbarländern, auch in Deutschland.

Die Atomanlage Dukovany ist nur rund 170 Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt. Die Atomkatastrophe von Tschernobyl, die etwa 1.500 Kilometer, fast zehn Mal so weit entfernt stattfand, beschert Süddeutschland heute noch zum Teil extrem hohe Radioaktivitätsbelastungen in Pilzen und vor allem Wildschweinen. Dreißig Jahre nach dem GAU müssen erlegte Tiere mit nachgewiesenen Cäsiumwerten von bis zu 40.000 Becquerel pro Kilogramm (Bq/kg) entsorgt werden. Der EU-Grenzwert liegt bei 600 Bq/kg.      

Aufklären und Einmischen

Atomkraft?
Nein danke!

Wir setzen uns für den sofortigen Atomausstieg in Deutschland und Europa ein. Dazu gehört auch, dass wir fachliche Einwendungen gegen den Neubau von Atomkraftwerken in unseren Nachbarländern erheben, wenn die Möglichkeit dazu besteht. Je mehr deutsche BürgerInnen unsere vereinfachte Einwendungsvorlage nutzen, um sich an der Umweltverträglichkeitsprüfung zu beteiligen, desto klarer ist das Signal an die tschechischen Behörden: Der geplante AKW-Neubau stößt auf Widerstand.

Bildrechte Header-Bild: imago/CTKphoto

Unterstützen Sie uns!

Dukovany liegt nur etwa 170 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Bei einem Unfall mit radioaktiver Freisetzung wäre auch Deutschland massivst betroffen, weit mehr als bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, das über 1000 Kilometer weiter entfernt liegt als Dukovany.

Infomaterial
1 / n

Strahlende Zukunft?
Schrottmeiler, Neubauprojekte und Subventionen: Ein Überblick über die Atomkraft in Europa

Download (PDF, 356 kB)

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Hand in Hand -
Die zivile Atomstromproduktion liefert wichtige Elemente für den Waffenbau.

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Krebs durch AKW
Das Krebs- und Leukämierisiko nimmt mit der Nähe zu Atomkraftwerken signifikant zu.

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Giftige Geschäfte fürs AKW
Wer die Atomkraft als „saubere Energieerzeugung“ anpreist, blendet den Pfad von Uranabbau bis hin zur Endlagerung des Atommülls aus.

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Der atomare Müllberg
Nirgendwo auf der Welt gibt es ein betriebsbereites Endlager für hochradioaktive Abfälle.

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