Atom-Ruine nicht ans Netz!

Noch dieses Jahr soll im slowakischen Mochovce ein Atomkraftwerk in Betrieb gehen, das auf völlig veralteter Technik aus den 1970er Jahren basiert und bei dessen Bau es zahlreiche Pannen gab. Bei einem schweren Atomunfall wäre auch Deutschland betroffen.

Doch noch kann das AKW verhindert werden: Die österreichische Regierung fordert bereits von der slowakischen Atomaufsicht, die Inbetriebnahme des Reaktors zu verweigern. Dieser Forderung muss sich jetzt auch die deutsche Bundesregierung anschließen. Machen Sie mit und unterschreiben Sie unseren Aufruf an Umweltministerin Schulze!

 

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Eine gemeinsame Aktion mit:

Die angegebenen TeilnehmerInnen-Zahlen entsprechen den gemeinsam gesammelten Unterschriften beim Umweltinstitut und BUND Naturschutz. Zusammen mit Global 2000 in Österreich haben wir insgesamt sogar bereits über 260.000 Unterschriften gegen die Inbetriebnahme gesammelt.

Header-Bild: © Global 2000, Bearbeitung: Umweltinstitut

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Von Anfang an veraltet

Das AKW am Standort Mochovce in der Slowakei liegt knapp 400 km von Deutschland entfernt. Der Bau von vier Blöcken sowjetischen Typs WWER 440-213 wurde 1978 in der damals kommunistischen Tschechoslowakei beschlossen und begann 1985. Die ersten beiden Blöcke gingen 1998 und 2000 ans Netz. Die Blöcke 3 und 4 wurden jedoch aus wirtschaftlichen Gründen zunächst nicht fertiggestellt, seit 1993 blieben sie als Bauruine stehen. Im Zuge der Übernahme des slowakischen Energiekonzerns Slovenské Elektrárne durch den italienischen Konzern ENEL wurde 2008 der Weiterbau beschlossen.

Die grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung hierzu war zutiefst intransparent und verstößt damit gegen internationales Recht. Die österreichische Umweltorganisation GLOBAL 2000 hat deswegen Klage eingereicht, das Verfahren läuft.

Aus Fukushima nichts gelernt
Ein Atomfass, im Hintergrund das AKW MochovceFoto: © Global 2000

Foto: © Global 2000

In Europa gingen zuletzt die AKW Temelin (2002) und Cernavoda (2007) ans Netz. Mochovce wäre die erste AKW-Inbetriebnahme in Europa nach der Atomkatastrophe in Fukushima in 2011. Dabei ist der technische Zustand des völlig veralteten Generation II-Reaktors aus Sowjetzeiten eine einzige Farce. Die heute übliche Sicherheits-Auslegung zum Beispiel gegen den Absturz eines Verkehrsflugzeugs kann so niemals erreicht werden. Personen, die am Bau beteiligt waren, die Vereinigung der Betreiber von Nuklearanlagen (WANO) und selbst die slowakische Aufsichtsbehörde bestätigen die bautechnischen Mängel und Risiken.

Trotz der Warnung von Umweltorganisationen, enormer Verzögerungen und Kostenexplosionen in Milliardenhöhe geht das Projekt nun in die heiße Phase, denn Mitte des Jahres soll der Reaktorblock 3 in Betrieb gehen. Bereits im Juni dieses Jahres will Slovenské Elektrárne erstmals Brennelemente in den dritten Reaktor am Standort Mochovce laden.

Sollte am AKW Mochovce ein schwerer Unfall passieren, wären insbesondere benachbarte Regionen stark betroffen. Deswegen arbeiten wir eng mit der österreichischen Umweltorganisation Global 2000 zusammen.

Warum fordern wird das Aus für das AKW Mochovce ?

  • Der Ausbau des AKW Mochovce vergrößert das atomare Risiko für ganz Mitteleuropa – also auch für Deutschland.
  • Die vorgesehenen Reaktorkonzepte stammen aus den 70er-Jahren und sind völlig veraltet.
  • Ein Volldruck-Containment, das bei einem Unfall radioaktive Stoffe zurückhalten kann, fehlt. Die Anlage ist unzureichend gegen Flugzeugabstürze und Erdbeben gesichert.
  • Eine Lösung für die Lagerung des anfallenden Atommülls gibt es, wie weltweit, auch in der Slowakei nicht.
  • Die Öffentlichkeitsbeteiligung beim Inbetriebnahmeverfahren zu Mochovce 3 & 4 war eine Farce, da die relevanten Informationen in den benötigten Dokumenten für eine objektive Bewertung großteils geschwärzt wurden.
  • Wassertests ergaben 2017 eine 13-fache Grenzwertüberschreitung von radioaktivem Wasserstoff im Fluss nahe des AKWs, verursacht durch die beiden alten Reaktoren 1 & 2.
  • Ein geleakter WANO Bericht und Personen, die am Bau beteiligt waren, haben schwere Mängel auf der Baustelle bestätigt.
Inbetriebnahme in letzter Sekunde verhindern

Aufgrund von massivem öffentlichen Protest vor allem in Österreich wurde die Inbetriebnahme von vormal Juni 2019 nochmals verschoben und ist nun frühestens für November 2019 geplant. Es ist jetzt wichtig, dass die Kritik auch in anderen europäischen Ländern laut wird. In der Gruppe der Europäischen Atomaufsichten (ENSREG) muss sich die slowakische Atomaufsicht der internationalen Debatte stellen.

Das Bundesumweltministerium als oberste deutsche Atomaufsicht hat ein starkes Gewicht. Wenn sie die gravierenden Bedenken vieler IngenieurInnen und technischer ExpertInnen gegen die Inbetriebnahme des Reaktors zur Sprache bringt, müssen die slowakische Regierung und die slowakische Atomaufsicht reagieren und dem Betreiber die Inbetriebnahme untersagen.

Jetzt ist höchste Zeit, die Debatte in Deutschland und international voranzubringen, denn die ENSREG tagt zum nächsten Mal Anfang Juni. Innerhalb Deutschlands ist Bayern das Bundesland, dass der Slowakei geographisch am nächsten liegt und zudem von der Tschernobyl-Katastrophe am stärksten betroffen ist. Die bayerische Staatsregierung trägt damit eine besondere Verantwortung.

Die gemeinsam beim Umweltinstitut und beim BUND Naturschutz in Bayern gesammelten Unterschriften wollen wir sowohl an die Bundesregierung, an die bayerische Staatsregierung, als auch auf Europäischer Ebene übergeben. Gemeinsam können wir so die Bundesregierung dazu bringen, sich gegen Mochovce 3 und 4 auszusprechen.

Infomaterial
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Strahlende Zukunft?
Schrottmeiler, Neubauprojekte und Subventionen: Ein Überblick über die Atomkraft in Europa

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Hand in Hand -
Die zivile Atomstromproduktion liefert wichtige Elemente für den Waffenbau.

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Krebs durch AKW
Das Krebs- und Leukämierisiko nimmt mit der Nähe zu Atomkraftwerken signifikant zu.

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Giftige Geschäfte fürs AKW
Wer die Atomkraft als „saubere Energieerzeugung“ anpreist, blendet den Pfad von Uranabbau bis hin zur Endlagerung des Atommülls aus.

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Der atomare Müllberg
Nirgendwo auf der Welt gibt es ein betriebsbereites Endlager für hochradioaktive Abfälle.

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Protest auch in Österreich
Global 2000

 

 

Die österreichische Umweltorganisation Global 2000 fordert derzeit von der österreichischen Regierung, sich gegen das AKW Mochovce einzusetzen, und das mit Erfolg! International wollen wir zeigen, dass Radioaktivität keine Grenzen kennt und wir im Katastrophenfall alle betroffen sind. Zur Global 2000-Aktion