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Die Bestände der in Deutschland lebenden Feld-Vögel nehmen dramatisch ab. Einer der Hauptgründe dafür ist der massive Einsatz von Insektiziden und Unkrautvernichtern in der industriellen Landwirtschaft, die Vögeln die Nahrungsgrundlage nehmen. Außerdem fehlt es an Hecken, Sträuchern und naturbelassenen Flächen in der Landschaft, die Vögeln und anderen Tieren Nahrung und Rückzugsräume bieten.

Schreiben Sie jetzt Umweltministerin Hendricks und Landwirtschaftsminister Schmidt, damit das Vogelsterben gestoppt wird!

 

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Bildnachweis: Das Braunkehlchen-Foto im Header stammt von Frank Vassen.

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Alarmierender Artenverlust
Kiebitz, Bild: Corine Bliek, flickr

Der Kiebitz ist besonders betroffen - um 80 % ging sein Bestand in den letzten 30 Jahren zurück.

In Deutschland und Europa ist die Zahl der Vögel drastisch gesunken. Vogelarten, die in Agrarlandschaften leben, sind besonders betroffen. Fast drei Viertel der einheimischen Vogelarten der Äcker und Wiesen stehen auf der aktuellen Roten Liste der Brutvögel Deutschlands. In den letzten 30 Jahren hat beispielsweise der Bestand der

  • Kiebitze um 80 Prozent
  • Braunkehlchen um 63 Prozent
  • Uferschnepfen um 61 Prozent
  • Feldlerchen um 35 Prozent
  • Rebhühner um 84 Prozent abgenommen.

Insgesamt zeigen sich seit Ende der 1990er Jahre bei einem Drittel aller Vogelarten „signifikante Bestandsabnahmen“. Dabei werden die Verluste immer größer. In den zwölf Jahren von 1997 bis 2009 waren mehr Vogelarten betroffen als im gleichen Zeitraum der Jahre 1985 bis 1997. Während sich einige Arten auf sehr niedrigem Niveau stabilisieren, ist bei anderen kein Ende des Sterbens in Sicht. Sie drohen völlig zu verschwinden. Als Gründe für das Vogelsterben nennt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage der Grünen unter anderem das Fehlen geeigneter Lebensräume und das fehlende Angebot an Nahrung.

Pestizide vernichten Nahrungsgrundlagen

Die Nahrungsgrundlagen von Feld- und Wiesenvögel werden durch den Einsatz von Pestiziden vernichtet. Viele Vögel ernähren sich von Insekten. Doch auch bei diesen ist ein massives Artensterben im Gange – die Insektenbiomasse ist in zahlreichen Insektengruppen um bis zu 90 Prozent zurückgegangen, manche Arten sind bereits ganz verschwunden. Denn auch Insekten fehlt es durch den Einsatz von Unkrautvernichtern an Lebensraum und Nahrung, oder sie werden gezielt durch Insektengifte vernichtet. Die Wirkung von Breitbandherbiziden wie Glyphosat und von Insektiziden aus der Gruppe der Neonicotinoide ist besonders verheerend, da ihren Einsatz kaum ein Kraut oder Insekt überlebt.

Schwindender Lebensraum durch ausgeräumte Agrarlandschaften

Die auf hohe Erträge ausgerichtete intensive Landwirtschaft hinterlässt eintönige und ausgeräumte Agrarlandschaften. Für Hecken und artenreiche Wiesen, für Bäume, Sträucher und Stauden bleibt kein Platz mehr. Auf riesigen Flächen reiht sich ein Acker an den anderen, nur wenige verschiedene Kulturpflanzenarten wechseln sich auf diesen Äckern ab. Die Felder reichen direkt bis an Waldränder oder Gewässer heran. Versteck- und Nistmöglichkeiten für Feldvögel und auch Lebensräume von anderen Tierarten gehen so verloren.

Es geht auch anders
Uferschnepfe, Bild: Corine Bliek

Auf extensiv bewirtschafteten Feuchtwiesen finden auch die Uferschnepfen Raum zum Leben, Foto: Corine Bliek

Der Einsatz von Pestiziden, der damit verbundene Rückgang der Nahrungsgrundlagen und ausgeräumte Agrarlandschaften stehen in direktem Zusammenhang mit dem Vogel- und Insektensterben. Wenn die konventionelle Landwirtschaft weiter betrieben wird wie bisher, gehen immer mehr Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich verloren.

Eine Agrarwende ist längst überfällig:

  • Der Einsatz von Ackergiften muss gestoppt werden.
  • Großflächige Monokulturen müssen durch eine vielfältige Landschaft mit Hecken und Bäumen ersetzt werden, sodass ausreichend Brut- und Versteckmöglichkeiten für Vögel vorhanden sind. 

Dass die Erzeugung von Lebensmitteln auch anders geht, zeigt die ökologische Landwirtschaft. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass ökologisch bewirtschaftete Flächen deutlich artenreicher sind als konventionell bewirtschaftete. Vielfältige Fruchtfolgen, abwechslungsreiche Agrarlandschaften, der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und Kunstdünger schaffen Lebensraum für Vögel, Insekten und Wildkräuter.

Infomaterial
1 / n

Ackergifte? Nein Danke!

Die Aufkleber zur Kampagne für eine giftfreie Landwirtschaft.

Download (PDF, 46 kB)

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Stummer Frühling

Wie wir das Bienensterben verhindern können

Download (PDF, 336 kB)

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Allestöter Glyphosat

Das meistbenutzte Pestizid der Welt

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Gift im Garten

Warum Sie im Garten besser auf Pestizide verzichten sollten und wie das gelingt

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