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Stoppt die Keime aus dem Stall!

Stoppt die
Keime aus 
dem Stall!

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verschickte Mails

Beendet: Erfolgreiche Aktion gegen den hohen Arzneimitteleinsatz in der Landwirtschaft

In Europa sterben jedes Jahr mindestens 25.000 Menschen an Infektionen mit multiresistenten Keimen, gegen die kein Antibiotikum mehr wirkt. Ein wichtiger Grund dafür ist der extrem hohe Einsatz von Antibiotika in der Tiermast. Dieser ist nur nötig, weil viel zu viele Tiere auf viel zu wenig Raum gehalten werden. 


Im Herbst 2014 präsentierte die EU-Kommission einen Vorschlag für eine Tierarzneimittelverordnung, der die Regulierung von Medikamenten für Tiere stärker europäisieren soll. Da das Problem europaweit besteht und Tiere und tierische Lebensmittel im Binnenmarkt gehandelt werden, ist das erstmal keine schlechte Idee. Doch der Verordnungsvorschlag der Kommission wollte den Einsatz und die Zulassung von Tierarzneimitteln liberalisieren und war soller Lücken. Mehr und nicht weniger Arzneimittel in den Ställen wären die Konsequenz gewesen.

Im Mai 2015 wandten wir uns mit konkreten Änderungsvorschlägen und Briefen an die Abgeordneten im Europäischen Parlament. Über die Aktion "Stoppt die Keime aus dem Stall" schickten zehntausende Bürgerinnen und Bürger aus Deutschland und Österreich eMails an ihre Europaabgeordneten und forderten eine strenge Regulierung des Arzneimitteleinsatzes in der Landwirtschaft. Als Anfang 2016 erst der Umweltausschuss und anschließend das Plenum des Europäischen Parlaments über einen Bericht zur Verordnung abstimmte, konnten wir einen Erfolg feiern: Auch das Parlament will einen wesentlich restriktiveren Kurs bei Tierarzneimitteln.

Es geht um unsere Gesundheit und um das Wohl der Tiere

Auf EU-Ebene wird derzeit über eine neue Tierarzneimittelverordnung beraten. Die Auseinandersetzung um diese neue Verordnung ist ein wichtiger Schauplatz im Kampf gegen die industrielle Tierhaltung und für unsere Gesundheit.

Bakterien werden resistent gegen Antibiotika.

Ohne Tierarzneimittel keine Massentierhaltung.

Tierarzneimittel belasten Böden und Wasser.

Neue Europäische Regeln für Tierarzneimittel

Bild: Fotolia

Die EU-Kommission hat Ende 2014 Vorschläge für ein europäisches Tierarzneimittelrecht präsentiert. Da Tiere, tierische Produkte und sogar Gülle im europäischen Binnenmarkt grenzüberschreitend gehandelt werden, ist es sinnvoll, die Zulassung und den Einsatz von Tierarzneimitteln auf europäischer Ebene zu regeln. Doch die Kommission möchte die Verfügbarkeit von Tierarzneimitteln verbessern und den Vertrieb erleichtern. Mehr und nicht weniger Medikamente im Stall sind das Ziel ihrer Vorschläge, die somit in die völlig falsche Richtung gehen.

Das Umweltinstitut München hat daher detaillierte Änderungsvorschläge für das neue europäische Tierarzneimittelrecht vorgelegt.

Abgeordnete des Europäischen Parlaments stimmen ab

Bild: Europäisches Parlament

Bis die neue Verordnung verabschiedet werden kann ist es noch ein weiter Weg. Von Herbst 2015 bis ins Frühjahr 2016 berät das Parlament einen "Bericht" zum Vorschlag der Kommission. Dieser Bericht bildet die Meinung des Parlaments, mit der es in die Verhandlungen mit der Kommission und den Mitgliedsstaaten gehen wird. Am Ende dieser Verhandlungen steht ein Kompromiss, dem sowohl das Parlament als auch der Rat, also die zuständigen Minister in den Mitgliedsstaaten, zustimmen müssen.

Ihre Abgeordneten im Europäische Parlament und die Regierungen der Mitgliedsstaaten haben bei der neuen Verordnung also einiges mitzureden.  Der Entwurf für den Parlamentsbericht, den die Abgeordnete Françoise Grossetête aus der konservativen EVP-Fraktion geschrieben hat, ist nur an wenigen Stellen besser als der Vorschlag der Kommission. Vielmehr hat er vor allem die Interessen der Pharmaindustrie im Zulassungsverfahren im Blick. Doch es gibt insgesamt 946 Änderungsanträge von Abgeordneten aller Fraktion, von denen viele in die richtige Richtung gehen.

Mit unserer Aktion wollen wir den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, sich direkt an ihre Abgeordneten zu wenden, um ihre Forderungen in den Prozess einzubringen.

Wenn Sie Antworten von Ihren Abgeordneten erhalten, leiten Sie uns diese bitte an info@umweltinstitut.REMOVE-THIS.org weiter.
Wir werden die Reaktionen der Abgeordneten sammeln und veröffentlichen, damit jede Bürgerin und jeder Bürger nachvollziehen kann, wie die einzelnen Abgeordneten zu der neuen Tierarzneimittelverordnung stehen.

Unterstützen Sie uns!